Das neue Eichrechtskonzept für die AC-Ladesteuerung Charx control modular definiert den Energiezähler als alleinigen Bestandteil der sogenannten Messkapsel. Die Ladesteuerung übernimmt in diesem Modell ausschließlich die Rolle einer transparenten Schnittstelle zwischen dem Energiezähler und dem OCPP-Backend, ohne die eichrechtlich relevanten Daten zu verarbeiten oder zu verändern.
Diese konzeptionelle Neuausrichtung bringt zahlreiche Vorteile mit sich:
- Vereinfachte Zertifizierung: Die eichrechtlichen Prüfungen bleiben weiterhin ein zentraler Bestandteil der Zertifizierung. Allerdings wird der Prozess nun deutlich einfacher: Da der Ladecontroller nicht mehr Teil der Messkapsel ist, entfallen aufwändige Softwareprüfungen. Dazu zählen insbesondere die Validierung von Signier- und Entschlüsselungsmechanismen, die Verarbeitung der Messwerte sowie die Führung eines eichrechtlichen Logbuchs. Diese Vereinfachung reduziert den Prüfaufwand erheblich und beschleunigt die Zertifizierung.
- Zukunftssicherheit: Software-Updates des Ladecontrollers führen nicht mehr zum Verlust der Eichrechtszertifizierung – das Zertifikat bleibt weiterhin gültig.
- Flexibilität im Design: Die Software des Ladecontrollers ist nicht mehr auf ein spezifisches Energiezählermodell zugeschnitten. Dadurch können verschiedene Zählermodelle verwendet werden, was eine flexible und skalierbare Gestaltung der Ladelösung ermöglicht.
- Funktionale Gleichstellung für alle Nutzer: Mit dem neuen Eichrechtskonzept profitieren alle Anwender – unabhängig davon, ob die Eichrechtsfunktionalität aktiviert ist – von einem einheitlich hohen Funktionsumfang.
Die AC-Ladesteuerungen von Phoenix Contact sind aufgrund ihrer offenen Linux-Plattform optimal vorbereitet für IoT-Anwendungen, Smart Services und die Sektorenkopplung und nun auch für eine noch effizientere Umsetzung eichrechtlicher Anforderungen.