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GICON gewinnt ThEGA-Ausschreibung

Start der landesweiten Beratungen für Biogasanlagen in Thüringen

(PresseBox) (Dresden, )
GICON wurde von der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA) mit umfangreichen Beratungsleistungen für rund 50 Biogasanlagen beauftragt. Das zweijährige Projekt befindet sich bereits in der Startphase und soll Maßnahmen zum Weiterbetrieb der Anlagen nach dem Auslaufen der EEG-Förderung vorschlagen. Die erste Anlage wird als Musterbeispiel noch in diesem Jahr bearbeitet.

Warum ist die Beratung notwendig?

Viele landwirtschaftliche Biogasanlagen in Thüringen erreichen in den kommenden Jahren das Ende ihrer 20-jährigen EEG-Förderperiode. Ohne neue technische und wirtschaftliche Konzepte drohen Stilllegungen – mit entsprechenden Folgen für regionale Wertschöpfung, Klimaschutz und Energiewende.

Das Thüringer Umweltministerium hat daher gemeinsam mit der ThEGA dieses Beratungsangebot initiiert, um Betreiber frühzeitig bei der Entwicklung zukunftsfähiger Betriebsstrategien zu unterstützen. Ziel ist es, möglichst viele Anlagen langfristig im Markt zu halten – sei es über Flexibilisierung, Eigenstrom- und Wärmekonzepte oder die Produktion von Biomethan.

Wer kann an der Beratung teilnehmen?

Registrieren können sich alle thüringischen Betreiber, deren Anlagen in den kommenden drei bis vier Jahren aus der Förderung fallen bzw. werden diese auch direkt vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forst angeschrieben. Die Teilnahme ist kostenfrei. Da der Großteil der thüringischen Biogasanlagen auf der Basis von landwirtschaftlichen Substraten, Abfall und Biomethan betrieben wird liegt der Fokus überwiegend auf dieser Betreibergruppe. Thüringen weist dabei deutschlandweit die wenigsten Biogasanlagen auf, hat jedoch die Anlagen mit dem höchsten Anteil an Gülle.

Bereits im November haben zwei GICON-Ingenieure an der 63. Biogas-Fachtagung vor Ort teilgenommen und mit den Betreibern, die Anforderungen aus Politik und Verwaltung sowie Möglichkeiten der Umsetzung diskutiert.

Für Jörg Hiecke, bei GICON als Fachbereichsleiter für das Thema Bioenergie zuständig, war die Teilnahme ein Erfolg: „Das Ende der EEG-Förderung sorgt bei den Betreibern verständlicherweise für Unsicherheit. Denn um weiterhin wirtschaftlich arbeiten zu können, müssen die Anlagen modernisiert werden, um entweder flexibel Strom und Wärme zu erzeugen oder Biomethan zu produzieren. Biogasanlagen sollen gewissermaßen als eigenständige Kraftwerke agieren, die nicht nur flexibel eingesetzt werden, sondern auch mit Speichern ausgerüstet werden können. Hier konnten wir mit unseren langjährigen Erfahrungen aus tausenden Projekten Lösungswege aufzeigen und im persönlichen Gespräch mit den Betreibern Vertrauen aufbauen. Zudem haben wir direkte Kontakte zu allen beteiligten Partnern (Fachverband Biogas, Thüringer Bauernverband e.V., Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forst) geknüpft und künftige Betriebsmodelle diskutiert. Denn Biogas soll weiterhin ein zentraler Bestandteil der thüringischen Energieversorgung bleiben.“

Welche Leistungen führt GICON bei der Beratung durch?

Die Beratung ist pro Anlage unterteilt in drei Schritte:

1. Datenaufnahme & Vor-Ort-Begehung

GICON sichtet zunächst alle vorhandenen technischen und wirtschaftlichen Unterlagen und führt anschließend eine Vor-Ort-Begehung durch, bei der folgende Kriterien erfasst werden:
  • Allgemeiner Zustand und möglicher Renovierungsbedarf
  • Verfügbarkeit und Zukunftsfähigkeit der Substrate (z. B. aufgrund neuer Regelungen zum Einsatz von Mais)
  • Lokale Rahmenbedingungen und Betreiberperspektiven  
2. Analyse und Maßnahmenentwicklung

Auf Basis der erhobenen Daten untersucht GICON alle relevanten Optionen für den Weiterbetrieb:
  • Teilnahme an der zweiten EEG-Förderperiode / Ausschreibung
  • Flexibilisierung von Strom- und Wärmeerzeugung
  • Ausbau der Eigenstromnutzung und Wärmekonzepte
  • Energieeffizienzpotenziale und Betriebsoptimierungen
  • Chancen für Biomethaneinspeisung oder Kraftstoffproduktion
  • Option einer Stilllegung (falls wirtschaftlich sinnvoll)
  • Möglichkeiten der Integration in kommunale Wärmeplanungen
Alle Ergebnisse werden in einem priorisierten Maßnahmenkatalog zusammengeführt und fachlich, technisch und wirtschaftlich begründet.

3. Nachbereitung & Dokumentation

Die Ergebnisse werden digital aufbereitet und sowohl an die ThEGA als auch an die Anlagenbetreiber übermittelt. So entsteht ein belastbares Entscheidungsfundament für Investitionen und Strategien der kommenden Jahre.

Was passiert mit den Ergebnissen?

Die detaillierten Analysen liefern dem Umweltministerium wertvolle Hinweise zur Zukunftsfähigkeit der Biogasbranche im Freistaat. Die Betreiber selbst nutzen die Empfehlungen als Grundlage für Modernisierungsentscheidungen und mögliche Weiterbetriebsstrategien, damit die Bioenergie besonders im ländlichen Raum ein wichtiger Baustein der Energiewende bleiben kann.

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