"Ziel ist es, vor Ort fachkundige Hilfe zu bieten", so Dieter Gerstner, Vorstand des Fördervereins Alzheimer. "Wir haben mit den Demenzpaten gute Erfahrungen gemacht." In den Schulungen lernen die Teilnehmer, was die verschiedenen Stadien der Krankheit unterscheidet, welche Gesprächsregeln im Umgang mit Erkrankten zu beachten sind, welche Vorschriften das Betreuungsrecht beinhaltet und was Biografiearbeit ist. Das Erleben der Menschen mit Demenz ist geprägt durch vergangene Erfahrungen und kann deshalb nur durch Wissen über deren Biografie verstanden und eingeordnet werden. Dazu ist ein Biografiebogen nützlich. Ohne die Berücksichtigung der Lebensgeschichte bleiben die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz unerkannt oder werden falsch interpretiert. Oft gelingt es durch die Kenntnis sogenannter "Anker" -- wie zum Beispiel Hobby, Beruf oder bedeutsame Personen -- eine Beziehung aufzubauen und Situationen positiv zu gestalten.
Was war für die Demenzpaten die wichtigste Einsicht? "Die Erkenntnis, dass Demenz keine Einbahnstraße ist, sondern für alle Beteiligten erträglich gestaltet werden kann", sagt eine Teilnehmerin. "Als Tochter einer betroffenen Mutter kann ich jetzt ihr Verhalten besser verstehen und habe im Umgang mit ihr mehr Sicherheit gewonnen", so eine andere Frau. "Die rechtlichen Hinweise waren sehr hilfreich", lobt ein Ehepaar, das die Schulung gemeinsam absolviert hat.