Aus der Luft begutachten Experten der HanseWerk-Tochter SH Netz den Zustand der 1.049 Maste sowie Seile, Isolatoren und Armaturen. Für die Kontrolle steuert der Pilot den Hubschrauber bis auf wenige Meter an die Hochspannungsleitungen heran und verharrt für kurze Zeit im Schwebeflug neben ihnen. Auf diese Weise arbeiten sich Pilot und Crew mit höchster Konzentration Mast für Mast und Leitungsmeter für Leitungsmeter voran. Nach zwei bis drei Stunden muss der Hubschrauber dann zum Tanken landen, bevor der nächste Kontrollflug beginnen kann.
Die Befliegung der 110-kV-Leitungen per Helikopter ist ein wesentlicher Bestandteil verschiedener Arten der Zustandserfassung. Bei dieser Inspektionsart wird das Hauptaugenmerk auf die „Beseilung“, d.h. die Leiter und Erdseile sowie den verbauten Armaturen zwischen den Masten und auf die Masten selbst gelegt. Zum Beispiel durch Blitzeinschläge bei Gewitter kann es hier zu Seilschäden kommen, die dann präventiv instandgesetzt werden. Auch auf mögliche bauliche Veränderungen sowie leitungsgefährdenden Bewuchs im Schutzbereich der 110-kV-Leitungen wird ein besonderes Augenmerk gelegt.
Durch die besondere Perspektive von außen auf die Maste und Seile und der Nähe zu den Anlagen ist die Inspektion für das Personal von SH Netz, einer HanseWerk-Tochter, besonders effektiv. Alle 110-kV-Leitungen verbleiben bei der Inspektion „unter Spannung“, sodass die Verfügbarkeit des Netzes nicht eingeschränkt wird.
Parallel führt SH Netz, die Netztochter von HanseWerk, auch regelmäßig Kontrollflüge mit spezieller Kameratechnik durch. Diese Technologie soll die Weichen für zukünftige Drohnenkontrollflüge stellen. Bis diese ausgereift ist und der Gesetzgeber den Flugraum für Drohnendistanzflüge freigibt, wird die Inspektionsart der klassischen Befliegung mit Technikern an Bord weitergeführt.