- Fahrzeugverkäufe in Mittel- und Osteuropa gehen 2009 deutlich zurück
- Polen ist mit mehr als 33 Prozent aller Verkäufe der größte Markt dieser Region
Nach Angaben der Marktbeobachter von JATO Dynamics aus Limburg hat es im ersten Halbjahr 2009 einen erheblichen Rückgang der Verkaufszahlen auf den mittel- und osteuropäischen Neufahrzeugmärkten gegeben. Mit Ausnahme von Kia sind dabei alle wichtigen Marken betroffen. Der Grund liegt in der Wirtschaftskrise, mit der auch diese Region zu kämpfen hat, obwohl sie einmal der größte Leistungsträger Europas im Neufahrzeugverkauf war.
Der größte Markt innerhalb Mittel- und Osteuropas bleibt Polen mit 168.888 verkauften Fahrzeugen innerhalb der ersten sechs Monate in 2009 (plus 0,1 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008). Das entspricht einem Drittel der insgesamt 504.641 verkauften Fahrzeuge in der Region.
Abgesehen von Polen sind die Verkaufszahlen im Jahrestotal nur noch in der Slowakei gestiegen (plus 3,6 % auf 45.728 Fahrzeuge). Alle anderen Märkte hatten unter zum Teil großen Einbußen zu leiden: Lettland (-73,7 %), Litauen (-67,9 %), Estland (-62,4 %) und Kroatien (-48,6 %) gehören zu den am stärksten betroffenen Ländern.
"Das in den vergangenen Monaten zunächst noch rasante Wachstum der mittel- und osteuropäischen Neufahrzeugmärkte wurde sehr stark abgebremst", sagt David Di Girolamo, Leiter von JATO Consult. "Die Region hatte bereits zu den westeuropäischen Märkten aufgeschlossen, wird jetzt allerdings stark von der Rezession in Mitleidenschaft gezogen."
Erheblich vom Rückgang betroffen ist auch Ungarn. Hier sanken die Verkaufszahlen zum Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres um 42.390 Fahrzeuge. "Die strengere Darlehenspolitik der Finanzinstitutionen und die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung vom 1. Juli 2009 von 20 auf 25 Prozent werden nicht zu einer Erholung des Marktes beitragen", kommentiert Di Girolamo. "Industrieexperten und Marktanalysten hoffen, dass die Abwrackprämien, die bereits die westeuropäischen Märkte stimuliert haben, auch hier eingeführt werden können. Aber dafür gibt es derzeit noch keine Anzeichen."
Marken
Skoda war im ersten Halbjahr 2009 die meist verkaufte Fahrzeugmarke, gefolgt von Volkswagen und Ford. Jedoch erlitten alle Volumenmarken Verluste - bis auf Kia, deren Verkaufszahlen um 3,5 % auf 23,691 Fahrzeuge stiegen.
Modelle
Der Octavia und der Fabia von Skoda nahmen die ersten Plätze in der Verkaufsrangliste für das erste Halbjahr 2009 ein, während der Dacia Logan mit einem erheblichen Rückgang seiner Verkaufszahlen (-56 %) vom ersten Platz im vergangenen Jahr auf den dritten Platz zurückgefallen ist. Die einzige wirklich starke Leistung erbrachte der Fiat Punto, der sich um 19,8 % verbessern und sich in der Rangliste 2009 den fünften Platz sichern konnte (14.237 Fahrzeuge). Der Cee'd von Kia und der Volkswagen Golf verzeichneten ebenfalls einen - wenn auch bescheidenen - Anstieg ihrer Verkaufszahlen.
Trends
"Mittel- und Osteuropa bleibt bei Kauftrends und Kundengeschmack eine besondere Region", bilanziert Di Girolamo. "Dennoch ist sie nicht gegen die Auswirkungen der globalen Rezession gefeit und somit kein Wachstumsgarant mehr."