Was auf den ersten Blick wie eine klassische Nachfolgeregelung klingt, ist in Wahrheit ein Beispiel für gelebte Verantwortung: gegenüber Mitarbeitenden, Kunden und dem Standort.Denn Baust steht stellvertretend für viele deutsche Mittelständler, die vor der gleichen Frage stehen: Wie bleibt ein Unternehmen unabhängig, innovativ und menschlich, wenn die Familie keine Nachfolge anstrebt?
Ein Familienunternehmen erfindet sich neu, ohne dabei seine Seele zu verlieren
Die Baust-Gruppe hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Hidden Champion der Intralogistik entwickelt. Ihre Palettenwechsler gelten heute als Benchmark in der Pharma- und Lebensmittelindustrie: Überall dort, wo Hygiene, Präzision und Zuverlässigkeit entscheidend sind. Diese Spezialisierung war kein Zufall, sondern Ergebnis klarer Entscheidungen. Franz Baust hat das Unternehmen stetig erneuert, technische Innovationen vorangetrieben und den Betrieb zu einem stabilen, eigenständigen Mittelständler geformt.
Doch irgendwann stellte sich die Frage nach der Zukunft. „In der Familie gab es niemanden, der die Nachfolge antreten wollte“, sagt Baust offen. „Mir war wichtig, dass das Unternehmen nicht verkauft, sondern verantwortungsvoll weitergeführt wird – mit Menschen, die verstehen, was Baust ausmacht.“
Das Perfect Match: zwei Unternehmer mit Herz für Technik und Mittelstand
Nach einem mehrjährigen Auswahlprozess fiel die Wahl mit Felix Lütkebomk und Daniel Morent auf zwei Persönlichkeiten, die sich in ihrer Erfahrung ideal ergänzen.
Lütkebomk, Ingenieur und Digitalisierungsexperte, steht für technologische Tiefe, Systemdenken und Zukunftsorientierung. Morent bringt jahrzehntelange Erfahrung in Vertrieb, Marktaufbau und Kundenbeziehungen in der Intralogistik ein. „Was uns verbindet, ist der Respekt vor dem, was hier geschaffen wurde – und der Wille, es weiterzuentwickeln“, sagt Lütkebomk. Im Rahmen eines Management Buy-Ins (MBI) übernehmen die beiden Unternehmer über die neu gegründete Baust Pallet Handling GmbH zum 1. Januar 2026 die Verantwortung. Felix Lütkebomk wird künftig die Rolle des Geschäftsführers übernehmen, Daniel Morent den Bereich Business Development und strategischen Vertrieb aufbauen.
Franz Baust bleibt dem Unternehmen zunächst operativ und später beratend erhalten – als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Ein neues Kapitel: Digital, menschlich, unabhängig
Die Vision der neuen Eigentümer ist klar: Baust bleibt, was es ist: ein eigenständiges, werteorientiertes Mittelstandsunternehmen mit Fokus auf Technologie, Qualität und Verlässlichkeit.
Doch gleichzeitig beginnt eine neue Phase:
- Digitalisierung und KI sollen künftig die Produkte und Prozesse von Baust weiter stärken,
- Profitabilität und Stabilität stehen weiterhin über schnellem Wachstum,
- und die langfristige Unabhängigkeit bleibt erklärtes Ziel.
Mehr als ein Unternehmensübergang – ein Signal für den Mittelstand
In einer Zeit, in der viele mittelständische Betriebe an Investoren verkauft oder zerschlagen werden, ist dieser Schritt ein Gegenmodell:
Ein erfolgreiches Familienunternehmen bleibt in privater Hand, unabhängig und regional verwurzelt – aber mit frischem Unternehmergeist.
Für Franz Baust ist das mehr als ein Abschluss: „Ich bin dankbar, dass wir eine Lösung gefunden haben, die dem Unternehmen, den Mitarbeitenden und der Region gerecht wird. Es ist ein gutes Gefühl, loszulassen – wenn man weiß, dass die Zukunft in guten Händen liegt.“