Nach der Stilllegung der Bahnstrecke Calw–Weil der Stadt (Hermann-Hesse-Bahn) siedelten sich bedrohte Fledermäuse in zwei Tunneln an. Um ihren Lebensraum zu schützen und gleichzeitig die Reaktivierung der Bahnstrecke zu ermöglichen, entwickelte LEONHARD WEISS, auf Anforderung der Arbeitsgemeinschaft „Fledermauseinhausung“ mit der Schleith GmbH Baugesellschaft, eine maßgeschneiderte Lösung. Ein Team von LEONHARD WEISS, bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Ressort Technik, dem Gleisbau Göppingen sowie dem Straßenbau Göppingen, konstruierte ein neuartiges Greifersystem, das eine spezielle Greiferklemme mit Rotator und Tiltgelenk kombiniert. Mit diesem System konnten über 600 Betonelemente in 17 verschiedenen Bauformen – jeweils bis zu acht Tonnen schwer – sicher, flexibel und präzise unter den engen Bedingungen im Tunnel versetzt werden.
Durch den gezielten Einsatz des Greifersystems konnten Bauzeit und Arbeitsaufwand erheblich reduziert und die Baukosten deutlich gesenkt werden. Ein Tunnelneubau wäre aus Kosten- und Naturschutzgründen keine Alternative gewesen. Die Entwicklung zentraler Komponenten wie Drehmechanismus und Tiltgelenk erfolgte in Eigenregie, ergänzt durch ein Logistikkonzept für den Transport der schweren Betonelemente.
Das Projekt verbindet technischen Fortschritt und aktiven Artenschutz auf beispielhafte Weise: Die Trennwand schützt bedrohte Fledermausarten dauerhaft und trägt gleichzeitig zur nachhaltigen Mobilität durch die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke bei. Bis zu drei Betonelemente pro Stunde konnten gesetzt werden – ein Beleg für die Praxistauglichkeit und Effizienz der Eigenentwicklung.
Die Auszeichnung mit dem VDBUM-Förderpreis unterstreicht die Innovationskraft und das technische Know-how von LEONHARD WEISS und setzt neue Maßstäbe für nachhaltige Bauverfahren im Infrastrukturbereich.