Die Handwerkskammer ist zwar keine offizielle Zusammenarbeitsbehörde nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz – besitzt also keine eigenen hoheitlichen Befugnisse zur Ermittlung oder Sanktionierung von Schwarzarbeit –, kann aber unerlaubte Handwerksausübung prüfen, dokumentieren und an die zuständigen Behörden weitergeben. Prävention, Kooperation und konsequente Kontrolle bilden dabei die drei zentralen Säulen der aktuellen Initiative.
Der bereits gestartete Runde Tisch zur Bekämpfung der Schwarzarbeit mit der Stadt Freiburg, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FGS) sowie der Deutschen Rentenversicherung soll künftig im halbjährlichen Turnus stattfinden und zu einem regionalen Netzwerk ausgebaut werden. „Wir brauchen alle relevanten Akteure an einem Tisch – nur gemeinsam lässt sich der Druck auf dem Schwarzarbeitsmarkt wirksam reduzieren“, so Burger.
Unangekündigte Vor-Ort-Kontrollen
Parallel bindet die Handwerkskammer die Wettbewerbszentrale aktiv in die Bearbeitung von Verdachtsmeldungen ein. Zudem werden Betriebsleiterprüfungen über die Handwerksrolle verstärkt, einschließlich unangekündigter Vor-Ort-Kontrollen. Eine neue abteilungsübergreifende Projektgruppe innerhalb der Handwerkskammer koordiniert alle Aktivitäten und bringt sie strukturell voran.
Auch auf der Website der Kammer wird künftig detailliert über Schwarzarbeit, unerlaubte Handwerksausübung, Rechte und Pflichten informiert – sowie eine niedrigschwellige Möglichkeit geboten, Verdachtsfälle zu melden. „Aufklärung ist ein entscheidender Faktor. Jeder und jede kann dazu beitragen, Schwarzarbeit einzudämmen“, betont Burger.
Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung
Auch bundespolitisch kommt Bewegung in die Thematik: Die Novellierung des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes sieht eine Modernisierung der Prüfverfahren, einen verbesserten Datenaustausch und die Aufnahme des Friseur- und Kosmetikgewerbes in den Katalog der Schwarzarbeitsbranchen vor. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßt diesen Schritt und setzt sich für weitere Verbesserungen ein – darunter eine eindeutige rechtliche Abgrenzung des Fleischerhandwerks von der Fleischindustrie, um unnötige bürokratische Belastungen zu vermeiden, sowie eine stärkere Einbindung der gemeinsamen Einrichtungen der Tarifvertragsparteien, um durch besseren Datenaustausch frühzeitig Unregelmäßigkeiten erkennen zu können.
„Ein wirksamer Kampf gegen Schwarzarbeit ist gesamtgesellschaftlich notwendig“, unterstreicht Burger. „Nur wenn wir Prävention, Kontrolle und gute gesetzliche Rahmenbedingungen zusammendenken, sichern wir faire Bedingungen für das Handwerk und für alle Beschäftigten in unserer Region.“