Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Landeshauptstadt Potsdam (+21,3 Prozent) sowie die Landkreise Potsdam-Mittelmark (+12,3 Prozent) und Teltow-Fläming (+11,8 Prozent). Rückgänge gab es insbesondere in der kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel (-13,5 Prozent), Oberhavel (-5,9 Prozent) und Prignitz (-3,7 Prozent).
Steffi Amelung, Abteilungsleiterin Berufsbildung der Handwerkskammer Potsdam: „1.377 neue Ausbildungsverträge: Das ist ein spürbarer Zuwachs in Westbrandenburg und zeugt vom enormen Engagement unserer Ausbildungsbetriebe. Viele junge Menschen entscheiden sich aus gutem Grund wieder bewusst für eine Ausbildung im Handwerk, in dem nachweislich überproportional ausgebildet wird. Gleichzeitig bleibt die Lage in den Betrieben angespannt: Es gibt weiterhin zahlreiche offene Lehrstellen, weil Bewerbungen fehlen und Angebot und Nachfrage regional und beruflich nicht zusammenfinden. Jetzt kommt es darauf an, den Schritt von der Berufsorientierung in die Ausbildung verlässlicher zu machen: mehr Praktika, gute Vorbereitung in den Schulen und spürbare Entlastung für Ausbildungsbetriebe. Wer Ausbildung sichern will, muss sie zur Priorität machen – mit weniger Bürokratie, verlässlicher Unterstützung und einer beruflichen Bildung, die im Alltag denselben Stellenwert bekommt wie jede akademische Laufbahn.“
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass viele Betriebe ausbilden wollen, jedoch keine passenden Bewerbenden finden und der Bedarf die Zahl der Bewerbenden weit überschreitet.
Die Ausbildungsbörse der Handwerkskammer Potsdam verzeichnete zum Jahresbeginn insgesamt 909 freie Ausbildungsplätze in 66 Ausbildungsberufen. Registriert waren außerdem 795 Praktikumsplätze sowie 15 Plätze für Einstiegsqualifizierungen und sieben Angebote für ein duales Studium.
Ein Blick auf die regionale Verteilung der freien Ausbildungsplätze (Ausbildungsjahr 2025) zeigte dabei folgende Schwerpunkte:
- Potsdam-Mittelmark (215/ 21,5%)
- Oberhavel (156 / 15.6%)
- Potsdam (126/ 12,6%)
- Teltow-Fläming (120/ 12,0%)
- Havelland (96/ 9,6%)
- Ostprignitz-Ruppin (83/ 8,3%)
- Brandenburg an der Havel (63/ 6,3%) und
- Prignitz (50/ 5%).