Wie Unternehmen mit der sich ändernden Situation umgehen können, dazu meint Raimund Schlotmann, Geschäftsführer von Itella in Deutschland:
"Die Bundesregierung spielt bei der Angleichung der Mehrwertsteuer-Bedingungen, die eine automatische Anhebung des Portos bedeuten würden, zwar immer noch auf Zeit, dennoch kündigt die Deutsche Post schon heute eine Erhöhung des Portos im Standardbriefsegment an. Der Konzern nutzt damit seine einzigartige Stellung und reagiert auf die in den letzten Jahren kontinuierlich in den Bereich Online abwandernden Briefmengen.
Unabhängig davon gibt es Mittel und Wege zusätzliche Kosten im Briefversand zu umgehen - und das schon heute. Die Lösung ist die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister. Dabei sollten im Vordergrund allerdings nicht nur kurzfristige Einsparungen, sondern auch die Nachhaltigkeit stehen: Wir suchen in sich ändernden Marktbedingungen immer die günstigste Zustellmöglichkeit. Das beinhaltet auch alternative Anbieter, denn davon gibt es nach wie vor mehr als landläufig angenommen, vor allem regional. Der Dienstleister verwaltet diese Zusteller und die vereinbarten Service Level Agreements für seine Auftraggeber, so dass dieser einer Debatte über steigendes Briefporto gelassen entgegen sehen kann.
Die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister hat außerdem den Vorteil, dass dieser die Gesamtdruckmenge vollelektronisch aufbereitet und standardisiert an den Druckprozess übergibt. Farblogos können dabei beispielsweise einfach mit auf das Standardpapier gedruckt werden. So kann eine Konsolidierung des Post-Outputs mit anderen Kunden erfolgen und über die Gesamtmenge Portorabatte geltend gemacht werden. Eine Möglichkeit, die viele Unternehmen in der inhouse Abwicklung nicht haben. Und wer auf postalische Zustellungen zumindest im Rechnungsversand komplett verzichten möchte, der sollte bei der Auswahl eines Anbieters klar die Migration zu elektronischen Rechnungen ins Auge fassen. Dies ist wahrscheinlich der schnellste Weg, sich von den Entwicklungen im Postmarkt unabhängig zu machen.
Ob sich nun die Deutsche Post mit seinem Vorhaben durchsetzt oder doch eher die FDP mit ihrem Entflechtungsgesetz, dass das gesamte Briefgeschäft ausgelagert soll und nur noch die Filialen in Händen der Post lassen will; für alle beteiligten bleibt eine Liberalisierung des Postmarktes zu wünschen. Ohne als Unternehmer darauf warten zu wollen, bieten sich aber schon heute Alternativen an, um in diesem notwendigen Nebenprozess schon heute Kosten zu drücken: die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister."