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Wirtschaftsdialog bei der IHK Ostwürttemberg

Botschafterinnen Schwedens und Estlands betonen Bedeutung von Sicherheit, Digitalisierung und europäischer Wettbewerbsfähigkeit

(PresseBox) (Heidenheim, )
Hoher internationaler Besuch in Ostwürttemberg: Die Botschafterin des Königreichs Schweden, Veronika Wand-Danielsson, und die Botschafterin der Republik Estland, Marika Linntam, waren am 21. Januar 2026 auf Einladung von IHK-Präsident Markus Maier und IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler zu Gast bei der IHK Ostwürttemberg. Gemeinsam mit Bundestagsabgeordnetem Roderich Kiesewetter, regionalen Entscheidungsträgern sowie rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmern diskutierten sie über die strategische Bedeutung von Sicherheit, Digitalisierung und wirtschaftlicher Resilienz in Europa. Der Besuch ist ein Novum in der 159-jährigen Geschichte der IHK Ostwürttemberg: Erstmals nahmen zwei Botschafterinnen gleichzeitig an einem Wirtschaftsdialog der Kammer teil.

Kiesewetter: „Talente nutzen – Patente entwickeln“ / Ohne Sicherheit keine Investitionen

Roderich Kiesewetter MdB betonte die zentrale Rolle der Region im europäischen Kontext. Ostwürttemberg habe „ein einzigartiges Ökosystem geschaffen, das Talente nutzt und Patente entwickelt“. Gleichzeitig sei klar: „Ohne Sicherheit gibt es keine Investitionen.“ Estland und Schweden seien Länder mit einem „anderen, entschiedenen Mindset“, wenn es um Sicherheit, Resilienz und Digitalisierung gehe. Estland sei eines der ersten Länder gewesen, das früh und klar für eine umfassende Unterstützung der Ukraine eingetreten ist. Schweden habe mit seinem klaren Bekenntnis zur NATO ein starkes sicherheitspolitisches Signal gesetzt und zähle zugleich zu den führenden Digitalstandorten Europas.

Schwedens Botschafterin: Europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken – Kapitalmarkt vertiefen

Botschafterin Wand-Danielsson hob die enge wirtschaftliche Verbindung zu Deutschland hervor: „Deutschland ist unser wichtigster Handelspartner.“ Sie plädierte für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU und eine Vertiefung des europäischen Kapitalmarktes. Das erleichtere innovativen Unternehmen und Startups den Zugang zu Risikokapital – ein Grund, warum Schweden bei Unicorns europaweit spitze sei. Zudem werde zunehmend in Sicherheit investiert, um Verlässlichkeit für Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen.

Estlands Botschafterin: Zukunft der Ukraine entscheidend – Digitalisierung spart Zeit, Kosten und menschliche Energie

Botschafterin Linntam unterstrich: „Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit müssen wir in EU und NATO gemeinsam angehen. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Zukunft der Ukraine ist für Europa entscheidend.“ Estland zeige, wie Digitalisierung Staat und Gesellschaft stärken könne: Sie spare nicht nur Geld und Zeit, „sondern auch menschliche Energie“. In den Schulen laufe ein KI-Projekt, das Lernprozesse individualisiere und Lehrkräfte entlaste.

Wie gelingt Digitalisierung? – Antworten aus Estland und Schweden

In der von IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler moderierten Runde stand die Frage im Mittelpunkt, wie Estland den Sprung zur vollständig digitalisierten Verwaltung geschafft hat. Linntam nannte als Erfolgsfaktoren die Identität für alle, digitale Infrastruktur als staatliche Kernaufgabe und die frühe Einbindung der Schulen: „Der Staat muss dort sein, wo die Menschen sind – also online.“ Wand Danielsson ergänzte für Schweden: kleine Länder dürfen nicht stehen bleiben, Schulbildung – auch im Umgang mit Fake News – sei zentral, und Offenheit für Veränderung präge die Gesellschaft.

Ostwürttemberg als resiliente Zukunftsregion

IHK-Präsident Markus Maier machte deutlich, dass die Region für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt sei. Mit der Zukunftsinitiative Ostwürttemberg, den starken Weltmarktführern und einer tief verankerten Ausbildungstradition sei man auf dem Weg zu einer „resilienten Region“. „Bildung ist die DNA der IHK“, betonte Maier. Nur mit qualifizierten Fachkräften könne Ostwürttemberg Innovationsraum bleiben.

Abschließender Austausch und Ausblick

Zum Abschluss nutzten rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmer die Gelegenheit für einen persönlichen Austausch mit beiden Botschafterinnen. Dabei standen Kooperationschancen, Investitionsklima, Digitalisierung und Geopolitik im Fokus.

Die IHK Ostwürttemberg möchte den begonnenen Dialog mit beiden Botschafterinnen gerne fortsetzen. Die Gespräche waren wertschätzend und konstruktiv – und haben gezeigt, wie viel beide Seiten voneinander lernen können. „Wir freuen uns darauf, den Kontakt lebendig zu halten und bei passenden Anlässen zu vertiefen – zum Nutzen unserer Unternehmen und einer starken europäischen Zusammenarbeit“, so IHK-Präsident Markus Maier.

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