Warum finanzielle Integrität bei Führungskräften besonders relevant ist
Studien zur Wirtschaftskriminalität zeigen konsistent: Ein erheblicher Teil der Schäden entsteht durch eigene Mitarbeitende, insbesondere auf Führungsebene. Finanzielle Notlagen, Schulden oder ungeklärte Vermögensverhältnisse erhöhen die Anfälligkeit für Betrug, Unterschlagung, Bestechlichkeit oder die Weitergabe sensibler Informationen. Wer eine Person mit weitreichenden Finanzbefugnissen einstellt, ohne deren finanzielle Vergangenheit zu prüfen, handelt fahrlässig aus Sicht des Risikomanagements.
Was ein CFO-Screening zur finanziellen Integrität umfasst
Ein umfassendes Screening der finanziellen Integrität bei Führungskräften beinhaltet Betreibungsregisterauszüge des aktuellen und früherer Wohnsitze (typischerweise für die letzten fünf Jahre), eine vertiefte Bonitätsauskunft zur Beurteilung der Gesamtverschuldungssituation sowie die Prüfung auf Interessenkonflikte: Hält der Kandidat Anteile an Konkurrenten? Gibt es verdeckte Mandate? Bestehen nicht deklarierte Nebenbeschäftigungen?
Verhältnismässigkeit und Fairness wahren
Auch bei Führungskräften gilt das Verhältnismässigkeitsprinzip. Finanzielle Schwierigkeiten in der Vergangenheit – etwa infolge einer Scheidung oder unternehmerischer Rückschläge – sind kein automatischer Ausschlussgrund. Entscheidend ist der Kontext: Wie aktuell sind die Einträge? Gibt es Anzeichen für eine Resolution der Situation? Der Kandidat sollte die Gelegenheit erhalten, Hintergründe zu erläutern. Enhanced Due Diligence ist Risikomanagement – keine Hexenjagd.