„Ostwürttemberg zählt zu den bedeutenden Transformationsregionen in Baden-Württemberg. Zahlreiche mittelständische Zulieferer, innovative Technologieunternehmen und spezialisierte Maschinenbauer sind direkt vom Umbau der Antriebstechnologien betroffen“, erklärt Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg. „Unsere Betriebe sind bereit, die Mobilitätswende aktiv mitzugestalten. Was sie jedoch brauchen, sind verlässliche Rahmenbedingungen, Technologieoffenheit und politische Entscheidungen, die mit den realen technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten Schritt halten.“
Die IHK betont, dass feste Enddaten für bestimmte Antriebsformen nur dann funktionieren können, wenn zentrale Voraussetzungen erfüllt sind:
- eine flächendeckend verfügbare Ladeinfrastruktur,
- international wettbewerbsfähige Strompreise,
- einheitliche, praxistaugliche Abrechnungs- und Bezahlsysteme,
- und ausreichende Investitionssicherheit für Unternehmen.
„Wenn klare politische Zielsetzungen nicht mit praktikablen Bedingungen einhergehen, steigt die Gefahr von Strukturbrüchen und Standortnachteilen“, so Rentschler weiter. „Wir brauchen keinen Wettlauf um Enddaten, sondern einen europäisch abgestimmten Transformationspfad, der sich an technischen Innovationen und wirtschaftlicher Machbarkeit orientiert. Nur so können unsere Unternehmen Investitionen langfristig planen und Wettbewerbsfähigkeit sichern.“
Die IHK Ostwürttemberg unterstützt daher ausdrücklich die Position des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), der ein „konsequentes Nachsteuern bei den politischen Rahmenbedingungen“ fordert und Offenheit für verschiedene technologische Lösungswege betont.
„Die Transformation der Mobilität wird nur dann ein Erfolg, wenn sie wirtschaftlich tragfähig und für Unternehmen wie Beschäftigte gleichermaßen planbar bleibt“, fasst Rentschler zusammen. „Wir setzen uns daher dafür ein, dass Brüssel, Berlin und Stuttgart die Realität der Betriebe vor Ort in ihre Entscheidungen einbeziehen.“