- Berylls by AlixPartners Zulieferer-Studie zeigt, dass chinesische Zulieferer ihren Anteil an den Stücklisten der europäischen OEMs kontinuierlich vergrößern.
- Die von chinesischen Zulieferern bezogenen Komponenten stammen vielfach aus den Bereichen Antriebsbatterien, Elektronik und Infotainment.
- Forschung und Entwicklung sowie Produktion chinesischer Zulieferer nimmt in Europa zu und schafft zehntausende Arbeitsplätze.
- In Europa steigt der Marktanteil chinesischer Zulieferer, die Verbindungen zu den europäischen OEMs werden tiefer und belastbarer.
Sowohl europäische als auch chinesische Zulieferer investieren in eigenständige F&E-Einrichtungen in Europa. Während europäische Zulieferer jedoch gleichzeitig ältere F&E-Abteilungen in größerem Umfang schließen, investiert China beinahe ausschließlich in Einrichtungen, die sich auf Innovationen im Bereich Elektronik und Batterien konzentrieren.
Stefan Schneeberger, Associate Partner bei Berylls by AlixPartners: „Durch die Kombination von Forschungs- und Entwicklungswachstum, mit den Vorteilen einer lokalen Produktion – wie beispielsweise die Nähe zu OEMs, kürzere Lieferzeiten und die Vermeidung von Zöllen – stärken chinesische Akteure ihre Wettbewerbsposition in Europa.“
Dieser Wandel verschärft den Wettbewerbsdruck in der europäischen Lieferkette: Da chinesische Lieferanten eine lokale Präsenz und kosteneffiziente Kapazitäten aufbauen, laufen europäische Lieferanten Gefahr, wichtige Differenzierungsvorteile zu verlieren, was den Weg für einen härteren Preiswettbewerb und mögliche Preiskämpfe ebnet.
Übernahme europäischer Zulieferer durch chinesische Firmen bringt Vorteile
Gleichzeitig investieren chinesische Unternehmen in europäische Firmen. Offensichtlich gibt es in Europa zahlreiche attraktive Investitionsmöglichkeiten zu akzeptablen Preisen. So zahlten chinesische Käufer rund 700 Millionen Euro für europäische Automobilunternehmen – etwa fünfmal so viel, wie Europa in China investierte.
Für europäische Zulieferer kann eine Übernahme durch einen chinesischen Industriekonzern zu Wettbewerbsvorteilen führen. Die beiden wichtigsten Werthebel sind dabei sicher der verbesserte Marktzugang zu China und die damit verbundene Nutzung der OEM-Netzwerke des chinesischen Käufers. Auf der Einkaufsseite eröffnen sich zudem bevorzugte Beschaffungskanäle und ein besserer Zugang zu Rohstoffen.
Zahl der chinesischen Zulieferer ist enorm, Konsolidierung steht vor der Tür
In den letzten Jahren ist die chinesische Automobilindustrie enorm und schnell gewachsen: In 2024 erzielten fast 18.900 chinesische Automobilzulieferer jeweils einen Umsatz von über 2,4 Mio. EUR. Einige von ihnen, wie HASCO, haben sich zu globalen Branchenführern entwickelt. So erwarb HASCO beispielsweise im Jahr 2013 50 Prozent des chinesischen Joint Ventures Yanfeng Visteon Automotive Trim Systems vom US-amerikanischen Unternehmen Visteon für fast eine Milliarde Euro.
Der Wettbewerb um Marktanteile verschärft sich jedoch massiv, nicht zuletzt aufgrund der Überkapazitäten, die die chinesische Automobilindustrie aufgebaut hat. Dadurch steigt das Insolvenzrisiko, sodass in den kommenden Jahren eine Konsolidierung auch bei den Chinesischen Zulieferern zu erwarten ist. Dabei werden große globale Akteure entstehen. Diese werden den Druck auf große wie kleine europäische Zulieferer weiter erhöhen.
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