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Acht Millionen Euro für Thüringer Wissenschaft

09.04. Kick-off für KI-Hochleistungscomputer in Ilmenau

(PresseBox) (Ilmenau, )
Das IT-Zentrum der staatlichen Thüringer Hochschulen erhält modernste ComputerTechnologie, die es ihnen ermöglichen wird, Forschung auf dem neuesten Stand der Technik zu betreiben. Bis 2028 wird eine State-of-the-ArtComputer-Plattform für daten- und rechenintensive KIAnwendungen und MachineLearning-Aufgaben eingerichtet, die dann allen zehn Hochschulen in Forschung und Lehre zur Verfügung stehen wird. Am 9. April findet der Kick-off des Projekts statt, bei dem der Thüringer Wissenschaftsminister Christian Tischner der TU Ilmenau einen Fördermittelbescheid über acht Millionen Euro übergeben wird. Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen, über den Termin zu berichten.

GPU/CPU-Cluster lautet die Zauberformel, mit der die staatlichen Thüringer Hochschulen ihre digitale Zukunft in der Forschung gestalten. Das IT-Zentrum mit Standorten an der TU Ilmenau und der Friedrich-Schiller-Universität Jena, das seit seiner Gründung 2015 den zehn Thüringer Hochschulen für Forschung und Lehre zur Verfügung steht, reagiert damit auf den rasant wachsenden Bedarf an hochkomplexer IT-Technologie in der Forschung.

Ein Quantensprung für die Thüringer Forschungslandschaft

Mit der acht Millionen Euro schweren Förderung wird ein hochmoderner GPU/CPUCluster aufgebaut. Ein solcher Computer-Cluster funktioniert wie ein riesiger Supercomputer: Er bündelt die Rechenkraft hunderter Computerprozessoren und Hochleistungsgrafikkarten, um Aufgaben zu lösen, für die herkömmliche Rechner Jahre benötigen würden. Dafür wird die Computertechnologie des IT-Zentrums der Thüringer staatlichen Hochschulen an aktuelle Anforderungen der Wissenschaft angepasst.

Die bisherige Infrastruktur – die aus den Cluster-Systemen MaPaCC in Ilmenau und Draco in Jena besteht – ist zu über 95 Prozent ausgelastet, stößt aber technisch an ihre Grenzen: Mit dem Grafikspeicher der aktuell genutzten A100-Generation von NVIDIA von 40 Gigabyte sind komplexe Simulationen und das Training großer Sprachmodelle nur begrenzt möglich. Nun hält die nächste Technologie generation Einzug: Die neuen H200-GPUs verfügen über 141 Gigabyte Grafikspeicher. Im Vergleich zu den Vorgängern ermöglichen sie ein bis zu neunmal schnelleres Training und eine 30-mal schnellere Ausführung von KI-Modellen, Fachleute sprechen von Inferenz. Ebenso wird das aktuellste Flaggschiff von NVIDIA beschafft: der B200 Grafikprozessor. Er bietet eine nochmals verdoppelte Leistung gegenüber der H200 bei deutlich geringerem Energiebedarf. Flankiert wird dieser Ausbau der IT-Infrastruktur durch Investitionen in optimierte, sehr schnelle Datenspeichersysteme.

Synergien für alle Thüringer Hochschulen

Der Computer-Cluster steht künftig allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der zehn staatlichen Thüringer Hochschulen zur Verfügung, die ihn kostenfrei nutzen können. Er ermöglicht rechenintensive Projekte, an der TU Ilmenau zum Beispiel zur Strömungsforschung für Wetter- und Klimaprognosen, für die Molekulardynamik, einer Computersimulationsmethode, mit der die physikalischen Bewegungen und Interaktionen von Atomen und Molekülen analysiert werden, oder zu Virtual- und Augmented-Reality-Technologien.

Gleichzeitig sichert die neue Technologie den Erfolg künftiger Verbundvorhaben, wie etwa des geplanten Nachfolgers der „Ilmenau School of Green Electronics“, in der nachhaltige, klimaneutrale Informationstechnologien entwickelt werden. Und landesweit erhöht die IT-Infrastruktur die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Thüringen für internationale Talente, Studierende ebenso wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Wissenschaftsminister Christian Tischner betont die strategische Bedeutung der Investition für das Bundesland: „Wir sind stolz darauf, mit dieser massiven Erweiterung der IT Infrastruktur der Thüringer Hochschulen einen Meilenstein für den Wissenschaftsstandort Thüringen zu setzen. Der neue CPU/GPU-Cluster ist weit mehr als nur ein technisches Upgrade: Für die Forschung im Freistaat ist er das Ticket in die internationale Spitzenliga.“

Zwei IT-Zentren – ein Erfolgsmodell

Bereits in der Vergangenheit wurde durch das Bekenntnis des Landes Thüringen zum Zwei-Zentren-Modell mit den Standorten Ilmenau und Jena massiv in das IT- Zentrum investiert. Während der Neubau in Ilmenau mit 250 Quadratmetern Rechenzentrumsfläche bereits 2023 in Betrieb ging, folgte Ende 2025 der Standort am Jenaer Inselplatz mit rund 600 Quadratmetern. Diese Infrastruktur, ist der Leiter des Ilmenauer Universitätsrechenzentrums Thomas Schröder überzeugt, bildet das Fundament, um das IT-Zentrum strategisch zu einem zentralen IT-Systemhaus auszubauen: „Unser Zwei-Zentren-Modell schafft eine einzigartige Synergie: Wir bündeln Expertise und Ressourcen so effizient, dass unsere Forscherinnen und Forscher in Geschwindigkeiten arbeiten können, die weltweit keine Konkurrenz scheuen müssen. Mithilfe von High-Performance-Computing und Künstlicher Intelligenz werden Thüringer Innovationen nicht nur mithalten können, sondern Maßstäbe setzen.“

Finanzierung und Laufzeit

Das Acht-Millionen-Euro-Projekt zur Förderung der forschungsbezogenen Infrastruktur läuft von Ende 2025 bis Ende 2028. Die Finanzierung setzt sich aus 60 Prozent EU-Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), 30 Prozent Thüringer Landesmitteln und einem 10-prozentigen Eigenanteil der Thüringer Hochschulen zusammen.

Kick-Off EFRE-Vorhaben „Förderung der forschungsbezogenen Infrastruktur der staatlichen Thüringer Hochschulen“ mit Übergabe Fördermittelbescheid:
09.04.2026, 10:00 Uhr
TU Ilmenau, Grace-Hopper-Bau
Helmholtzplatz 7, 98693 Ilmenau

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