Wie viele Autoreparatur- und Lackierbetriebe in Deutschland haben bereits umgestellt? Ralf Robert: Über 90 Prozent unserer Kunden erfüllen bereits die Richtlinien. Wir haben keine exakten Zahlen, aber wir können uns bei der Schätzung auf verschiedene Indikatoren stützen. So ist beispielsweise die Nachfrage nach den alten, lösemittelhaltigen Produkten der Reihen 18 und 55 nur noch verschwindend gering. VOC-konforme Lacke wie die Reihe 90 haben sich hingegen fest im Markt etabliert. Daran zeigt sich: Die Mehrzahl der Betriebe hat die Umstellung erfolgreich gemeistert.
Welche Möglichkeiten hat eine Werkstatt, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten? Ralf Robert: Grundsätzlich kann man Emissionen in der Kraftfahrzeug- und Reparaturlackierung auch durch Abgasreinigung verringern. Das verursacht jedoch hohe Kosten. Die Verwendung von lösemittelarmen Einsatzstoffen ist also für die Betriebe eine echte Alternative. Glasurit konnte als Technologieführer frühzeitig entsprechende VOC-konforme Produkte zur Marktreife bringen. Mit der wasserbasierten Reihe 90 bieten wir bereits seit 1992, also seit 14 Jahren, ökoeffiziente Basislacke an. Intensive Informationskampagnen, Veranstaltungen und Praxis-Schulungen haben die Markteinführung begleitet und sind nach wie vor ein festes und von den Kunden geschätztes Angebot. Mit Blick auf diese "Umstellungsgeschichte" lässt sich also feststellen: Heute stehen wir eher am Ende eines Prozesses, der für alle Beteiligten überaus erfolgreich verlaufen ist.
Es ist also durchaus möglich, jetzt noch umzustellen? Ralf Robert: Es ist nicht nur möglich, sondern auch absolut notwendig. Betriebe, die bis November 2007 nicht umgestellt haben, setzen sich unter Umständen dem Risiko einer Betriebsschließung aus. Deshalb raten wir auch den Nachzüglern dringend zur Umstellung, zumal sie einfach zu bewerkstelligen ist. Der Einsatz unserer VOC-konformen Produkte ist der günstigste und einfachste Weg, die Lösemittelverordnung einzuhalten. Sie müssen keine Lösemittelbilanz aufstellen, vielmehr genügt ein vereinfachter Reduzierungsplan, der der Behörde anzuzeigen ist. Weitere Vorteile: Unsere neuen Lackprodukte lassen sich vielfach besser und in kürzerer Zeit verarbeiten als die lösemittelhaltigen Vorgänger. Außerdem ist es für die Mitarbeiter gesünder, mit VOC-sicheren Lacken zu arbeiten. In einem Betrieb, der umgestellt hat, liegt deutlich weniger Lösemittelgeruch in der Luft.
Was bleibt 2007 zu tun? Ralf Robert: Für den Handel gibt es ein Auslaufszenario. Ab 1. Januar 2007 haben wir ein Verkaufsverbot für konventionelle Lacke, dann darf EU-weit nur noch verkauft werden, was 2006 produziert wurde. Viele unserer "alten" Produkte werden dann nicht mehr verfügbar sein. In einem normalen Reparaturlackierbetrieb besteht allerdings auch keine Notwendigkeit mehr, mit lösemittelhaltigen Produkten zu arbeiten. Für alle Arbeitsschritte hat Glasurit VOC-konforme Alternativen auf den Markt gebracht. Neueste Produkte wie die Reihe 90 CV für Nutzfahrzeuge vervollständigen die Palette VOC-konformer Lacke. Ihnen gehört die Zukunft.