Ob Automotive oder Medical: Funktionale Sicherheit ist Dreh- und Angelpunkt zahlreicher Embedded-Systeme. Damit deren Software höchsten Anforderungen gerecht werden und gleichzeitig wirtschaftlich bleiben kann, bedarf es neuer Technologieansätze. Als moderne Programmiersprache mit hohen Sicherheitseigenschaften ist Rust geradezu prädestiniert für die Entwicklung von Embedded-Software – und findet damit zunehmend ihren Weg in die Entwicklungsabteilungen. Die jüngste Ausgabe der Perforce-Befragung „State of Automotive Software Development“ zeigt: Während im Vorjahr lediglich gut 9 Prozent der Befragen Rust in ihren Projekten nutzten, waren es 2025 bereits 11 Prozent – eine Veränderung, die auf einen stetigen Anstieg in der Nutzung von Rust hindeutet.
Beste Voraussetzungen für sicheren Code
Der Trend ist nicht unbegründet: Rust bietet nativ verschiedenste Mechanismen, die das Schreiben von unsicherem Code verhindern. In der High-Level-Logik eines Programms können sich nur schwer Fehler einschleichen; falls doch, bietet Rust Idiome, die es ermöglichen, Code besser zu ordnen und zu strukturieren, um deren Ausbreitung auf weitere Teile des Programms zu verhindern. Auch im Speichermanagement bietet Rust Vorteile: Seine neuartige, dynamische Speicherlösung basiert auf dem Eigentümerkonzept und enthält Regeln für die Eigentümerschaft von Speicher, die das Programm befolgen muss. Das Speichermanagement ist entsprechend automatisiert, der Programmcode erfordert keine Garbage Collection. Entsprechend ist Rust-Code deterministisch und vorhersagbar – und daher bestens für Embedded-Projekte geeignet.
Die Entwicklung mit Rust auf diesem hohen Level bringt viele Vorteile mit sich. Dennoch erfordern viele sicherheitskritische Projekte tiefgehendere Analysen, um für die erforderliche Code-Qualität zu sorgen, insbesondere da sich Sicherheitsstandards spezifisch für Rust derzeit noch in Entwicklung befinden. Hinzu kommt: Während neue Projekte auf Wunsch problemlos vollständig in Rust gehalten werden können, lassen sich bestehende Projekte – wie sie bei einem Großteil der Embedded-Hersteller vorhanden sind – nicht ohne weiteres in Rust neu schreiben. Entsprechend führt der Einzug von Rust in die Entwicklungsabteilungen in vielen Fällen zu Multi-Language-Projekten. Für den Produktivbetrieb ist dies meist kein Problem, denn Komponenten aus C, C++ oder Rust können in der finalen Lösung reibungslos miteinander kommunizieren. Sehr wohl erschwert die Sprachbarriere jedoch bestehende Prüf- und Testmechanismen: Eine programmweite Datenflussanalyse etwa lässt sich bislang nur schwer über Komponenten unterschiedlicher Sprachen hinweg realisieren.
Mit dem neuesten Update seiner Lösungen zur statischen Analyse, Perforce QAC und Perforce Klocwork, schafft Perforce nun Abhilfe: Durch die Unterstützung von Rust bringen die Analyse-Tools des DevOps-Spezialisten Komponenten sprachunabhängig zusammen und begreifen das gesamte Programm als holistische Einheit. Auf diese Weise werden Data-Flow-Analysen über das gesamte Projekt hinweg möglich. Entwicklungsabteilungen können damit von den Vorteilen von Rust für die Sicherheit ihrer Projekte profitieren, ohne auf zentrale Prüfinstrumente verzichten zu müssen.
KI unterstützt beim Verstehen und Beheben von Fehlern
Der anhaltende Fachkräftemangel hinterlässt auch seine Spuren in der Embedded-Branche. Arbeiten Entwickler-Teams dauerhaft über ihrem Limit, kann dies schnell die Qualität der Software negativ beeinflussen – eine Gefahr, die es insbesondere in sicherheitskritischen Bereichen unbedingt zu vermeiden gilt. Modernste künstliche Intelligenz kann Entwickler in diesem Kontext unterstützen, und dabei sowohl die Effizienz als auch die Qualität der Entwicklungsprozesse optimieren. Perforce bietet Kunden hierzu ab sofort die sogenannte „AI-Assisted Code Remediation“. Als Teil des Standard-Desktop-Packages für QAC und Klocwork steht sie dessen Nutzern ab sofort ohne Zusatzkosten zur Verfügung. Die Lösung ist ein IDE- und Code-Assist-Tool-agnostisches Feature und entsprechend mit beliebigen KI-Code-Assist-Agenten nutzbar, die MCP unterstützen.
Die AI-Assisted Code Remediation prüft Code während der Eingabe, identifiziert Fehler und schlägt unmittelbar eine passende Korrektur vor, die der Entwickler annehmen oder ablehnen kann. Ein Vergleichsfenster legt übersichtlich offen, was konkret geändert würde. Die Kontrolle über den Code verbleibt damit stets beim Entwickler. Gleichzeitig erklärt das Tool, warum Fehler genau auf diese oder jene Weise behoben werden sollten, sodass Entwickler Problemlösungen nicht zeitraubend von Grund auf selbst finden müssen. Damit Empfehlungen und Begründungen korrekt sind, wird die KI mit umfassenden „Trace-Data“ aus dem Analyse-System gefüttert.
Neuheiten bei Versionskontrolle und IPLM, Partnerschaft mit Siemens
Auch Perforces zentrale Lösung zur Versionskontrolle P4 unterstützt Entwickler-Teams mit neuen KI-Funktionen: Der neue MCP-Server von P4 verbindet sich sicher zu gewünschten KI-Tools, um Änderungen zu prüfen, Dateien zu untersuchen oder Updates zusammenzufassen. Damit wird es Anwendern möglich, KI-gestützte Workflows und Automatisierungen zu nutzen und zu entwickeln, ohne damit eine neue Risikoquelle einzuführen. Für ein optimiertes Asset-Management verbessern animierte Thumbnails im Digital Asset Management von P4 (P4 DAM) die Auffindbarkeit von Assets in Kollektionen, während Transition-Regeln den Review-Prozess vereinfachen.
Perforce IPLM, das Lifecycle-Management für geistiges Eigentum (IP), unterstützt ab sofort durch eine verbesserte Portfolio-Transparenz: Modernisierte Hierarchieansichten, kontinuierliches Scrolling und erweiterte Dashboards machen es leicht, große IP-Portfolios, Abhängigkeiten und Ressourcennutzung über verschiedene IP-Versionen und -Linien hinweg zu verstehen. Konfliktbereinigte Hierarchie-Vorschauen und verbesserte Event-Benachrichtigungen unterstützen Anwender dabei einzuschätzen, was entwickelt und was verändert wird, um so Entscheidungen zu verbessern und Integrationsrisiken zu reduzieren.
Beide Lösungen stellen zudem Kernelemente für ein zentrales Ökosystem dar, das Perforce in Zusammenarbeit mit Siemens entwickelt, um damit die Art und Weise zu transformieren, wie smarte, vernetzte Produkte designt und erstellt werden. So wird es Teams möglich, etwa autonome Fahrzeuge, IoT-Geräte oder Halbleiter der nächsten Generation schneller und effizienter zu entwickeln. Die initiale Integration der Lösungen Perforce IPLM und P4 mit der Siemens Solido IP Validation Suite optimiert die Verwaltung geistigen Eigentums, sorgt für eine konsistente Validierung und skaliert nahtlos mit der Komplexität des Designs.
Expertenvorträge auf der Embedded World
Vertieft werden die zentralen Themen des Messeauftritts im Rahmen dreier Expertenvorträge, mit denen sich Perforce am Konferenzprogramm der Embedded World beteiligt:
- „Rust Guidelines and Standards - A State of the Field Report“ (10. März, 13:45 Uhr):
- „Addressing Functional Safety with Rust“ (11. März, 13:15 Uhr):
- „The Current State of Automotive Software Development“ (11. März, 10 Uhr):
Perforce Software auf der Embedded World 2026
Alle Neuheiten von Perforce Software rund um die Frage, wie Zukunftstechnologien die Embedded-Entwicklung sicherer machen können, präsentieren die Experten des Unternehmens interessierten Fachbesuchern am Unternehmensstand mit der Nr. 4-510 in Halle 4. Anfragen für Pressetermine nimmt Phronesis PR unter +49(0)821/444-800 sowie per E-Mail an info@phronesis.de gerne entgegen.
Weitere Informationen zu den Perforce-Lösungen für die Embedded-Branche sind hier abrufbar.