Damit ist für die Mehrheit der Wechsler Ökostrom inzwischen die bevorzugte Wahl und hat sich als Standard im Markt etabliert. Besonders dynamisch entwickelt sich dabei die Nachfrage nach zertifizierten Ökostromtarifen mit dem ok-power-Label.
Während sich im Strommarkt Nachhaltigkeit klar als Standard etabliert hat, bleibt sie auch im Gasmarkt ein relevantes Differenzierungsmerkmal: Rund ein Drittel der Gaswechsler entscheidet sich für Klimagastarife. Damit steigt die Nachfrage weiter an, bleibt jedoch unter den Spitzenwerten früherer Jahre.
Regionale Unterschiede beim Wechselverhalten
Neben der klassischen Auswertung zentraler Markt- und Tarifkennzahlen legt die Wechslerstudie Energie im zweiten Halbjahr 2025 einen besonderen Fokus auf regionale Unterschiede im Wechselverhalten. Die Analyse der regionalen Ökostrom-Präferenzen zeigt bspw. ein Nord-Süd-Gefälle. In den nördlichen Postleitzahlregionen ist die Ökostrompräferenz leicht höher ausgeprägt als im Süden Deutschlands. So weisen die PLZ-Gebiete 1 und 2 mit 82,4 % die höchste Ökostromabschlussquote auf, wohingegen in den PLZ-Gebieten 7 und 8 ein niedrigerer Anteil verzeichnet wurde.
Auch zwischen städtischen und ländlichen Regionen zeigen sich Unterschiede. Wechsler in größeren Städten entscheiden sich tendenziell häufiger für Ökostromtarife als Wechsler in ländlichen Regionen.
Neben unterschiedlichen Tarifpräferenzen unterscheidet sich auch die demografische Struktur der Wechsler je nach Region teilweise deutlich. Diese Differenzierung liefert wertvolle Ansatzpunkte für eine gezieltere Vertriebssteuerung und regionale Marktbearbeitung.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich: Kunden entscheiden heute differenzierter als noch vor wenigen Jahren. Neben Preis und Nachhaltigkeit gewinnen Qualitätskriterien und regionale Unterschiede für die Vertriebssteuerung zunehmend an Bedeutung“, so Klaus Kreutzer von Kreutzer Consulting.
Die Wechslerstudie Energie 2. Halbjahr 2025 bietet eine umfassende Analyse zentraler Marktkennzahlen, Kundenstrukturen und Tarifentscheidungen. Sie liefert Energieversorgern, Vertriebsverantwortlichen und Marktanalysten fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen und zukünftige Trends.
Über die Wechslerstudie Energie
Die Wechslerstudie Energie untersucht halbjährlich auf Basis von Verivox-Wechslerdaten und ergänzenden Analysen von Kreutzer Consulting, wie sich das Wechselaufkommen im deutschen Strom- und Gasmarkt entwickelt hat. Neben dem Privatkundensegment bildet die Studie auch das Gewerbe-SLP-Segment ab. Im Haushaltskundenbereich wird, wo möglich, zwischen Erst- und Mehrfachwechslern unterschieden, um Unterschiede zwischen erfahrenen und weniger erfahrenen Wechslern abzubilden.
Im Fokus der Studie steht die Untersuchung der Struktur der Wechsler im Hinblick auf Alter, Geschlecht und Verbrauch sowie die Unterscheidung zwischen umzugsbedingten und normalen Wechseln. Zudem wird analysiert, welche Tarifbestandteile die Wechsler wählen, z.B. im Hinblick auf Ökotarife, Neukundenboni, Vertragslaufzeiten oder Preisgarantien.
Ebenso wird anhand von drei Anbieterkategorien untersucht, von welchen Versorgern die Kunden wegwechseln und bei welchen Anbietergruppen sie neue Verträge abschließen.
Das aktuelle Sonderthema beschäftigt sich mit den regionalen Unterschieden im Wechselverhalten auf Basis einstellig abgegrenzter Postleitzahlgebiete.
Die Studie kann bei Kreutzer Consulting einzeln oder im vergünstigten Abo (2 Ausgaben pro Jahr) bezogen werden.