Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung arbeitet die GFaI gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand an praxisnahen Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wasserwirtschaft. Ein aktuelles Beispiel ist das Forschungsprojekt „ClearWater“, das einen wichtigen Beitrag zur Optimierung von Prozessen im Abwasserbereich leistet.
Mit der dritten Sitzung des projektbegleitenden Ausschusses im Dezember 2025 erreichte das Projekt einen bedeutenden Meilenstein. Im Fokus steht die Entwicklung eines KI-basierten optischen Messsystems zur Überwachung und Optimierung des Flockungsmitteldosierprozesses. Ziel ist es, den Einsatz polyacrylamidbasierter Flockungsmittel im Kiestagebau signifikant zu reduzieren. Dadurch lassen sich sowohl ökologische Vorteile – etwa eine geringere chemische Belastung – als auch wirtschaftliche Effekte erzielen. Das System nutzt moderne Bildverarbeitung und Künstliche Intelligenz, um Prozesszustände in Echtzeit zu analysieren und eine präzisere Steuerung zu ermöglichen.
Das Projekt „ClearWater“ verdeutlicht exemplarisch, wie der enge Schulterschluss zwischen Forschung, Industrie und öffentlicher Förderung innovative Lösungen hervorbringt. Gemeinsam mit Partnern wie dem Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen e. V. sowie unter Einbindung des Projektträgers DLR und politischer Vertreterinnen und Vertreter werden Ansätze entwickelt, die den Transfer in die Praxis gezielt vorantreiben.
Neben Forschungsprojekten zeigt auch die technologische Entwicklung innerhalb der GFaI-Gruppe konkrete Anwendungen: Mit dem HydroVision SeaStar24 hat die gfai tech ein innovatives, äußerst umweltschonendes System zur maritimen Überwachung entwickelt. Die Lösung basiert auf optischer Sensorik und verzichtet auf invasive Messverfahren, wodurch sie besonders ressourcenschonend im Einsatz ist.
HydroVision SeaStar24 ermöglicht die automatisierte, visuelle Erfassung von Wasserflächen und unterstützt so unter anderem die Detektion von Verschmutzungen oder strukturellen Veränderungen in Gewässern. Darüber hinaus eröffnet das System vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Offshore-Bereich, etwa zur Überwachung von Anlagen wie Windparks oder Plattformen. Auch im Kontext der Sicherheit und Verteidigung maritimer Infrastrukturen – beispielsweise in Häfen oder an kritischen Küstenstrukturen – kann die Technologie einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie frühzeitig Auffälligkeiten erkennt und eine kontinuierliche Lagebewertung unterstützt.
Darüber hinaus zeigt sich die Vielfalt aktueller Wasserforschung im Netzwerk der GFaI auch in gemeinschaftlichen Austauschformaten: Forschungspartner, Partnerinstitute und Unternehmen präsentierten ihre innovativen Projekte rund um das Thema Wasser zunächst in einem spezialisierten Wasserworkshop, der aus dem von der GFaI geleiteten KI-Netzwerk „AI4Tech“ hervorgegangen ist. Die dort angestoßenen Diskussionen und Kooperationen wurden im Rahmen der GFaI Future Tech Days 2025 weiter vertieft und einer breiteren Fachöffentlichkeit vorgestellt.
„Nachhaltiges Wassermanagement ist eine der großen Zukunftsaufgaben. Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz eröffnen uns neue Möglichkeiten, Prozesse effizienter und ressourcenschonender zu gestalten“, sagt Martin Pfaff (wissenschaftlicher Mitarbeiter).
Mit ihrer Forschung und technologischen Entwicklung leistet die GFaI einen Beitrag dazu, innovative Ansätze schneller in die Anwendung zu bringen und den verantwortungsvollen Umgang mit Wasserressourcen langfristig zu sichern.