Die Lücke in den bestehenden Normen
- ISO 81060-2 regelt Einzelmessungen mit Manschette.
- ISO 81060-3 beschreibt kontinuierliche Systeme.
Doch hybride Lösungen – etwa Smartwatch plus Manschette – fallen durch das Raster. Hersteller nutzen diese Lücke, wodurch Werte ohne gesicherte Normvalidierung in Umlauf kommen.
Der Vorschlag „Non-invasive sphygmomanometers, Part X: Clinical investigation of automatic calibration measurement type intended for other non-invasive sphygmomanometers“ (Autoren: Martin Deutges, Holger Redtel) definiert erstmals verbindliche Regeln.
Kernpunkte:
- Definition von Kalibrationsgeräten (SUT) und kontinuierlichen Schätzsystemen (SRC).
- Festlegung, wie Verlaufsdaten wie Pulswellenlaufzeit oder PPG in Blutdruckwerte überführt werden.
- Anforderungen an Genauigkeit und Auflösung ≤1 mmHg, insbesondere unter Einbezug der Blutdruckschwankung zweiter Ordnung.
- Typprüfung für SUTs zur Absicherung gegenüber invasiven Referenzsystemen.
- Schnittstellenregelung, damit Hersteller arbeitsteilig Systeme entwickeln können.
Die Norm soll zweifelhafte Geräte vom Markt fernhalten und zugleich eine Grundlage für industrielle Standards schaffen. So kann die Vision einer sicheren, kontinuierlichen Blutdrucküberwachung – etwa über Smartwatches – Realität werden.
„Eine funktionierende Norm ist der Schlüssel, um Innovationen zu fördern und gleichzeitig Patienten zu schützen“, sagt Holger Redtel. „Mit ISO 81060-X schaffen wir die Basis, dass zukünftige Systeme zuverlässig kalibriert werden können.“
Ausblick
ISO 81060-X schließt die Lücke zwischen 81060-2 und 81060-3. Ziel ist es, sowohl Herstellern als auch Anwendern Sicherheit zu geben: verlässliche Kalibration, kontinuierliche Daten und bessere Diagnostik.