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Mauer Jahresstart im Handwerk

Dringende Appelle an die Politik

(PresseBox) (Freiburg im Breisgau, )
Der Krieg im Iran und die damit verbundene unruhige Welt- und Wirtschaftslage verschont auch das Handwerk in Südbaden nicht. In der vierteljährlichen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Freiburg melden die südbadischen Handwerksbetriebe für das 1. Quartal eine maue Geschäftslage und verhaltene Erwartungen. Eine negative Umsatzentwicklung, gesunkene Aufträge und gestiegene Einkaufspreise mischen sich mit pessimistischen Erwartungen für die kommenden Monate. „Die Politik muss schnell Antworten auf die Entwicklungen der letzten Wochen finden“, mahnt Christof Burger, Präsident der Handwerkskammer Freiburg. „Ein fühlbarer Ruck in der Wirtschaftspolitik ist jetzt dringend nötig.“

Der Anfang 2026 bereits hohe Kostendruck auf die Unternehmen - etwa durch Mindestlohn, CO2-Steuer, Sozialversicherungsbeiträge oder Baustoffpreise - nimmt durch die dramatisch steigende Energiepreise durch den Krieg im Iran nochmals zu. Aus Rohöl werden schließlich nicht nur Benzin, Diesel und Heizöl hergestellt, sondern beispielsweise auch Kosmetika, Kunststoffe, Farben, Lacke, Reifen, Reinigungsmittel – wichtige Arbeitsutensilien und Rohstoffe für die Handwerkerinnen und Handwerker. Die bereits stark gestiegenen Bauzinsen wirken sich zudem negativ für Bauhaupt- und Ausbaugewerke aus. Die industrienahen Gewerke spüren den anhaltenden Auftragsmangel in der deutschen Industrie; die Zurückhaltung der Verbraucher zeigt bei den konsumnahen Gewerken.

Im Gegensatz zum im März leicht verbesserten ifo-Geschäftsklima-Index weist der Konjunkturindikator der Handwerkskammer Freiburg (berechnet aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen) daher im Vergleich zum Vorjahresquartal einen deutlichen Rückgang auf: Während im ersten Quartal 2025 noch 24,0 Punkte erreicht wurden, liegt der Wert aktuell bei nur 15,6 Punkten. Das südbadische Handwerk steht allerdings noch deutlich besser da als das Landeshandwerk insgesamt: Der dortige Indikator liegt nur bei 7,3 Punkten.

Lagebewertung auf schwachem Vorjahres-Niveau

Die aktuelle Geschäftslage wird von 45 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Freiburg als „gut“ bewertet, während 22 Prozent von einer „schlechten“ Geschäftslage berichten. Damit liegt das südbadische Handwerk bei der Lagebewertung auf dem schwachen Niveau des Vorjahres. Die Umsatzentwicklung fällt saisonbedingt negativ aus – und im Rahmen der Vorjahre: 13 Prozent der Betriebe melden gestiegene Umsätze, bei 40 Prozent der Befragten steht allerdings ein Umsatzminus in den Büchern.

Die Auftragslage bleibt hingegen auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau: 39 Prozent der Betriebe meldet sinkende Auftragseingänge, 22 Prozent konnten ein Auftragsplus verbuchen. Somit verharrt auch die Auslastung der Betriebe nahezu identisch auf dem niedrigen Niveau zu Jahresbeginn. Gleichzeitig werden die Probleme bei der Preisgestaltung wieder deutlicher: 82 Prozent der befragten Betriebe melden gestiegene Einkaufspreise – gleichzeitig konnten aber nur 46 Prozent der Handwerksunternehmen ihre Verkaufspreise erhöhen.

Handwerker pessimistisch

Aufgrund der unsicheren Lage bleiben die Handwerksbetriebe auch für die kommenden Monate pessimistisch gestimmt: Nur 28 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage, 19 Prozent eine Verschlechterung. Die Umsatzerwartungen bleiben deutlich hinter den Normalwerten zurück – nur 27 Prozent der Befragten gehen von steigenden Umsätzen aus, 28 Prozent hingegen von sinkenden. Die Erwartungen an die zukünftige Auftragslage fallen ebenfalls ungewöhnlich niedrig aus. 27 Prozent erwarten mehr Aufträge, 22 Prozent rechnen mit einer geringeren Nachfrage.

„Wir müssen endlich wieder in ruhigere Fahrwasser gelangen – auch in der Landespolitik“, so Burger. „Die Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und CDU müssen nun zügig und erfolgreich abgeschlossen werden. Das Handwerk erwartet, dass die Wahlsieger loslegen und ihre Ankündigungen umsetzen.“

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Handwerkskammer Freiburg

Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach sowie dem Stadtkreis Freiburg. Die Mitgliedsbetriebe in Südbaden generierten im Jahr 2023 einen Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro.

Neben den staatlichen Pflichtaufgaben in Ausbildung, Prüfungswesen und Handwerksrolle übernimmt die Handwerkskammer Freiburg zahlreiche weitere Aufgaben. Sie unterhält moderne Be­ra­tungs- und Bil­dungs­zent­ren, in denen sie ihren Mitgliedern ein breites Spektrum an Service bietet: berufliche Bildungsangebote, Nachwuchswerbung, Rechtsberatung sowie Beratung in den Bereichen „Betriebswirtschaft“, „Betriebsübergabe und - übernahme“, „Innovation“, „Umwelt“, „Außenwirtschaft“, „Fachkräftesicherung“, „Organisationsentwicklung“ und „Digitalisierung“. Daneben unterstützt sie Existenzgründer und fördert das Handwerk vor Ort.

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