Regeneratives Wirtschaften meint weit mehr als Zero Impact. Es bedeutet, der Natur mehr zurückzugeben, als der Mensch ihr entnimmt. Dazu ist ein ganzheitliches, zyklisches Denken notwendig, welches das eigene Handeln immer im Gesamtkontext (auch innerhalb verschiedener Ökosysteme) betrachtet. Ganzheitliche Verantwortungsübernahme ist ebenfalls entscheidend, um Regeneration möglich zu machen. Nachhaltigkeit ist dabei eine entscheidende Etappe auf dem Weg zum Ziel, aber hier dürfen Unternehmen nicht stehen bleiben. Die aktuellen Entwicklungen zeigen dabei, dass zunehmend Pragmatismus das nachhaltige Verhalten von Menschen wie Unternehmen vorantreibt. Hier können Success Storys über regenerative Ansätze weit mehr bewirken als der moralisch erhobene Zeigefinger. Information und Weiterbildung auf Basis von Erfolgsgeschichten können den Nutzen von regenerativem Wirtschaften erlebbar machen und zum positiven Handeln motivieren. Dafür ist eine authentische Kommunikation entscheidend. Unternehmen dürfen regeneratives Wirtschaften nicht zur Imagepflege missbrauchen.
Regeneratives Wirtschaften in der Industrie
Gerade im Bereich der (Prozess)Industrie fehlt es oft noch an Vorbildern für regeneratives Wirtschaften. Es existieren allerdings zahlreiche Initiativen, die als Ausgangs- und Inspirationspunkt dienen können. Auch die Fluidikexperten von Bürkert sind hier aktiv und haben regeneratives Wirtschaften als ihren Nordstern definiert. Dabei ist dem Unternehmen klar, dass der Übergang von Nachhaltigkeit zu Regeneration kein Zustand, sondern ein Entwicklungsprozess ist. Entscheidend ist die Richtung und dass Unternehmen beginnen, regenerativ zu denken und zu handeln. Eine wichtige Aufgabe kommt dabei beispielsweise dem Service zu. Über Beziehungspflege entsteht Verantwortung, die weit über den Produktlebenszyklus hinausgeht und kontinuierliche Wertschöpfung generiert, statt einmaliger Transaktionen. Service hilft dabei, den Lebenszyklus von Produkten zu verlängern und ist somit ein zentraler Hebel für regeneratives Wirtschaften. Daneben investieren die Fluidikexperten aber z.B. auch in Biodiversitätsprojekte und suchen mit einem globalen interdisziplinären Mitarbeiterteam konsequent nach neuen Lösungsansätzen.
Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen
In der aktuellen wirtschaftlichen und (geo-)politischen Lage wird allerdings deutlich, dass Industrie und Wirtschaft allein den regenerativen Wandel nicht stemmen können. Zwar ist es z.B. denkbar, dass Unternehmen durch primär disruptive Einflüsse wie beispielsweise Protektionismus (siehe Seltene Erden) mittelfristig neue Handlungsmuster in der Wirtschaft anstoßen, die langfristig positive Veränderungen bringen. Generell braucht es jedoch klare politische Vorgaben und Anreizsysteme, die Unternehmen die notwendigen Rahmenbedingungen für Investitionssicherheiten bieten. Zudem sollte die Wissenschaft eine Führungsposition übernehmen und faktenbasierte Aufklärung betreiben, die ebenso dringend notwendig wie langwierig ist. Auch könnten die richtigen Verbände mit pro-regenerativer Lobbyarbeit Veränderungen weiter vorantreiben. Diese Gedanken zeigen: Am Ende wird nur das Zusammenspiel verschiedener Akteure langfristigen Erfolg bringen. Georg Stawowy, CEO bei Bürkert Fluid Control Systems, resümiert: „Auch die Gesellschaft bräuchte einen Konsens auf einen Nordstern für regeneratives Handeln, der Legislaturperioden überdauert, nicht nur regional oder national, sondern am besten international.“
Kernthesen aus dem World-Café-Workshop
1. Regeneration als neues Leitprinzip
Die Wirtschaft muss über reine Nachhaltigkeit hinausgehen: Regeneration bedeutet, der Natur mehr zurückzugeben, als wir ihr entnehmen.
2. Ganzheitliches Denken für echte Transformation
Systemisches und zyklisches Denken sind unverzichtbar, um ökologische und soziale Aspekte in wirtschaftliche Entscheidungen zu integrieren.
3. Service-Modelle als Schlüssel zur Ressourcenschonung
Dienstleistungsorientierte Ansätze verlängern Produktlebenszyklen, reduzieren den Ressourcenverbrauch und schaffen Vertrauen.
4. Kooperation als strategischer Vorteil
Lokale Netzwerke und Partnerschaften teilen Ressourcen, vereinfachen Prozesse und stärken die regionale Wirtschaft.
5. Politik und Wissenschaft als Wegbereiter
Klare politische Anreize und eine faktenbasierte Führungsrolle der Wissenschaft sind entscheidend, um den Wandel hin zu einer regenerativen Wirtschaft zu beschleunigen.
6. Starke Netzwerke für systemische Veränderung
Kompetenzübergreifende Netzwerke mit klaren Entscheidungsstrukturen sind notwendig, um Lobbyarbeit für Regeneration wirksam zu gestalten.
7. Glaubwürdigkeit statt Greenwashing
Regeneration erfordert echte Überzeugung. Kommunikation muss Haltung zeigen und Vertrauen schaffen – jenseits von reiner PR.