Doch wie kannst Du erkennen, an welchem Punkt Deine Ansprüche an Dich selbst Dich behindern, statt Dich voranzubringen? Lernexpert:innen sehen dabei vor allem einen Aspekt am Werk: Zwang. Man meint dann, alles schaffen zu müssen und alles können zu müssen. Dieser innere Zwang, der dahintersteckt, dieses „ich muss“, ist das Wesentliche am Perfektionismus.
Perfekt durchs Fernstudium?
Beim Lernen findet das Thema Perfektionismus auf mehreren Ebenen statt. Da sind einmal die Einsendeaufgaben und Prüfungen, die man möglichst mit der Bestnote bestehen will. Aber auch der Anspruch, alles verstehen zu müssen, spielt eine Rolle. Und schließlich sind dann noch die Verpflichtungen des Alltags, die man unter einen Hut bekommen muss: Job, Partner:in, Kinder, vielleicht sogar Schichtarbeit oder Eltern, die Unterstützung benötigen. Wenn man meint, all das perfekt managen zu müssen, kann es schnell schiefgehen.
Selbstverständlich ist es richtig und wichtig, gut sein zu wollen in dem, was man tut. Diese Motivation treibt einen immerhin auch an. Problematisch wird es, wenn ein „Müssen“ hinzukommt, denn dadurch entsteht eine gewisse innere Unruhe, die auch körperliche und mentale Nachteile mit sich bringt.
Alarmsignale ernst nehmen
Es ist daher wichtig, sich selbst zu beobachten. Wenn man eine innere Unruhe verspürt, sobald man ans Lernen denkt, ist das ein Warnsignal. Auch wenn man die ganze Zeit ans Lernen denken muss, zum Beispiel tagsüber auf der Arbeit, oder wenn man nicht einfach mal sagen kann, dass man nicht alles verstanden hat – daraus kann sich eine regelrechte Negativspirale entwickeln: Es kommt zu einem Gefühl der Unzufriedenheit, zu körperlicher Anspannung, Stress, Versagensangst und sogar dem falschen Glaubenssatz, man sei nicht gut genug.
Schlussendlich leidet auch die Konzentrationsfähigkeit: In vielen Fällen ist es so, dass unser Gehirn nicht so viel speichert, wenn wir negativ fühlen, als wenn wir gut gelaunt sind.
Durch Hilfe wieder Freude am Lernen finden
Die gute Nachricht: Man etwas tun, damit der Perfektionismus nicht die Überhand gewinnt. Und man muss nicht alles alleine schaffen. Expert:innen empfehlen, ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Darin geht es dann nicht darum, wie man am besten lernt, sondern erst einmal darum, die Grundhaltung zum Lernen zu verändern und ein positives Gesamtbild zum Lernen zu entwickeln. Zudem lohnt es sich hinzuschauen, woher der Perfektionismus überhaupt kommt und mit welchen Glaubenssätzen dieser verbunden ist. Alles in allem kann das Coaching dabei helfen, Blockaden zu lösen und wieder neue Motivation zu finden.
Wichtig ist zudem, Selbstvertrauen aufzubauen und zu lernen, kleinere Erfolge zu feiern. Coaches empfehlen dazu häufig, ein Erfolgstagebuch zu führen. Dort schreibt man alles auf, was man geschafft hat (auch Kleinigkeiten!), sowie Dinge, für die man dankbar ist. Die meisten sind überrascht, wie viel Gutes dabei zusammenkommt.
Gelassen bleiben und sich zusammentun
Doch nicht nur Coaches können helfen. Wir können nur empfehlen, sich über den SGD-OnlineCampus mit anderen Fernstudierenden auszutauschen. Das kann zu bestimmten Lerninhalten sein, aber auch zu allgemeinen Themen rund ums Fernstudium. Da merkt man ganz schnell, man ist nicht allein, denn viele schlagen sich mit den gleichen Problemen herum.
Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf das sogenannte Pareto-Prinzip. Diese 80-20-Regel gibt es in vielen Bereichen. Demnach werden mit 20 Prozent Aufwand 80 Prozent des Ergebnisses erreicht. Sprich, Du kannst mit 20 Prozent der Lernzeit 80 Prozent des Lernstoffs verstehen. Zu eng sollte man diese Werte dabei nicht sehen. Vielmehr ist die Idee dahinter entscheidend: Auch mit vergleichsweise geringem Aufwand kann man viel erreichen, danach steigt der Aufwand exponentiell um ein Vielfaches.
Ganz verteufeln sollte man den Perfektionisten in sich aber nicht. Es gehört auch dazu, diesen inneren Teil von sich selbst wahrzunehmen und ihn auch anzunehmen – er hat schließlich auch etwas Sinnvolles an sich. Man darf ihn nur nicht zu ernst nehmen. Und so lautet ein weiterer Tipp, auch mal über sich selbst zu lachen. Wenn man etwas Kompliziertes vor sich hat und es nicht direkt versteht, kann man sich auch sagen: Endlich etwas, wo ich mich anstrengen darf. Und nicht zu vergessen: Auch ab und zu einmal eine Pause machen. Denn so wichtig Lernen auch ist – es soll mit Freude geschehen.
Wenn Du auch mit dem Lernen haderst oder das Gefühl hast, nicht wie gewünscht voranzukommen, melde Dich beim Kundenservice – am einfachsten über den SGD-OnlineCampus. Wir unterstützen Dich mit Coaching-Angeboten und Webinaren wie „Lernen lernen“ – damit Du erfolgreich und mit guten Gefühlen Dein Lernziel erreichst.
Oder steht Dein Fernstudium erst noch bevor und Du möchtest mehr über die SGD und unsere Kurse erfahren? Dann melde Dich bei unserer Bildungsberatung unter 06151 3842-6 für ein unverbindliches Gespräch. Wir freuen uns auf Dich!