In Highspeed-Bestückköpfen sind Pipetten die einzigen Komponenten, die direkt mit den zu platzierenden Bauelementen in Kontakt kommen. Ihr Zustand ist daher ein entscheidender Faktor für Prozessstabilität und Produktqualität. An größeren Produktionsstandorten sind häufig mehr als 10.000 Pipetten im Einsatz, deren Standzeiten je nach Anwendung zwischen wenigen Monaten und einem Jahr variieren. Um den Zustand jeder einzelnen Pipette jederzeit eindeutig bewerten und nachvollziehen zu können, stattet ASMPT Pipetten, sogenannte „Smart Nozzles“, mit einem eigenen RFID-Tag und einer individuellen ID aus. Für jede vom Bestückkopf aufgenommene Pipette liest die Maschine die Pipetten‑ID automatisch aus und übermittelt sie an die vernetzte Asset‑ und Maintenance‑Management‑Software Factory Equipment Center von ASMPT. Dort wird ein individueller Datensatz angelegt, der über den gesamten Lebenszyklus der jeweiligen Pipette fortgeführt wird.
Laufend aktualisierte Zustandsdaten
Während des Bestückprozesses erfassen SIPLACE Bestückautomaten kontinuierlich die Anzahl der Bestückvorgänge und führen optische Pipetteninspektionen durch. Beschädigte Pipetten werden dabei unmittelbar erkannt und automatisch aus dem Prozess entfernt. Bei Verschmutzung oder beim Überschreiten definierter Wartungsschwellen sperrt die Maschine die betreffende Pipette fertigungsweit. Sämtliche erfassten Zustands- und Ereignisdaten werden an das Factory Equipment Center übertragen und dort lückenlos im individuellen Pipettendatensatz dokumentiert.
Bedarfsorientierte Reinigung im geschlossenen Regelkreis
Auf Basis der von den SIPLACE Bestückautomaten bereitgestellten Daten weist Factory Equipment Center Operator gezielt an, Magazine mit wartungsbedürftigen Pipetten zu entnehmen und gegen neue zu tauschen. Die entnommenen Magazine werden zur Smart Nozzle Station – einem intelligenten Reinigungs- und Inspektionssystem – gebracht, wo die Pipetten ausschließlich mit Wasser und Ultraschall gereinigt und anschließend inspiziert werden.
Ist eine Pipette nach der Reinigung weiterhin produktionstauglich, markiert das System sie als einsatzfähig. Beschädigte oder verschlissene Pipetten ersetzt die Smart Nozzle Station automatisch aus einem integrierten Depot, sodass ein vollständig einsatzfähiges Magazin bereitsteht. Die aktualisierten Zustandsdaten werden an das Factory Equipment Center zurückgemeldet, das die Pipetten entsprechend freigibt oder gesperrt hält. Damit ist der Wartungskreislauf geschlossen.
Die Smart Nozzle Station verarbeitet bis zu 20 Magazine mit Smart Nozzles sowie Pipetten der 4xxx-, 6xxx- und 20xx-Serie. Ein Reinigungs- und Inspektionszyklus dauert im Schnitt 20 Sekunden pro Pipette. Das integrierte Depot fasst bis zu 120 Neupipetten. Die lösungsmittelfreie Reinigung erfordert keine besonderen Maßnahmen zur Entsorgung des anfallenden Schmutzwassers.
Das Closed-Loop-Pipettenmanagement lässt sich auch mit Reinigungs- und Inspektionssystemen anderer Anbieter realisieren, sofern deren Zustandsdaten an das Factory Equipment Center übergeben werden. Damit setzt ASMPT sein durchgängiges, herstellerunabhängiges Konzept der intelligenten Fertigung konsequent bis ins Detail um – einschließlich des Pipettenmanagements.