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Stiftung MRN würdigt neue Ideen im Ehrenamt

(PresseBox) (Mannheim, )
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- Bürgerpreis im Mannheimer Rosengarten vergeben
- Preisträger aus Heidelberg, Einhausen und Mannheim
- 30.000 Euro Startkapital für Ehrenamtsprojekte

Viele glückliche Gesichter gab es gestern Abend bei der Verleihung des Bürgerpreises der Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar im Mannheimer Rosengarten: Über 10.000 Euro Preisgeld kann sich in der Kategorie "Junioren" ein Studierenden-Team aus Heidelberg freuen, das unter dem Motto "Rock your Life!" jungen Hauptschülern bei der Berufswahl und -vorbereitung unter die Arme greift. Ebenfalls 10.000 Euro gehen in der Kategorie "Profis" an die "Streuobstwiesenretter" aus dem Kreis Bergstraße, die mit ihrem Projekt "Saft aus herrenlosem Obst" Naturschutz, Landschaftspflege und Umweltbildung verbinden. In der Kategorie "Starter" entschied sich der Stiftungsrat unter Vorsitz von Dr. h.c. Manfred Lautenschläger dazu, das Preisgeld in einen Haupt- und zwei Sonderpreise aufzuteilen: Mit 5.000 Euro wird das Team "Heart Racer Rhein-Neckar" um die Heidelberger Triathletin Katja Schumacher unterstützt, das behinderten Kindern eine sportliche Betätigung ermöglichen möchte. Je 2.500 Euro fließen an die beiden Mannheimer Projekte "MEMORiKKS" und "Tier-Notengel Metropolregion". Das Preisgeld dient der ehrenamtlichen Umsetzung der Projektideen. Insgesamt gingen 61 Bewerbungen ein, von denen neun ins Rennen um die zum dritten Mal vergebene Auszeichnung gingen.

"Mit dem Bürgerpreis unterstützt die Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar Menschen, die das Ehrenamt mit neuen Ideen bereichern und stärken. Die Preisträger nehmen sich in besonderer Weise gesellschaftlicher Themen wie Bildungsgerechtigkeit, Umweltschutz oder sozialer Teilhabe von Benachteiligten an und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum guten Miteinander in der Region", so Dr. h.c. Manfred Lautenschläger, Vorsitzender des Stiftungsrates.

Nominierte leuchtende Vorbilder

In seiner Begrüßung würdigte Lautenschläger die neun nominierten Bewerberteams aus Einhausen, Heidelberg, Hockenheim, Ludwigshafen und Mannheim als leuchtende Vorbilder für die gesamte Region. Allesamt hätten sie die Jury und den Stiftungsrat nicht nur mit ihren in die Zukunft gerichteten Projektideen tief beeindruckt, sondern auch mit der Leidenschaft und Energie, die in jeder einzelnen Bewerbung stecke. Hiervon konnte sich im Verlauf des Abends auch das Publikum überzeugen: Bevor die Laudatoren auf die Bühne schritten und kategorienweise die Preisträger bekanntgaben, wurden die Finalisten in kurzen Filmbeiträgen vorgestellt.

Von Schaffenskraft des Ehrenamts beeindruckt

Ein Bild von der enormen Schaffenskraft des Ehrenamts konnten sich die rund 650 Festgäste auch im Foyer des Musensaals bei einer Fotoausstellung zum Freiwilligentag 2012 machen. Unter dem Motto "wir schaffen was" gingen am 15. September zum Auftakt der regionalen Ehrenamtswoche über 5.800 Helfer in rund 260 gemeinnützigen Projekten gemeinsam ans Werk. "Es war großartig mitzuerleben, mit wie viel Elan und Freude die Menschen vielerorts angepackt haben", so Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender des Vereins Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und der Hornbach Holding AG. In seinen Grußworten dankte Hornbach den Helfern, von denen viele zur Verleihung des Bürgerpreises in den Rosengarten gekommen waren. "Dank des Engagements der vielen Ehrenamtlichen in Vereinen, in Kirchen, in Schulen, in Bibliotheken oder sozialen Hilfseinrichtungen ist unsere Region so lebens- und liebenswert", so Hornbach. Äußerst beeindruckt vom bürgerschaftlichen Engagement in der Metropolregion Rhein-Neckar zeigte sich auch Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung im Staatsministerium Baden-Württemberg. In ihrer Rede betonte sie die große Bedeutung des Ehrenamts für die gesellschaftliche Entwicklung und lobte die hervorragende Arbeit der MRN im Bereich Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement. Anerkennung, Wertschätzung und Unterstützung wie etwa durch den Bürgerpreis, den Freiwilligentag oder das Bürgermonitoring seien vorbildlich.

Bürgerpreis bildet Abschluss der "wir schaffen was"-Woche

Die festliche Bürgerpreisverleihung bildete den Abschluss der regionalen Ehrenamtswoche, die wie bereits 2008 und 2010 in die bundesweite Woche des bürgerschaftlichen Engagements eingebettet war. Durch den Festakt führte ZDF-Moderator Norbert König. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte neben der Mannheimer Band "marie & the red cat" der Weinheimer Chor "vivida banda". Die Jugendlichen um Kantorin Anne-Christine Langenbach gewannen im Jahr 2010 mit ihrem Projekt "Alte Lieder - Jung entdeckt" den Bürgerpreis in der Kategorie "Junioren". Das Preisgeld diente der Produktion des Büchleins "Jetzt wärd gsunge!", das 46 fast vergessene Volks- und Heimatliedern beinhaltet. Es erschien vor kurzem bei Schäfer-Edition und ist dort sowie im Evangelischen Bezirkskantorat für 6,90 Euro zu erwerben.

Zur Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar:

Die Stiftung Metropolregion Rhein-Neckar wurde 1999 als Stiftung Rhein-Neckar Dreieck gegründet. Seit 2008 vergibt sie im jährlichen Wechsel den Bürgerpreis und den MRN-Innovationspreis. Der MRN-Innovationspreis soll die Exzellenz der Forschung und Wissenschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar hervorheben und das Innovationsklima fördern. Er ist mit insgesamt 35.000 Euro dotiert. Der Bürgerpreis ist mit 30.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden in den drei Kategorien "Junioren", "Starter" und "Profis" Initiativen, die mit ehrenamtlich umgesetzten Ideen das Miteinander in der MRN stärken und fördern oder gemeinsam gesellschaftliche Herausforderungen angehen. Dem Stiftungsrat gehören an: Dr. h.c. Manfred Lautenschläger (Vorsitzender), Dr. Manfred Fuchs (stell. Vorsitzender), Prof. Dr. Peter Frankenberg und Dr. Josef Zimmermann. Den Stiftungsvorstand bilden Kirsten Korte und Wolf-Rainer Lowack.

Die Preisträger in der Kategorie "Junioren"

Der Verein "ROCK YOUR LIFE!" Heidelberg wurde im Jahr 2011 von Studierenden der dortigen Universität gegründet. Die Initiative hat zum Ziel, jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen und sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken. Dabei werden Bildung und Berufsorientierung als wichtigste Schlüssel zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe gesehen. Dementsprechend sollen junge Hauptschüler ab Klasse 8 systematisch von ehrenamtlichen Coaches begleitet werden, die individuelle Stärken aufzeigen und fördern, bei der Berufswahl beraten sowie Kontakte zu Unternehmen herstellen. Das Coaching wird ausschließlich von Studierenden übernommen, wodurch leichter ein freundschaftliches Vertrauensverhältnis aufgebaut werden kann. Nach einem Testlauf soll mit dem Schüler-Coaching zum Schuljahr 2012/13 zunächst an zwei Schulen in Heidelberg gestartet werden.

Die Preisträger in der Kategorie "Starter"

Das Projektteam "Heart Racer Rhein-Neckar" besteht aus der Heidelberger Triathletin Katja Schumacher und sechs weiteren Sportlern. Ziel des Zusammenschlusses von Sportlern aus der Region ist es, benachteiligte Kinder zu unterstützen. Dem gemeinsamen Engagement liegt die Überzeugung zugrunde, dass Sport und Bewegung Menschen motiviert und glücklich macht. Insbesondere Kinder mit Behinderung sind jedoch häufig ausgeschlossen. Die Heart Racer wollen durch Patenschaften unterstützen und bei der Finanzierung z.B. von Renn-Rollstühlen oder Sprungprothesen helfen. Bei Spendenläufen soll Geld gesammelt werden, welches behinderten und benachteiligten Kindern ermöglicht, Sport zu treiben und selbst an Wettkämpfen teilzunehmen. Auch hierbei werden sie vom Heart Racer-Team unterstützt.

Die Projektidee "MEMORiKKS" wurde von der Gruppe "Jedermann - die Mit-machKunst" eingereicht, deren Mitglieder sich zum Teil schon seit über 20 Jahren für das Miteinander der Menschen im Mannheimer Stadtteil Jungbusch einsetzen. Die bislang von der Projektgruppe ins Leben gerufenen Aktionen haben zum Ziel, den Dialog und das gegenseitige Verständnis als wichtigste Voraussetzung für den respektvollen Umgang der Bewohner untereinander zu stärken. Bei "MEMORiKKS" handelt es sich um ein Quiz, das spielerisch 32 Kulturstätten und Baudenkmäler der Stadt Mannheim erklärt. Die 20x20 Zentimeter großen Holztafeln wurden von den Bewohnern des Stadtteils und Besuchern des Stadtteilfestes gestaltet. Nun sollen die Kunstwerke zusammen mit erklärenden Tafeln in der Dalbergstraße aufgestellt werden. Das Spiel kann künftig auch an weiteren Orten präsentiert und auf weitere Themen und Orte ausgeweitet werden.

Sabine Patterson ist die Initiatorin des Projekts "Tier-Notengel Metropolregion", das zunächst mit zwei Mitstreitern gestartet und durchgeführt wird. Geplant ist die Gründung eines Netzwerks, das Haustiere von Menschen versorgt, die vorübergehend ins Krankenhaus müssen und keinerlei Hilfe bei der Betreuung ihrer Tiere haben. Es soll ihnen die Sorge um ihr Haustier genommen werden, damit sie sich voll auf die Gesundung konzentrieren können. Das Projektteam will zum einen tierliebe und soziale Menschen finden (55+ sowie Schüler/Studierende), die zeitweise die Pflege der Tiere übernehmen können. Zum anderen soll der Kontakt zu Sozialstationen, Tierheimen und anderen bestehenden Initiativen aufgenommen werden, um über das neue Angebot zu informieren.

Die Preisträger in der Kategorie "Profis"

Ein Viererteam hat die Initiative "Streuobstwiesenretter" im Kreis Bergstraße ins Leben gerufen. Das Projekt "Saft aus herrenlosem Obst" verbindet Naturschutz, Landschaftspflege und Umweltbildung. Schulen und Kindergärten sollen dabei helfen, "herrenloses Obst" zu sammeln, das dann in zwei lokalen Keltereien zu Saft weiterverarbeitet wird. Die Freiwilligen erhalten als Dank eine Saftspende. Darüber hinaus werden Flaschen oder Saftboxen mit selbstgestalteten Etiketten versehen und verkauft. Der Erlös fließt wiederum in die Streuobstwiesen-Projektarbeit, z.B. einen naturkundlichen Lehrpfad. Durch das Projekt werden Bewusstsein und Wertschätzung der Menschen für Streuobstwiesen und die heimische Biodiversität gesteigert.

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