Wertschätzung und Zusammenhalt auf der einen, konsequente Ausrichtung auf die Megatrends der Branche auf der anderen Seite – unter diesem Leitgedanken lud der Betriebsrat der Firmengruppe Max Bögl die Mitarbeitenden sowie Vertreter aus Politik und Gewerkschaft zur Betriebsversammlung 2026 in die Große Jurahalle ein. Gesamtbetriebsratsvorsitzende Karin Hammerl-Ranftl eröffnete die Veranstaltung und zog zusammen mit dem Betriebsrat sowie den Mitgliedern des Aufsichtsrats- und Vorstandsgremiums eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Besonderer Dank galt dabei allen Böglerinnen und Böglern für ihren unermüdlichen Einsatz in allen Geschäftsbereichen, ohne deren Einsatz dieser Unternehmenserfolg bei immer anspruchsvoller werdenden Projektaufgaben nicht möglich gewesen wäre. Im Fokus stand insbesondere die Stärkung der Unternehmenskultur durch einen respektvollen Umgang miteinander sowie die Weiterentwicklung der Betriebsrätestruktur.
Wertschätzung als Haltung – nicht nur ein Wort
Zu Beginn würdigte Betriebsratsvorsitzende Karin Hammerl-Ranftl die verstorbenen Kolleginnen und Kollegen des vergangenen Jahres und ehrte die Jubilare für ihr außergewöhnliches Engagement. Mit einer persönlichen Erinnerung an einen nächtlichen Brückeneinschub, bei dem sie die millimetergenaue Präzisionsarbeit und den Teamgeist der Bögler hautnah miterleben durfte, schlug sie die Brücke zum Kernthema ihrer Rede: „Alleine kann man etwas bewegen. Gemeinsam kann man etwas verändern.“ Diesen Zusammenhalt sehe sie nicht nur auf der Baustelle, sondern überall im Unternehmen – und er brauche echte Anerkennung als Grundlage. Diese gehe weit über Lob und Geld hinaus. Sie beginne mit Aufmerksamkeit, dem bewussten Wahrnehmen des Gegenübers, erfordere Toleranz gegenüber unterschiedlichen Meinungen und Herangehensweisen und zeige sich in den kleinen Gesten des Alltags. Wertschätzung sei eine Haltung, die Respekt, Vertrauen und ein echtes Miteinander schaffe.
Im Rückblick auf 2025 machte Karin Hammerl-Ranftl deutlich, wie aktiv der Betriebsrat Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Optimierung der Prozesse im Unternehmen mitgestaltet hat – von der Begleitung verschiedener Prämiensysteme in Testphasen über den Abschluss mehrerer Gesamtbetriebsvereinbarungen bis hin zu gemeinsamen Arbeitssicherheitstagen, an denen auch Vorstandsmitglieder persönlich teilnahmen. Ein zentrales Thema war der erfolgreiche Abschluss des Tarifvertrags zur Betriebsrätestruktur, der durch eine Petition mit rund 1.500 Unterschriften aus der Belegschaft begleitet wurde und den starken Zusammenhalt innerhalb der Firmengruppe nachdrücklich unter Beweis stellt. Die bisherigen Betriebsbereiche bleiben bestehen, ergänzt durch einen neuen, sechsten Bereich in Emden. Mit Blick auf die anstehenden Betriebsratswahlen im April appellierte Karin Hammerl-Ranftl an die Belegschaft, ihre Stimme zu nutzen und sich aktiv an der Mitbestimmung zu beteiligen.
Brückenbau zwischen Generationen
Amelie Brandl, Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung, widmete ihre Rede dem Mut zu den eigenen Stärken – unabhängig von Alter oder Position. Sie betonte, dass Erfahrung und frische Perspektiven keine Gegensätze seien, sondern eine enorme Chance. Während die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen Wissen, Routine und Stabilität einbringen, bereichern die Jüngeren das Unternehmen mit neuen Ideen, digitalen Kompetenzen und der Bereitschaft, Dinge zu hinterfragen.
„Ein starkes Unternehmen entsteht nicht dadurch, dass Generationen nebeneinander arbeiten, sondern miteinander“, so Amelie Brandl.
Dass die Firmengruppe auf die nächste Generation setzt, zeigen auch die Zahlen: 430 Auszubildende und dual Studierende lernen und arbeiten derzeit bei Max Bögl. Besonders stolz macht die Qualität der jungen Nachwuchskräfte: Im Kammerbezirk Oberpfalz stellte Max Bögl gleich vier der besten Auszubildenden, zwei davon wurden sogar deutschlandweit die Besten in ihren jeweiligen Ausbildungsberufen. Wie engagiert die JAV das Miteinander im Unternehmen gestaltet, beweisen zahlreiche Initiativen – von der Azubiversammlung und dem anschließenden Besuch des Steinbruchs Wiesenhofen über die Vorstellung des Jugenddudens zur Generationenverständigung bis hin zur Mitwirkung bei Einführungstagen und Karriere-Events.
Klarer Kurs in bewegten Zeiten
Gesellschafter und Aufsichtsrat Max Bögl ordnete die Unternehmensentwicklung in das aktuelle Marktumfeld ein. Während der Konkurrenzdruck in einzelnen Segmenten spürbar zugenommen habe, zahle sich die gezielte Ausrichtung der Firmengruppe auf anspruchsvolle Großprojekte mit begrenztem Wettbewerb aus – von hochmodernen Rechenzentren und Konverterstationen bis hin zu technisch komplexen Energietrassen. Die Strategie „Bau + X“ erweise sich gerade in einem volatilen Umfeld als entscheidender Vorteil und verschaffe der Firmengruppe eine klare Alleinstellung am Markt. Gleichzeitig verwies er auf die wachsende Bedeutung der Industrialisierung am Bau und die Optimierung der Produktionskapazitäten als Schlüssel für langfristigen Erfolg. Abschließend betonte Max Bögl, dass der Wachstumskurs nur dann nachhaltig gelingen könne, wenn alle gemeinsam auf hohe Standards setzen – allen voran bei der Arbeitssicherheit.
Geschäftsbericht 2025 – Wachstum auf ganzer Linie
Vorstandsvorsitzender Stefan Bögl stellte den Geschäftsbericht 2025 vor – und die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 3,28 Milliarden Euro, der Auftragseingang erreichte rund 7,7 Milliarden Euro. Der aktuelle Auftragsbestand liegt bei über 8,6 Milliarden Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde zudem die Marke von 7.000 Mitarbeitenden übertroffen. Derzeit arbeiten 7.350 Beschäftigte im Unternehmen. Damit zeige sich, dass sich die Unternehmensstrategie Bau+X, der hohe Qualitätsstandard und das Vertrauen in die firmeneigene Wertschöpfungstiefe bewähre und man für die nächsten Jahre bestens aufgestellt sei, führte Stefan Bögl in seinem Geschäftsbericht aus.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Geschäftsbereich Wind: Mit über 700 produzierten Türmen, einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro und einem Marktanteil von etwa 70 Prozent in Deutschland wurde ein neuer Meilenstein erreicht. Erfreulich auch die Entwicklung bei der Arbeitssicherheit – die Unfallhäufigkeit konnte um 13,6 Prozent gesenkt werden, unter anderem durch Arbeitssicherheitswochen und verhaltensbezogene Sicherheitsbegehungen. Mit Investitionen von über 200 Millionen Euro legte das Unternehmen die Grundlage für weiteres Wachstum – darunter der Ausbau des Windproduktionswerks in Emden, die neue Baufabrik in Tauernfeld und die Erweiterung der Geräteflotte. Unter den neuen Projekten ragt der bislang größte Einzelauftrag der Firmengeschichte heraus: die Errichtung eines Rechenzentrums für Schwarz Digits. Darüber hinaus erhielt das Transport System Bögl (TSB) mit der Betriebsgenehmigung des Eisenbahn-Bundesamtes für Magnetschwebebahnen einen wichtigen Schub.
Erfolg braucht Überzeugung
Johann Bögl, Gesellschafter und Aufsichtsrat, dankte der Belegschaft für ein herausforderndes, aber überaus erfolgreiches Jahr 2025. Die Firmengruppe stehe so stabil da wie selten zuvor – mit dem höchsten Auftragsbestand seit der Firmengründung vor 96 Jahren und einer Breite im Leistungsportfolio, die in der deutschen Bauwirtschaft ihresgleichen suche. Von der boomenden Windturmproduktion über die großen Energietrassenprojekte bis hin zur Industrialisierung am Bau mit der neuen Baufabrik in Tauernfeld zeige sich, dass die Strategie „Bau + X“ und die konsequente Ausrichtung auf die Megatrends der Branche ihre volle Wirkung entfalten.
Zugleich richtete Johann Bögl den Blick über das Unternehmen hinaus. Die geopolitischen Verwerfungen, die weltweiten Konflikte und die daraus resultierende Verunsicherung der Weltmärkte gingen auch an der Baubranche nicht spurlos vorbei. Umso wichtiger sei es, Demokratie und soziale Marktwirtschaft als Fundament für wirtschaftlichen Erfolg zu begreifen und zu verteidigen. Als Präsident der Bayerischen Bauindustrie mache er sich dafür stark, dass die beschlossenen Sondervermögen für Infrastruktur und Rüstung zügiger in konkrete Projekte umgesetzt werden. Dass Max Bögl derzeit 800 offene Stellen in 50 Berufsfeldern anbiete und mittelfristig auf über 8.000 Beschäftigte wachsen wolle, sei ein starkes Signal – gerade in Zeiten, in denen andere Unternehmen Stellen abbauen. Mit Blick auf das 100-jährige Firmenjubiläum 2029 gab er ein klares Ziel aus: Das Unternehmen bis dahin noch stabiler aufzustellen – gemeinsam mit einer Belegschaft, die mit Leidenschaft und Überzeugung an dieser Erfolgsgeschichte weiterschreibt.
Gemeinsam für faire Arbeitsbedingungen Sven Bönnemann stellte sich als neuer Konzernbetreuer der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar Umwelt (IG BAU) für die Firmengruppe Max Bögl vor. Er unterstrich die zentrale Aufgabe der Gewerkschaft, faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne in jeder Tarifrunde zu verhandeln und zu sichern. Rückblickend ging er auf die Ergebnisse der Tarifverhandlungen 2024 und deren Auswirkungen auf 2026 ein – darunter ein historischer Durchbruch: die vollständige Angleichung der Ost- an die Westlöhne zum 1. April 2026. Auch die positive Entwicklung des 13. Monatsgehalts, das sich seit 2003 nahezu verdoppelt habe, zeige die Wirksamkeit konsequenter Tarifarbeit. Mit Blick auf die anstehende Tarifrunde 2027 machte Sven Bönnemann deutlich, dass der Branche erneut anspruchsvolle Verhandlungen bevorstehen.
Impulsgeber und Aushängeschild für modernes Bauen
Auch die politischen Grußredner würdigten die Bedeutung der Firmengruppe für die Region und darüber hinaus. Albert Füracker, Bayerns Staatsminister für Finanzen und Heimat, hob hervor, wie sehr Max Bögl mit seiner Innovationskraft und seinem unternehmerischen Mut die bayerische und deutsche Wirtschaft präge. Dabei unterstrich er die tragende Rolle des weltweit agierenden Unternehmens als bedeutenden Wirtschaftsakteur für den Landkreis und versprach seine volle Unterstützung bei zukünftigen Projekten.
Landrat Willibald Gailler betonte die Vorreiterrolle des Landkreises Neumarkt bei den erneuerbaren Energien und hob hervor, dass die Firmengruppe Max Bögl daran maßgeblichen Anteil habe.
Neumarkts Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn zollte der Entwicklung des Unternehmens großen Respekt und würdigte dessen Beitrag für die Stadt und die gesamte Region. Sengenthals Bürgermeister Werner Brandenburger, der sich nach 18 Jahren im Amt in den Ruhestand verabschiedet, blickte auf eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit zurück. Die Firmengruppe stehe für Leistung und Verlässlichkeit – Werte, die auch die Partnerschaft zwischen Gemeinde und Unternehmen stets geprägt hätten.
Kraftvoller Auftakt ins neue Jahr
Die Betriebsversammlung 2026 hat gezeigt: Die Firmengruppe Max Bögl ist nicht nur wirtschaftlich so stark aufgestellt wie nie zuvor, sondern lebt auch die Werte, die diesen Erfolg erst möglich machen.
Wertschätzung als Haltung, Mut über Generationen hinweg und der unbedingte Zusammenhalt der Belegschaft ziehen sich als roter Faden durch die Veranstaltung. Dass die Firmengruppe dabei stabil und zuversichtlich agiert – trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines herausfordernden Marktumfelds – verdankt sie dem Zusammenspiel aller Beteiligten: vom Betriebsrat über die Unternehmensleitung und die Familie Bögl bis hin zu jeder einzelnen Böglerin und jedem einzelnen Bögler. Verbunden durch eine gemeinsame Überzeugung und ein klares Bild von der Zukunft sind die Weichen für die kommenden Jahre gestellt.