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Zukunftsweisende Strategien für das KI-Zeitalter

Mit der Teilnahme am „Industry Strategy Meeting 2026“ setzt der TUM Campus Heilbronn sein Engagement im Netzwerk des Weltwirtschaftsforums (WEF) fort

(PresseBox) (Heilbronn, )
Mehr als 350 führende Köpfe aus der Wirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kamen Mitte März beim „Industry Strategy Meeting 2026“ des Weltwirtschaftsforums in München zusammen. Zwei Tage lang standen in der Siemens-Zentrale und den SAP Labs in Garching bei München wichtige Trends im Mittelpunkt, die Unternehmen und ganze Branchen prägen – mit dem Ziel, Führungskräften Orientierung in einem sich rasch wandelnden globalen Umfeld zu bieten.

Auch der Campus Heilbronn der Technischen Universität München (TUM) war in der bayerischen Landeshauptstadt mit seinem Vizepräsidenten Prof. Ali Sunyaev prominent vertreten. Damit setzte der TUM Campus Heilbronn nach zwei Teilnahmen am parallel zum Weltwirtschaftsforum stattfindenden AI House Davos sein Engagement im WEF-Netzwerk fort. Von der TUM nahmen außerdem ihr Präsident Prof. Thomas HofmannProf. Christoph Kaserer (Dekan TUM School of Management), Prof. Urs Gasser (Dekan TUM School of Social Sciences and Technology), Svetlana Ikonnikova (Professorin für Ressourcenökonomie; Research Director, TUM Center for Energy Markets) und Prof. Isabell Welpe (Professorin für Strategie und Organisation) teil.

Steigender Wunsch nach Vertrauen

Um wichtige Trends ging es auch im Panel „Attention Economy: Strategy Dialogue for Travel, Tourism, Media, & Sport Leaders”, das von Prof. Sunyaev als Repräsentant des TUM Campus Heilbronn moderiert wurde. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich moderne Technologien und menschliches Verhalten in Einklang bringen lassen. „Wie beeinflusst IT unser Verhalten?“, fragte der Professor für Informationsinfrastrukturen. Er schilderte seine Beobachtungen: „Oft entsteht ein Kampf um Aufmerksamkeit, bei dem es darum geht, wer am lautesten ist und die beste Geschichte erzählt.“ Gleichzeitig würden die Leute immer weniger lesen, da Bots inzwischen die Zusammenfassung von Texten anbieten. „Auch als Wissenschaftler kann ich nicht alles lesen, sondern muss oft auf bestimmte Zeitschriften oder Konferenzen vertrauen“, fügte Sunyaev hinzu. Doch gerade dadurch stehe Vertrauen heutzutage wieder hoch im Kurs: „Es handelt sich dabei um ein soziotechnisches Phänomen: Auch eine KI bewerten wir danach, ob wir ihr vertrauen können.“

Die übrigen Diskussionsteilnehmenden stimmten dem Moderator zu: Angesichts der grundlegenden Veränderungen in Arbeit, Märkten und Konsum durch Künstliche Intelligenz würden KI-Kompetenz, ihr Einsatz an den richtigen Stellen, aber auch klare Regeln immer wichtiger. Durch direkte Interaktionen von KI-Agenten mit den Kundinnen und Kunden verliere das klassische Marketing an Bedeutung, und Unternehmen müssten ihren Mehrwert klar und datenbasiert kommunizieren. Gleichzeitig entstehe eine Vertrauenskrise im digitalen Raum: Die wachsende Menge KI-generierter Inhalte mache eine Unterscheidung zwischen echt und künstlich immer schwieriger – vertrauenswürdige Marken sowie technische Lösungen zur Verifikation von Inhalten gewinnen dadurch an Bedeutung. Parallel wachse auch das Bedürfnis nach realen Erfahrungen und sozialer Interaktion als Gegenpol zur digitalen Welt.

Vom Sprachmodell zur Physical AI

Dass technologische Innovationen enorme Effizienzsteigerungen mit sich bringen können, aber eine verantwortungsvolle Nutzung voraussetzen, zeigte sich auch beim Panel „Physical AI for Value Creation“, das ebenfalls von Sunyaev moderiert wurde. Dieser fasste zunächst die rasante technologische Entwicklung der jüngsten Vergangenheit zusammen: „Es gibt heute keine wissenschaftliche Arbeit mehr, die nicht mithilfe eines LLMs verfasst wurde. Diesen Punkt haben wir innerhalb von nur drei bis vier Jahren erreicht.“

Nun zeichnet sich der nächste technologische Sprung ab: von den Sprachmodellen zur „Physical AI“, also dem Einsatz von KI in realen, physischen Systemen. Als Ziele nannten die Panelistinnen und Panelisten die intelligente Steuerung realer Objekte wie Maschinen und Produktionsanlagen, ihre Wertsteigerung und eine nachhaltigere Nutzung. Voraussetzung sei jedoch der verantwortungsvolle Umgang mit sensiblen Daten – sie könnten zum Beispiel direkt im Server und unter Wahrung der Datensouveränität verarbeitet werden.

Wertvolle Impulse und künftiges Engagement

Besonders vielversprechend ist die Kombination moderner Sprachmodelle mit klassischen Datenmodellen sowie die Verknüpfung physischer und kontextueller Daten, die die Entstehungsbedingungen der physischen Daten erklären. Sinkende Kosten ermöglichen einen breiteren Einsatz – trotz bestehender regulatorischer Hürden.

Viele neue Denkanstöße brachten die zwei Tage also. Sie verdeutlichten das enorme Potenzial heutiger Technologien wie KI, ermöglichten einen Erfahrungsaustausch auf Basis praktischer Erfahrungen, verdeutlichten aber auch die Herausforderungen, die der technologische Fortschritt mit sich bringt. „Wir freuen uns, Teil dieser hochkarätigen Veranstaltung gewesen zu sein, und nehmen viele wertvolle Impulse mit, die wir in unsere Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus einbringen wollen“, bringt es Sunyaev auf den Punkt. „Auch in Zukunft werden wir uns aktiv im WEF-Netzwerk engagieren.“

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