Erfolgsbilanz und das Ziel für 2045
Die Feuerverzinkungsindustrie hat ihre Emissionen in der Vergangenheit bereits mehr als halbiert. Durch den Verzicht auf ölbeheizte Kessel, konsequente Effizienzmaßnahmen und hohe Recyclingquoten stößt die Branche heute pro Tonne verzinktem Stahl 55 Prozent weniger Treibhausgase aus als noch 1990. Schon heute wirtschaftet die Industrie in hohem Maße zirkulär. Das eingesetzte Zink sowie alle notwendigen Chemikalien sind vollständig recycelbar und die Nutzung von Abwärme zum Heizen der Produktionshallen ist längst gelebter Branchenstandard. Auf dieser Grundlage zeigt die Roadmap, was bis Mitte des Jahrhunderts erreichbar ist.
Carl-Otto Gensch vom Öko-Institut betont: „Durch weitere Ausschöpfung von Maßnahmen der Energieeffizienz, der Elektrifizierung der Beheizung der Verzinkungsöfen, des Ausbaus an Erneuerbaren Energien sowie durch den Bezug von Low-Carbon-Zink ist auch absolut gesehen eine weitgehende Reduktion der THG-Emissionen um 90 % ggü. 1990 bis ins Jahr 2045 möglich.“
Drei Kernforderungen an die Politik
Der größte Teil der verbleibenden Emissionen entsteht durch die Beheizung der Zinkkessel, die derzeit primär mit Erdgas erfolgt. Die Umrüstung auf grünen Strom ist technologisch möglich, erfordert von den Unternehmen jedoch immense Investitionen. Damit diese Umgestaltung gelingt, formuliert der Bundesverband drei zentrale politische Forderungen:
- Mittelstandstransformationsfonds (MTF):Schwer zugängliche Förderinstrumente bremsen den Wandel. Ein gezielter Fonds soll mittelständische Industrieunternehmen bei den hohen Vorabinvestitionen für den Wechsel von Erdgas auf elektrifizierte Technologien unterstützen, Investitionen beschleunigen und Risiken senken.
- Langfristiger Dekarbonisierungsstrompreis:Die Elektrifizierung einer Verzinkungsanlage funktioniert nicht von heute auf morgen. Da der aktuelle Industriestrompreis bis 2028 befristet ist, fehlt den Betrieben die Planungssicherheit für diese langfristigen Investitionen. Sie müssen sich darauf verlassen können, auch nach dem Umstieg auf Strom wettbewerbsfähig arbeiten zu können.
- Schnellere Netzanschlüsse und Netzausbau:Für elektrifizierte Anlagen braucht es leistungsfähige und verlässliche Anschlüsse an das Stromnetz. Unternehmen warten oft mehrere Jahre auf leistungsstärkere Anschlüsse. Hier sind beschleunigte Anschlussverfahren und eine bessere Koordination der Verteilnetzbetreiber zwingend erforderlich.
Weitere Informationen finden Sie hier sowie direkt beim Öko-Institut.