Auf Einladung von Flottillenadmiral Christian Bock kamen Vertreterinnen und Vertreter aus 25 Unternehmen in Düsseldorf zusammen, die wesentliche Teile der Wertschöpfungskette der europäischen Drohnen- und Drohnenabwehrindustrie abbilden. Trotz der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage zeigt sich die Drohnenindustrie dynamisch. Die Branche verzeichnet wachsende Aktivitäten, stabile Nachfrage und ein hohes Innovationspotenzial. Drohnen entwickeln sich in vielen Bereichen zu einem wichtigen Instrument für Sicherheit, Infrastruktur, Wirtschaft und öffentliche Aufgaben.
Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf operativer Ebene zentrale Herausforderungen für den Auf- und Ausbau skalierbarer Produktionskapazitäten in Europa. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit Unternehmen ihre Fertigung deutlich ausweiten und zugleich technologische Souveränität sichern können. Dies wurde unter einer gemeinsamen Zielvorgabe von Produktionskapazitäten für Drohnen und Systeme zur Drohnenabwehr bis zum Jahr 2027 von mehr als 100.000 Einheiten pro Jahr diskutiert.
Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Stärkung europäischer Lieferketten unter Reduzierung der Abhängigkeiten von internationalen Zulieferern und Erhöhung der Resilienz der Industrie. Dabei kommt sicheren aktiven Komponenten, also Prozessoren, Leistungselektronik, Antennen und Übertragungstechnik sowie Sensorik wie Kameras eine besondere Bedeutung zu. Sie sind eine zentrale Voraussetzung für vertrauenswürdige und robuste Drohnensysteme.
Im Anschluss unterzeichneten die beteiligten Unternehmen eine gemeinsame Absichtserklärung, bei der Bestimmung der Rahmenbedingungen zur Erreichung der gemeinsamen Zielvorgabe zusammenzuarbeiten.
Der europäische Industrieverband UAV DACH übernimmt die Koordination der Unternehmen und wird einen abgestimmten Bericht über die notwendigen Maßnahmen erarbeiten. Dieser Bericht soll aufzeigen, welche Schritte erforderlich sind, um die Produktionsziele zu erreichen und welche politischen Rahmenbedingungen dafür erforderlich sind. Die Ergebnisse werden dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie dem Bundesministerium der Verteidigung bis Januar 2027 übermittelt.
Bereits heute zeichnet sich ab, dass verlässliche Beschaffungsentscheidungen eine zentrale Rolle spielen. Klare und planbare Bestellungen gelten als ein wesentlicher Impuls, um industrielle Kapazitäten aufzubauen und langfristig zu sichern.