Mit Hybrid-TV befasst sich auch das Panel "Das Internet übernimmt den Fernseher: Wer gibt künftig den Takt an?", das IRT und Bayerischer Rundfunk gemeinsam veranstalten. Hochkarätige Referenten von ARD Digital, dem Bayerischen Rundfunk, CBC/RTL, MediaManagementHamburg, Philips und dem IRT diskutieren am 30. Oktober um 14:30 Uhr über Chancen und Risiken des Zusammenwachsens von Fernsehen und Internet.
Das digitale Fernsehen steht vor dem nächsten großen Entwicklungsschritt, dem Zusammenwachsen mit dem Internet. Fast alle Hersteller haben auf der IFA 2009 mindestens ein TV-Gerät mit Internetzugang präsentiert. Da diese Geräte sowohl mit einem Rundfunknetz als auch mit dem Internet verbunden sind und Inhalte aus beiden Netzen präsentieren, werden sie auch "Hybrid-Geräte" genannt. Auf diesen Geräten lässt sich in der Regel ein "Portal" starten, über das verschiedene Angebote aus dem Internet aufgerufen werden können. Doch bleibt - obwohl den gleichen Bildschirm nutzend - auf diesen Geräten Fernsehprogramme und Internet letztlich getrennt. Damit geht allerdings ein großes Potenzial für Dienste verloren, die sich gerade aus der Verbindung der beiden Massenmedien ableiten lassen.
Zur IFA 2009 haben führende Unternehmen der europäischen Fernsehindustrie die Einführung von Hybrid Broadcast Broadband TV (HbbTV) bekannt gegeben, um auf Basis einer offen zugänglichen Technik Fernsehprogramme und Mehrwertangebote aus dem Internet intelligent zu verbinden. Das breite Konsortium setzt sich zusammen aus den Rundfunksendern Canal+, France Television und TF1, dem IRT, dem Satellitenbetreiber SES ASTRA sowie den Softwareunternehmen ANT und OpenTV. Eine Liste aller Firmen sowie der Gerätehersteller findet sich im Internet unter: www.hbbtv.org.
Mit HbbTV lassen sich Fernsehprogramme mit Internetangeboten auf der Grundlage von HTML (Hypertext Markup Language) als Basistechnologie verknüpfen. Die dabei verwendete Technik orientiert sich an marktüblichen Standards und Internet-Technologien von Open IPTV Forum (OIPF), Consumer Electronic Association (CEA), Digital Video Broadcasting (DVB) und World Wide Web Consortium (W3C). Mit HbbTV können per "Red Button"-Taste der Fernbedienung aus einem laufenden Fernsehprogramm heraus HTML-Seiten direkt gestartet werden. Damit lassen sich TV-Editionen der Mediatheken starten, damit Sendungen zeitversetzt vom Zuschauer abgerufen werden können.
Auch für den Teletext ergeben sich mit Optionen für Abbildungen und Grafiken sichtlich bessere Darstellungen im Zeitalter des hochauflösenden Fernsehens. Die HTML-Umgebung ermöglicht dabei eine ganze Reihe von neuen Funktionalitäten: Ein verkleinertes Fernsehbild kann in HTMLSeiten integriert werden und von der HTML-Seite kann direkt auf ein anderes Fernsehprogramm umgeschaltet werden. Darüber hinaus lassen sich synchron zum Fernsehprogramm Menüfunktionen und Nachrichtenticker transparent über das laufende Fernsehbild legen. HbbTV stellt aber sicher, dass die Integrität der Rundfunkprogramme nicht durch unkontrollierte Internetdienste beeinträchtigt wird.
Während der MEDIENTAGE MÜNCHEN 2009 gibt das IRT in Zusammenarbeit mit ARD Digital und dem Bayerischen Rundfunk einen Einblick in die Angebotskonzepte. Am Messestand des IRT werden erste Geräteprototypen verschiedener Hersteller vorgestellt und die Experten informieren zur Leistungsfähigkeit des neuen Standards.
Dazu sagt Dr. Klaus Illgner-Fehns, Direktor des IRT: "Die Spezifikation Hybrid Broadcast Broadband Television nutzt und kombiniert offen, international standardisierte Elemente. Dies ist eine wichtige Grundlage für den chancengleichen und freien Zugang für alle Marktteilnehmer. Nur damit kann sichergestellt werden, dass Anwendungen von Inhalteanbietern nur einmal aufbereitet werden müssen und diese dann dem Verbraucher auf allen Rundfunkverbreitungswegen, wie Satellit, Kabel, Breitband und Antenne sofort zugänglich sind. Konsumenten steht damit potenziell ein sehr umfangreiches Medienangebot, aber auch weitergehende Internetangebote auf dem TV-Gerät zur Verfügung. Diese Vorgehensweise dürfte die Marktentwicklung nachhaltig befördern."
Weitere Informationen über das Panel auf den MEDIENTAGEN MÜNCHEN am Freitag, 30. Oktober 2009, 14:00 - 15:30 Uhr Panel-Nr. 5.7 - Das Internet übernimmt den Fernseher: Wer gibt künftig den Takt an?
Moderation: Helwin Lesch, Leiter Hauptabteilung Programm-Distribution, Bayerischer Rundfunk Teilnehmer:
Michael Albrecht, ARD-Koordinator (DVB), Programmdirektion Erstes Deutsches Fernsehen, Potsdam Volker Blume, Technischer Produktmanager, Philips, Hamburg Klaus Merkel, Fachreferent Plattformen für Rundfunkdienste, IRT, München Andre Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung, Cologne Broadcasting Center, Köln Jan Wendt, Geschäftsführer, MediaManagementHamburg, Hamburg
Über Hybrid Broadcast Broadband TV
HbbTV ist eine neue pan-europäische Initiative, die dem Rundfunk, alternativ zu proprietären Techniken, ein offenes technisches System bietet, um Mehrwert- und Abrufangebote für den Konsumenten bereitzustellen. Das breite Konsortium setzt sich zusammen aus den Rundfunksendern Canal+, France Television und TF1, der deutschen Forschungseinrichtung Institut für Rundfunktechnik, dem Satellitenbetreiber SES ASTRA sowie den Softwareunternehmen ANT und OpenTV. Eine Liste aller Firmen sowie der Gerätehersteller findet sich im Internetangebot unter: www.hbbtv.org. Die Firmen stimmen darüber ein, eine durchgängige Kompatibilität von Produkten und Lösungen in einem schnell wachsenden Markt von hybriden Geräten in Europa sicherzustellen. HbbTV wird von Rundfunkanstalten und der CE-Industrie breit unterstützt. Detaillierte Informationen sowie auch Informationen zu den ersten Versionen der Spezifikation können dem Internetangebot unter www.hbbtv.org entnommen werden.