Es geht nicht darum, dass AV-Teams zu langsam arbeiten oder zu wenig Leute haben. Das eigentliche Problem versteckt sich in einer Tätigkeit, die niemand wirklich hinterfragt: Arbeitsschritte dokumentieren und aufschreiben.
Klingt harmlos. Ist es aber nicht.
So digitalisieren Sie falsch.
Wenn Arbeitsschritte digitalisiert werden sollen, muss ein Experte aus dem Tagesgeschäft genommen werden. Dieser Experte geht jeden einzelnen Arbeitsschritt durch, schreibt auf, dokumentiert, erstellt Screenshots, baut Schrittlisten.
Das bedeutet: Der Experte fehlt an anderer Stelle.
Er optimiert nicht. Er beseitigt keine Engpässe. Er managt keine Varianten. Er sitzt da und tippt, was er sieht.
Bei einer typischen manuellen Fertigungslinie mit rund 150 Arbeitsschritten multipliziert sich dieser Aufwand schnell. Jede Linie. Jedes Produkt. Jede Änderung.
Und dann kommt die Digitalisierung: Der fertige Arbeitsplan muss in die Software übertragen werden. Manuell. Wieder Zeit. Wieder Kapazität gebunden.
Die Arbeitsvorbereitung verbringt einen Großteil ihrer Zeit damit, Auftragsunterlagen und Arbeitsanweisungen zu erstellen. Das eigentliche Problem? Die Neuplanung ist immer mit viel Zeitaufwand verbunden. Mitunter durchläuft ein Arbeitsplan mehrere Korrekturrunden, bis die sinnvollste Reihenfolge steht.
Von Tagen zu Minuten: Wie wir die Digitalisierung digitalisieren
Mit unserem videobasierten Import fällt dieser gesamte Prozess fast komplett weg.
Der Monteur macht seine normale Arbeit. Er wird gefilmt. Die KI analysiert das Video und erstellt einen digitalisierten Arbeitsplan-Entwurf. In Minuten.
Keine manuelle Dokumentation mehr. Keine Screenshots. Keine Schrittlisten tippen. Nur noch ergänzen und optimieren.
Das entspricht einer Arbeitserleichterung von über 60%.
Aber die eigentliche Veränderung liegt woanders: Die Fehlerquelle Mensch. Der Arbeitsplan entsteht aus der realen Ausführung, nicht aus der Erinnerung oder Interpretation eines Beobachters.
Time-to-Production als Wettbewerbsfaktor
Wenn eine neue Produktlinie hochgefahren wird, zählt jeder Tag.
Der alte Weg: Ein neuer Arbeitsplan muss erstellt werden. Manuell. Dann digitalisiert in die Software übertragen. Dann getestet. Dann korrigiert. Dann wieder übertragen.
Der neue Weg: Der beste Vorarbeiter wird gefilmt. Die KI erstellt den Erstentwurf des digitalisierten Arbeitsplans. Fertig.
Das ist nicht nur schneller. Es ist unmittelbar.
Und wenn sich etwas ändert? Der Arbeitsplan ist digital. Anpassungen können sofort vorgenommen werden. Kein "alles neu redigieren". Kein Durchlauf durch mehrere Abteilungen.
Die Forschung bestätigt: Der zunehmend härter werdende Wettbewerb fordert von Unternehmen kürzere Markteinführungszeiten. Der Serienanlauf wird zur bedeutenden Größe im Produktentstehungsprozess. Organisationen haben Schwierigkeiten, die initiale Zielproduktionskapazität zu erreichen – obwohl das entscheidend für Wettbewerbsvorteile ist.
Der Ist-Zustand als einzige Wahrheit
Veraltete Dokumentation ist ein unterschätztes Problem.
Word-Dokumente werden erstellt. Prozesse ändern sich. Das Dokument wird nicht aktualisiert. Werker arbeiten nach einem Stand, der nicht mehr stimmt. Frustration entsteht. Fehler passieren.
Mit videobasierter Generierung wird der Ist-Prozess aus der realen Ausführung erstellt. Nicht aus einem statischen Dokument. Nicht aus dem, was jemand glaubt, wie es sein sollte.
Aus dem, was tatsächlich passiert.
Das schließt die Dokumentationslücke. Und wenn sich etwas ändert, ist die Aktualisierung einfach: Neues Video. Neuer Entwurf. Unmittelbar.
Die Praxis zeigt: Menschliches Versagen ist eine der häufigsten Fehlerursachen. Auch schon in der Dokumentation, also weit bevor überhaupt etwas manuell montiert wird. Kurzfristige Änderungen im Produktionsprozess, unzureichende Anweisungen, fehlende Erfahrung – all das führt zu Fehlern.
Fehlerprävention durch digitale Kontrolle
Hier wird es interessant: Die Videoanalyse erstellt den initialen Arbeitsplan. Die eigentliche Stärke liegt jedoch in der Ausführung und in der Flexibilität des Systems.
Der Arbeitsablauf kann je nach Use Case unterschiedlich gestaltet werden. Manche Unternehmen setzen auf einen klar definierten, festen Ablauf. Andere wollen bewusst, dass sich Werker frei im Arbeitsplan bewegen können. Beides ist möglich.
Die Software lässt sich exakt auf den Kundenprozess einstellen:ob linearer Ablauf, flexible Reihenfolge oder durch Logiken gesteuerte Arbeitsschritte.
Während der Montage hat der Werker beispielsweise 10 Schritte zu erledigen. Je nach Konfiguration können diese strikt nacheinander abgearbeitet oder situationsabhängig ausgewählt werden. Arbeitsschritte müssen bestätigt werden, und das System prüft, ob der richtige Schritt gewählt und korrekt ausgeführt wurde, bevor es weitergeht.
Das System unterstützt den Werker dabei automatisch und konsequent, ohne ihn unnötig einzuschränken.
So werden Fehler systematisch reduziert.
Das ist kein theoretisches Konzept. Die wirtschaftliche Dimension ist erheblich: Interne Fehlerkosten belaufen sich in produzierenden Unternehmen auf rund 1,4 % des Jahresumsatzes. Bei einem durchschnittlichen deutschen Maschinenbau-Unternehmen entspricht das fast 5.000 Euro pro Monat.
Unternehmen, die ihre Fehlerquote besonders geringhalten, produzieren effektiver und mit höherer Qualität. Das wirkt sich positiv auf die Marktposition aus.
Standardisierung ohne Starrheit
Ein häufiger Einwand: Automatisierung führt zu Starrheit.
Die Realität sieht anders aus.
Früher hat eine einzelne Person in der Arbeitsvorbereitung die Arbeitspläne erstellt. Jeder hatte seinen eigenen Stil. Seine eigene Art zu dokumentieren. Seine eigenen Formulierungen.
Das Prinzip bleibt gleich: Eine Person, ein Standard. Aber jetzt kommt die Konsistenz hinzu.
Der beste Mitarbeiter wird gefilmt. Sein Wissen wird zum Standard. Die KI erstellt daraus einen Entwurf mit konsistenter Struktur: Schritt, Ziel, Hinweis, Check. Einheitliche Sprache: kurz, aktiv, eindeutig.
Innerhalb eines Werks sorgt das für Vergleichbarkeit. Über 50 oder 100 Stationen hinweg, sogar werksübergreifend. Ohne dass es sich starr anfühlt.
Warum? Weil der Ausgangspunkt immer die reale Ausführung ist. Nicht eine theoretische Vorgabe.
Der Dominoeffekt: Was passiert mit freigesetzten Kapazitäten
Wenn AV-Teams nicht mehr mit Dokumentation beschäftigt sind, entsteht Raum.
Raum für das, was wirklich Wert schafft: Optimierung. Variantenmanagement. Engpassbeseitigung.
Die Transformation von offline Arbeitsplänen zu digitalen Arbeitsplänen geht viel schneller. Ohne Hürden. Ohne den administrativen Overhead.
Das ist der eigentliche Gewinn: Die Arbeitsvorbereitung wird zu dem, was sie sein sollte – ein zentrales operatives Organ mit klarem Plan für Engpassmanagement. Das Ziel: Reaktionsfähigkeit und Durchsatz erhöhen, gleichzeitig Betriebskosten senken und Bestände optimieren.
Eine aktuelle IDC-Marktstudie zeigt: 49% der produzierenden Unternehmen in EMEA halten Prozessoptimierung für sehr wichtig. 48% sehen industrielle KI-Anwendungen als entscheidend für effizientere Qualitätskontrolle. Wir verbinden Prozessoptimierung mit Software, Digitalisierung und KI.
Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist
Die Frage ist nicht mehr, ob videobasierte Werkerführung funktioniert.
Die Frage ist: Wie lange können Sie es sich leisten nichts zu tun, während Ihre Wettbewerber ihre Kapazitäten für Optimierung nutzen?
Die Technologie ist da. Die Ergebnisse sind messbar. Die Implementierung ist einfacher als Sie denken.
Ein Video. Ein Entwurf. Unmittelbare Anpassung.
Das ist keine Revolution. Das ist die logische Konsequenz einer einfachen Erkenntnis: Wenn Sie wollen, dass Ihre Arbeitsvorbereitung Wert schafft, müssen Sie sie von der Dokumentation befreien.
Der Rest ergibt sich von selbst.