"Wir erwarten auch weiterhin erschwerte Marktbedingungen, eine durch die ökonomische Rezession bedingte schwache Nachfrage sowie in der absehbaren Zukunft gleichbleibend niedrige Großhandelsstrompreise und Margen. Diese Herausforderungen verlangen auch in Zukunft enorme Anstrengungen von uns, um unsere Effizienz weiter zu steigern und unsere finanzielle Position zu stärken."
Anpassung an die neue Realität notwendig
Eine Vielzahl von Initiativen und Einsparungsmaßnahmen sind geplant, um Vattenfalls Kostenstruktur deutlich zu verbessern - mit speziellem Fokus auf den administrativen Funktionen. Diese unternehmensweite Optimierung der Stabs- und Supportfunktionen wird sich auf die Organisationsstrukturen, die Arbeitsprozesse und die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter in Schweden, Deutschland, den Niederlanden sowie in anderen Märkten auswirken. Im Rahmen strategischer Initiativen, die hauptsächlich auf die funktionale Umgestaltung der administrativen Funktionen abzielen, wird bis Ende 2014 die Gesamt-Mitarbeiterzahl von derzeit 34.000 um circa 2.500 reduziert werden.
"Bei Investitionen werden wir auch weiterhin sehr diszipliniert vorgehen", sagte Ingrid Bonde. "Die aktuelle Planung für 2013-2017 weist eine Reduzierung der Investitionen auf 123 Milliarden SEK auf, wir stellen aber die hohe Verfügbarkeit von unseren Anlagen mit ausreichenden Instandhaltungsinvestitionen sicher."
Die möglichen Anpassungen des Portfolios beinhalten die bereits angekündigte potenzielle Veräußerung des dänischen thermischen Erzeugungsgeschäftes sowie den möglichen Verkauf eines Blocks des Braunkohle-Kraftwerks im sächsischen Lippendorf. Weitere Maßnahmen, die derzeit geprüft werden, beinhalten mögliche Veräußerungen unrentabler Bereiche und einiger Nicht-Kerngeschäfte. "Diese Maßnahmen tragen dazu bei, unsere finanzielle Position zu stärken, unsere CO2-Emissionen zu senken und Entwicklungsmöglichkeiten in anderen Bereichen zu eröffnen", erklärte Øystein Løseth.
Personalabbau
"Im Nachgang zur 2011 beschlossenen Neuaufstellung von Vattenfall sehen wir uns heute damit konfrontiert, dass mögliche Synergien noch nicht vollständig erreicht worden sind. Dies trifft insbesondere auf unsere administrative Funktionen zu", so Øystein Løseth. "In diesen Funktionen sehen wir ein hohes Einsparungspotenzial, das - über alle Länder hinweg - Personalabbau bedeutet."
In Deutschland liegt der Schwerpunkt der Kostensenkungsmaßnahmen auf der weiteren Vereinfachung von Strukturen und der Zusammenlegung von Aufgaben aus den Supportbereichen. Die vom Personalabbau in Deutschland betroffenen Mitarbeiter sind an den Standorten Berlin, Hamburg und Cottbus beschäftigt. Insgesamt geht das Unternehmen für Deutschland von einem Personalabbau von rund 1.500 der derzeit etwa 20.000 Stellen, in Schweden von 400, in den Niederlanden von 500 und in anderen Ländern von 50 Stellen bis Ende 2014 aus. "Den Personalabbau werden wir sozialverträglich in einem engen Dialog mit den Mitbestimmungsgremien umsetzen", erklärte Øystein Løseth.