Um das zu verhindern, entwickelte das interdisziplinäre Projektteam aus Wissenschaftlern und Ingenieuren von DHG Engineering, Skeleton Technologies, TH Nürnberg, Sunset Energietechnik und der Überlandzentrale (ÜZ) Mainfranken unter der Koordination vom CAE eine spezielle Glättungselektronik auf der Basis von Ultrakondensatoren. Diese Energiespeicher haben zwar nur rund ein Zehntel der Speicherkapazität einer aktuellen Lithiumbatterie, dafür können sie aber über 100-mal schneller geladen und entladen werden und zeigen auch nach sehr häufigen Ladezyklen nur eine sehr geringe Alterung.
Messungen der solaren Strahlungsleistung mit hoher zeitlicher Auflösung am CAE haben gezeigt, dass rapide Leistungssprünge um 80 % der PV-Leistung innerhalb weniger Sekunden an entsprechend wolkigen und windigen Tagen keine Seltenheit sind. Mit der entwickelten Elektronik, die einfach an den Eingang eines herkömmlichen Wechselrichters angeschlossen wird, können die Sprünge von Sekunden bis etwa zwei Minuten gestreckt werden. Ebenso erreicht man eine Abmilderung der sogenannten „Strahlungsüberhöhung“, verursacht durch die Reflexion an weißen Wolken. Hier liegt die eingestrahlte Leistung deutlich über der an einem klaren Tag theoretisch zu erwartenden. Da hier die nominale Werte der PV-Anlage überschritten werden, stellt sie eine starke Belastung der Leistungselektronik dar.
Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderte Projekt NetPVStore („Entwicklung eines netzdienlichen Photovoltaik-Speicher-Systems unter Einsatz von Ultrakondensatoren“) wurde 2020 gestartet. Im Frühjahr 2024 wurde eine 5 kW Demonstrationsanlage auf dem Dach der ÜZ Mainfranken installiert und in Betrieb genommen. Hier werden die Erkenntnisse noch bis zum Frühjahr 2025 in der Praxis erprobt und validiert.