Sehr erfreulich ist nach den Worten von Staatssekretär Storm das gute Abschneiden von Menschen aus Migrant enfamilien mit guten Deutschkenntnissen. 36 Prozent von ihnen lesen ein oder mehrere Male in der Woche. Damit greifen sie sogar etwas häufiger zum Buch als Deutsche, die nicht aus Migrantenfamilien kommen. "Gut gebildete Migranten bilden eine neue ,Lese-Mittelschicht' - mit großem Potenzial", sagte der Staatssekretär. "Sie sind wichtige Multiplikatoren, um bildungsferne Schichten zu erreichen. Und sie belegen, dass die Vermittlung von Sprachkompetenz der Schlüssel für erfolgreiche Leseförderung ist."
Zentrale Herausforderung für die Zukunft sei das Stärken des Vorlesens. Hintergrund sind Erkenntnisse der Stiftung Lesen, dass 42 Prozent der Eltern ihren Kindern gar nicht oder nur selten vorlesen. "Wir brauchen eine neue Vorlese-Kultur", sagte Storm. "Elternhäuser, Kindergärten und Schulen sind hier gleichermaßen gefordert." Der Staatssekretär verwies auch darauf, dass das BMBF die bundesweite Aktionswoche "Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek" unterstützt, die unte r der Schirmherrschaft von Bundespräsident Köhler steht.
Als besorgniserregend bezeichnete Storm den Befund der Studie, dass jeder vierte Deutsche niemals ein Buch liest. "Die Studie führt uns deutlich vor Augen, dass der Handlungsbedarf hier noch groß ist." Lesekompetenz ist nach den Worten Storms sowohl für jeden einzelnen als auch für die Gesellschaft insgesamt wichtig. Auch in Bezug auf den künftig erhöhten Fachkräftebedarf sei die Lesekultur entscheidend: Lesekompetenz ist nach Erkenntnissen von Bildungsforschern auch Grundlage für eine erfolgreiche Ausbildung in Fächern wie Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaften. Was also ist zu tun? Dazu Storm: "Wir müssen weiter die frühkindliche Bildung und die Weiterbildung ausbauen."