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Auch auf Geländewagen vollwertige Winterreifen aufziehen

(PresseBox) (München, )
Immer noch mit Sommerreifen unterwegs? Dann ist es jetzt allerhöchste Zeit für einen Wechsel. Wer sich die Winterreifen ganz spart, spart an der falschen Stelle. Und wer schlechte Billigreifen kauft, auch. Doch nicht alle günstigeren Produkte sind von minderer Qualität. Wichtige Tipps für die Auswahl gibt es von TÜV SÜD. Und die Autoprofis helfen zudem mit Technikratschlägen rund um den Reifenwechsel.

Winterreifen ist nicht gleich Winterreifen: Eine Binsenweisheit mit eiskaltem Wahrheitsgehalt: Die Qualität der Winterreifen trägt wesentlich zur Sicherheit der Autoinsassen bei. Doch wie unterscheidet man bei der Suche nach neuen Pneus die guten von den schlechten? Die einzige derzeit praktikable Lösung für den Endverbraucher, um einen Fehlgriff zu vermeiden: Vor dem Kauf in den einschlägigen Fachzeitschriften informieren!

Testergebnis ist kein Pauschalurteil: Die aktuellen Testergebnisse in der Fachpresse liefern dem Autofahrer wichtige Anhaltspunkte und Auswahlkriterien. Allerdings: Die Ergebnisse sind sicher hilfreich, aber nicht immer auf jedes Fahrzeug und jede Reifengröße übertragbar. Dies gilt insbesondere dann, wenn beispielsweise der Reifen auf einem Fronttriebler getestet wurde und nun auf einem Hecktriebler eingesetzt werden soll.

Winterreifen? Das ist keine Frage: Der zweite Winter mit der so genannten "situativen Winterreifenpflicht" steht bevor. Das juristische Wortungetüm sagt nichts anderes als: Bei Winterwetter mit Eis oder Schnee darf nur mit geeigneten Reifen (M&S) gefahren werden. Winterliche Straßen- oder Wetterverhältnisse sind freilich ein dehnbarer Begriff.

M&S ist nicht gleich M&S: Mit der M&S oder M+S-Markierung für "Matsch und Schnee" sind teils auch Sommerreifen für Geländewagen versehen. Die Leistung dieser Pneus bei Eis und Schnee ist aber sehr begrenzt. TÜV SÜD empfiehlt daher auch für diese Fahrzeuge vollwertige Winterreifen. Viele Hersteller markieren solche inzwischen mit dem Schneeflockensymbol. Dieses Zeichen in einem stilisierten Gebirge garantiert ein Mindestmaß an Wintereigenschaften.

Profillosigkeit ist kein Spaß: Die Straßenverkehrsordnung (StVO) fordert nicht wortwörtlich ein höheres Mindestprofil als die üblichen 1,6 Millimeter. Die Fachleute von TÜV SÜD sehen die Wintereigenschaft aber unterhalb von vier Millimetern als gefährdet an.

Spritverbrauch ist kein Argument: Das Fahren mit Winterbereifung bringt keine Nachteile. Komfort und Verbrauchseinflüsse sind voll mit Sommerreifen vergleichbar. Es gibt inzwischen Winterreifen für Geschwindigkeiten bis zu 240 km/h.

Radwechsel ist keine Zauberei: Wer die Winterreifen selbst aufziehen will, sollte vorab in die Betriebsanleitung schauen. Dort gibt es wichtige Hinweise. Dazu zählen die Ansatzpunkte für den Wagenheber und das Anzugs-Drehmoment für die Radschrauben.

Unterlegkeile sind kein Fehler: Das Auto muss mit der Handbremse und der Parksperre oder dem ersten Gang gesichert sein. Unterlegkeile an einem anderen als dem zu wechselnden Rad bringen zusätzliche Sicherheit. Radmuttern oder Radbolzen müssen gelöst werden, solange das Auto noch auf den Rädern steht. Tipp von TÜV SÜD: Die Schrauben aber nur etwa eine Umdrehung lösen!

Rangierwagenheber sind nicht notwendig: Der serienmäßige Wagenheber, angesetzt an den dafür vorgesehenen Punkten, genügt für den Radwechsel. Rangierwagenheber sind bequemer zu bedienen, benötigen aber mehr Aufmerksamkeit und Geschick beim Ansetzen. Überhaupt raten die Profis von TÜV SÜD, die korrekte Befestigung des Wagenhebers vor dem Hochkurbeln sorgfältig zu überprüfen. Und so geht's weiter: Nur völlig frei hängende Räder abschrauben! Leichtes Rütteln löst es von der Narbe.

Sauberkeit ist unabdingbar: Sehr wichtig ist die Sauberkeit der Anlagefläche an der Innenseite des neuen Rads. Zur Reinigung eignet sich eine harte Bürste. Sie ist auch das richtige Werkzeug, um die Nabe selbst zu säubern. Nur saubere Anlageflächen gewährleisten ein sicheres und korrektes Festschrauben! Dies wird häufig übersehen, so der Hinweis von TÜV SÜD.

Richtige Position? Das ist keine Frage: Viele Autos verfügen heute über einen kleinen Führungsstift an der Nabe. Er ermöglicht den Ansatz der Felge in nur einer Stellung.

Bärenkräfte sind nicht erwünscht: Die Radmuttern oder -bolzen zunächst nur handfest anziehen! Steht das Auto nach dem Absenken wieder fest auf dem Reifen, gilt es, die Schrauben über Kreuz festzuziehen. Dabei darf nicht zu viel Kraft walten. Dies ist besonders bei Leichtmetallfelgen wichtig, die sonst Schäden davon tragen können. Zweitens können Befestigungsbolzen reißen, wenn sie "so stark wie möglich", vielleicht sogar mit einem verlängerten Schlüssel, angezogen werden. Achtung: Manche Winterräder haben andere Radbolzen. Nur die Radbolzen verwenden, die für die Räder vorgesehen sind.

Leichtmetall ist nicht gleich Stahl: Die Experten von TÜV SÜD empfehlen, einen Drehmomentschlüssel zum endgültigen Anziehen zu verwenden. Natürlich muss er auf den korrekten Wert eingestellt sein. Bei manchen Autos gelten für Leichtmetallräder andere Werte als für Stahlfelgen. Unbedingt nötig ist die zweite Kontrolle nach 50 bis 100 Kilometern Fahrt. Auch der richtige Luftdruck bedarf der Prüfung. Winterreifen werden heute mit demselben Wert gefahren wie Sommerreifen, wenn der Fahrzeughersteller nichts anderes vorschreibt.

Links hinten ist nicht rechts vorne: Damit die Sommerreifen im Frühjahr wieder an die richtige Stelle kommen, die Pneus einfach markieren. Wer die Position des abmontierten Rads auf die Innenseite schreibt, fährt nicht mit sichtbaren Markierungen herum. Es gibt übrigens spezielle Stifte für Gummi, die nicht so leicht verwischen.

Öl und Fett sind Fehl am Platz: Wohin am besten mit den Sommerreifen? Dazu soviel: Reifen mögen es gern kühl und trocken. Öl und Fett sind ihnen nicht so zuträglich. Saubere Pneus altern nicht so schnell. Der abschließende Tipp von TÜV SÜD: Die Reifen möglichst liegend lagern.

Weitere Informationen für Autofahrer gibt es unter www.tuev-sued.de unter der Rubrik Auto & Fahrzeuge.
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