Im ICT Sustainability Index werden die so genannten G20-Länder nach Punkten gelistet; diese Nationen sind für über 70 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) und der weltweiten Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Nach Meinung der IDC-Experten kann der ICT Sustainability Index diesen Ländern dabei helfen, ihre IKT-Investitionen in wichtigen Branchen wie z.B. produzierende Industrie, Transport und Wohnungswesen im Rahmen ihrer Gesamtstrategie für die Bekämpfung des Klimawandels entsprechend zu priorisieren. Anhand der im Index verteilten Punkte kann IDC zudem die Anstrengungen und Bemühungen der einzelnen Länder zur Erreichung einer langfristigen ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit gerecht und transparent klassifizieren.
"Wir sind davon überzeugt, dass wir es mit diesem Index geschafft haben, das ökonomische, energetische und IKT-Profil dieser Länder so zu standardisieren, dass man damit feststellen kann, ob und in welchem Umfang ein Land in der Lage ist, durch Informations- und Kommunikations-Technologie seinen CO2-Ausstoß zu verringern", sagte Vernon Turner, Senior Vice President des Bereichs Enterprise Infrastructure, Consumer & Telecom Research bei IDC. "Länder mit so unterschiedlichen Merkmalen wie Australien, Brasilien, Kanada, China und die USA können jetzt ebenfalls miteinander verglichen werden. Die G20-Länder wurden auf Basis der Punktebewertung aus unserer Analyse zudem in fünf Stufen unterteilt. Jedes Land möchte natürlich am liebsten höher eingestuft werden, aber viel wichtiger ist doch zu verstehen, warum ein bestimmtes Land auf genau dieser Stufe angesiedelt ist."
Sechs der G20-Staaten, u.a. Japan, China und Indien, kommen aus dem asiatischpazifischen Raum. "Selbstverständlich spielt Asien im ICT Sustainability Index eine wichtige Rolle" sagte Philip Carter, Associate Research Director für Green IT & Sustainability Research bei IDC. "Wir rechnen damit, dass einige dieser Länder die Chance wahrnehmen und den Index als Hilfsmittel zur Verringerung ihrer CO2-Emissionen nutzen. Ebenso gehen wir davon aus, dass manche Länder ihr Ranking im Index als Herausforderung betrachten."
Die höchste Konzentration an Industrienationen weist Westeuropa auf; deren Profile sind zwar ähnlich, aber dennoch gibt es im Ranking insgesamt erhebliche Unterschiede. Laut Chris Ingle, Associate Vice President, Consulting, ist "Europa eine vielfältige Mischung aus alten und neuen Nationen, die bestreiten, dass sie auf gleicher Basis miteinander verglichen werden können. Mit dem Index haben wir diese Herausforderung bewältigt und sind gerne bereit, die Ergebnisse zur Verfügung zu stellen."
Letztendlich ist der Energieverbrauch einer der wichtigsten Gründe für IKT-Entscheidungsträger, "grüne" und Nachhaltigkeitsinitiativen im IKT-Bereich in die Wege zu leiten. Roberta Bigliani, Research Director bei IDC Energy Insights, meinte dazu: "Für die G20-Länder ist es wichtig, klare Pläne dahingehend aufzustellen, in welche Technologien Investitionen fließen sollen, denn fast 65% aller IKT-Entscheider sind der Meinung, dass der Energieverbrauch einen Einfluss darauf hat, wie "grün" IKT-Technologie sein kann."
Der Index wird von einem Bericht mit qualitativen Empfehlungen für die politischen Verantwortlichen ergänzt; er zeigt auf, wo IKT-Investitionen zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen können.
Die Ergebnisse des ersten IDC ICT Sustainability IndexTM werden auf einer internationalen Pressekonferenz am Donnerstag, 10. Dezember 2009 (13:30 - 17:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit) im Skuespilhuset (Schauspielhaus) in Kopenhagen/Dänemark vorgestellt. Unter www.idc.com/events/climate können sich Pressevertreter für die Konferenz registrieren. Des Weiteren können unter diesem Link eine Übersicht und die Agenda eingesehen und herunter geladen werden.
Der ICT Sustainability Index ist Bestandteil der ganzheitlich ausgelegten Green Initiative von IDC; sie soll Entscheidungsträgern ein Verständnis von der Rolle der Technologie bei der Adressierung der Herausforderungen und Möglichkeiten der heutigen Energie-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen vermitteln. Die Initiative wurde 2008 gestartet und hat seitdem wichtige Forschungsdaten über Strommanagement und Automatisierung im Rechenzentrum, die Förderung einer grünen Beschaffung im asiatischpazifischen Raum sowie Richtlinien für das Dokumentenmanagement im Unternehmensumfeld geliefert. Im Rahmen der "Industry Insights" Sparte von IDC wurde zudem bahnbrechende Forschungsarbeit geleistet, die klären hilft, wie in vertikalen Märkten bzw. Branchen, von produzierenden Unternehmen über das Gesundheitswesen bis hin zum öffentlichen Dienst, mit Hilfe modernster IT-Tools und -Services grüne Initiativen insgesamt unterstützt werden können. Schließlich gibt es noch den Green Recycling and Asset Disposal for the Enterprise (G.R.A.D.E.) Zertifizierungsprozess von IDC; er bewertet die Funktionen und Aufgaben der so genannten ITAD-Anbieter (IT Asset Disposal), also derjenigen IT-Firmen, die Unterstützung bei der Entsorgung von IT-Ressourcen anbieten, damit diese auch die strengsten gesetzlichen, Sicherheits- und Umwelt-Standards erfüllen.