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„Geduld schlägt Gier” – Interview mit Fondsmanager Markus Stillger, MB Fund Advisory

40 Jahre Börsenerfahrung

(PresseBox) (Brechen, )
Die MB Fund Advisory, ein erfahrener und etablierter Akteur am deutschen Fondsmarkt, feierte zum Jahreswechsel gleich mehrere Jubiläen. Hinter MB Fund steht Markus Stillger, der gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen seit vielen Jahren für eine konsequent umgesetzte, auf Substanz und Risikobewusstsein ausgerichtete Investmentstrategie steht. Im Gespräch mit uns blickt Markus Stillger nicht nur auf zentrale Meilensteine und prägende Investment-Entscheidungen seiner 40-jährigen Börsenkarriere zurück, sondern ordnet auch die aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten ein und gibt Anlegern wertvolle Ratschläge insbesondere für Krisenzeiten.

Anleihen Finder: Hallo Herr Stillger, unlängst konnten Sie mit der MB Fund Advisory gleiche mehrere Jubiläen feiern. Welche Meilensteine sind besonders hervorzuheben?

Markus Stillger: Wir haben bei gleich drei unserer insgesamt fünf Fonds „runde Geburtstage“ gefeiert. Der MB Fund Max Value wurde am 29.12.2025 25 Jahre alt. Unser Mischfonds MB Fund Max Global und unser Rentenfonds MB Fund Flex Plus feierten am 19.12.2025 jeweils ihren 20. Geburtstag. Hinzu kam das 20-jährige Dienstjubiläum von Thilo Müller in der MB Fund Advisory und sogar das 40-jährige Jubiläum unserer Schwestergesellschaft Stillger & Stahl OHG, die den Vertrieb unserer Fonds verantwortet.

Anleihen Finder: Was sagen die Jubiläen über die Kontinuität Ihrer Investmentstrategie? Gibt es Investitionsentscheidungen, die Sie rückblickend als besonders wegweisend einschätzen?

„Im laufenden Jahr haben der Max Value die Marke von 100 Mio. Euro und der Max Global erstmals die Marke von 50 Mio. Euro Fondsvolumen geknackt“

Markus Stillger: Besonders wegweisend waren natürlich die Entscheidungen die jeweiligen Fonds aufzulegen. Und wir sind auch ein wenig stolz auf die stetige Entwicklung, die die Fonds seit der Auflage aufweisen. Im laufenden Jahr haben der MB Fund Max-Value die Marke von 100 Mio. Euro Fondsvolumen und der MB Fund Max Global erstmals die Marke von 50 Mio. Euro „geknackt“ – für uns eine wunderbare Belohnung zum Jubiläum und eine Bestätigung unserer geleisteten Arbeit. In den vergangenen 20 bzw. 25 Jahren hatten wir immer den Mut auch mal außerhalb der Indexwelt auf Schwerpunkte zu setzen. Drillisch, Solarworld, Borussia Dortmund, Novo Nordisk, SQM oder aktuell die Deutsche Rohstoff AG waren Positionen mit denen wir unseren Einsatz teilweise verzehnfachten, bei denen wir uns aber auch immer wieder mal zum richtigen Zeitpunkt aus den Positionen verabschiedeten.

Anleihen Finder: Wie haben sich Ihre Fonds in den vergangenen Jahren entwickelt – sowohl operativ als auch performancebezogen?

Markus Stillger: In den letzten 5 Jahren (seit Corona) kann sich die Entwicklung absolut sehen lassen. Der Max Global ist über die letzten 20 Jahre unser absoluter Top-Performer in der Anlageklasse „Mischfonds-Flexibel“. Der Flex Plus, den wir als unser „sportliches Sparbuch“ bezeichnen, hat über seine bisherige Lebensdauer ein für Rentenfonds sehr positives Ergebnis erzielt. Gerade bei Rentenfonds vergessen viele, dass wir zwischen 2015 und 2022 eine Phase hatten, in der viele froh waren, dass sie keine „Strafzinsen“ bezahlen mussten. Und der darauffolgende Zinsanstieg auf 3%-4% war auch ein sehr schwieriges Umfeld für Zinspapiere. Der Max Value hatte in den 25 Jahren immer wieder Phasen, in denen sich Value-Aktien gegenüber Tech-Aktien deutlich schlechter entwickelten. Vom Jahr 2000 bis 2007 und in den letzten 5 Jahren war die Entwicklung sehr positiv. Dazwischen lagen aber auch schwierige Phasen. Aber wir sind der Meinung, da wo „Value“ draufsteht, sollte auch „Value“ drin sein. Das wissen unsere Anleger und wir haben in allen Fonds kontinuierliche Mittelzuflüsse – auch dank vieler Sparpläne der insgesamt 2.000 Kunden der Stillger & Stahl OHG.

Anleihen Finder: Die letzten Jahre mit vielen geopolitischen Ereignissen von Corona über Energiekrisen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen waren für Fondsmanager sicherlich alles andere als einfach. Was hat sich dadurch am Kapitalmarkt verändert, welche Lehren nehmen Sie für sich mit?

„Der größte Fehler, den Anleger (und auch Fondsmanager) machen können, ist hektisch auf Tagesmeldungen zu reagieren“

Markus Stillger: Die Deutschen sind im Fußball ganz weit weg vom Weltmeistertitel, dafür haben wir diese Auszeichnung in den letzten Jahren im „Schwarzmalen“ und „Jammern“ mehrfach verteidigt. Und auch aktuell herrscht im Land eine Stimmung, als stünden wir kurz vor dem Weltuntergang. Ich mache jetzt seit über 40 Jahren „Börse“. In dieser Zeit gab es immer wieder Krisen. In jedem Lehrbuch steht: „Glaube nicht daran: Dieses Mal ist alles anders“ – das kann sehr teuer werden. Das sehe ich auch in der aktuellen Situation. Für mich ist das Glas immer halb voll. Der größte Fehler, den Anleger (und auch Fondsmanager) machen können, ist hektisch auf Tagesmeldungen zu reagieren. Auch ein Herr Trump ist „endlich“. Wir haben für uns beschlossen – solange der Typ im Amt ist, halten wir uns von amerikanischen Papieren fern.

Anleihen Finder: Was zeichnet insbesondere den Rentenfonds Fonds Flex Plus im Vergleich zu anderen Anleihefonds aus? Welche Anlagestrategie verfolgt der Fonds?

„Auch im Segment der Mittelstandsanleihen ergeben sich immer wieder Chancen“

Markus Stillger: Wie der Name „Flex“ sagt, sind wir flexibel, vor allem im Laufzeitenbereich. Das hat uns in der schwierigen Phase 2015-2022 die Freiheit gegeben, überwiegend auf Kurzläufer zu setzen. Mal ganz im Ernst. Welcher logisch denkende Akteur am Finanzmarkt kauft denn bei 0% Zins eine 30-jährige Staatsanleihe? Aber es gab anscheinend viele, die das gemacht haben, sonst hätten diese Papiere in dieser Zeit keinen reißenden Absatz gefunden. Wir haben in diesem Segment dann in den Jahren 2023/2024 zugegriffen und konnten diese Papiere teilweise zu Kursen um die 50% erwerben (d.h. nachdem sie sich halbiert hatten). Außerdem sind wir auch im Segment „Mittelstandsanleihen“ sehr aktiv. Dort ergeben sich immer wieder Chancen, allerdings kann es hier auch immer wieder zu Ausfällen kommen. Eine breite Streuung und ein sorgfältiger Auswahlprozess sorgen aber dafür, dass das Ergebnis in diesem Bereich rückblickend deutlich besser war, als das Investment in „gerateten“ Papieren.

Anleihen Finder: Welche Risikokriterien und Auswahlprozesse sind für Investitionen in KMU-Anleihen zentral? Wie bewerten Sie den KMU-Anleihemarkt in Deutschland im Allgemeinen?

Markus Stillger: Wie bereits oben gesagt. Im Prinzip gehen wir beim Auswahlprozess so vor, als würden wir eine Aktie des Unternehmens kaufen. Hier gelten für uns die Kriterien „Kurs-Buchwert“, „KGV“ aber auch ein Blick auf die Verschuldungsquote des Unternehmens ist wichtig. Die restriktive Kreditvergabe der Banken trägt ihren Teil dazu bei, dass man als Anleger heutzutage eine viel größere Auswahl hat, da sich mittlerweile viele grundsolide Unternehmen lieber den Anforderungen des Kapitalmarkts stellen, als sich den Banken „auszuliefern“.  

Anleihen Finder: Wie gehen Sie mit sich ändernden Marktbedingungen oder unerwarteten Ereignissen sowie Restrukturierungen bei Emittenten um?

„Die Mutter aller Fragen in Krisenzeiten lautet: Schafft es das Unternehmen die Anleihe zurückzuzahlen?“

Markus Stillger: Ich sehe das in vielen Fällen eher als Chance, denn als Risiko. Die „Mutter aller Fragen“ lautet in Krisenphasen immer: „Schafft es das Unternehmen die Anleihe zurückzuzahlen?“

Aus der Zeit vor gut 18 Jahren in der Lehman-Krise gibt es zwei Musterbeispiele: Zum einen gab es damals eine DZ-Bank Nachrang-Anleihe, die bis auf einen Kurs von 30% abgerutscht war, zum anderen notierte eine Anleihe des Dax-Konzerns Infineon ebenfalls auf diesem Niveau. Bei der DZ-Bank Anleihe habe ich das gemacht, was jedes – bei uns sagt man „Bäuerche“ – machen würde. Ich habe meinen Freund und Volksbank-Vorstand Klaus Merz angesprochen und gefragt „Müssen wir uns ernsthaft Gedanken um Euren genossenschaftlichen Verein machen?“ – Er antwortete damals „Wir sind die letzten, die das Licht ausmachen.“  Wir haben diese Anleihe dann massiv aufgestockt und sie wurde zwei Jahre später zu 100% zurückgezahlt. Bei Infineon war die Gemengelage etwas komplizierter. Aber auch da ging – wie wir heute wissen – alles gut aus. Hier bot das Unternehmen irgendwann an, die Anleihe zu 75% zurückzukaufen. Wir haben uns dann gedacht: „Wer das kann, kann auch in 2 Jahren komplett zu 100 tilgen“. Und so kam es auch.

Natürlich gibt es auch Beispiele, bei denen die Restrukturierung misslingt. Was mich in diesen Fällen massiv stört ist, dass das deutsche Insolvenzrecht dann dafür sorgt, dass da oft nur einstellige Quoten für die Gläubiger rauskommen. Und – auch das sage ich an dieser Stelle – Betrüger hier immer noch mit Samtsandschuhen angefasst werden und sich – wie im Falle SeniVita – dann einfach davonschleichen.

Anleihen Finder: Welche drei klassischen Börsen/Investment-Weisheiten möchten Sie Anlegern hier noch mit auf den Weg geben?

Markus Stillger:

1. Das Depot wächst nicht schneller, wenn man jeden Tag auf die App schaut
2. Geduld schlägt Gier
3. Suche Dir einen Berater, der mehr Geld hat als Du

Anleihen Finder: Abschließend: Was sind die strategischen Ziele, die die MB Fund Advisory mit ihren Fonds in den kommenden Jahren erreichen möchte?

„Vielleicht mal 500 Mio. Euro oder 1 Mrd. Euro Assets under Management zu haben, ist Traum und Ziel zugleich“

Markus Stillger: Wir wollen einfach so weitermachen, wie in den letzten 25 Jahren. Wir werden uns jeden Tag mit Herzblut um das Geld unserer Kunden kümmern und – by the way – steckt unser eigenes Geld ja auch in den Fonds. Wenn mir der Herrgott die gleiche Gesundheit wie Warren Buffet gibt, habe ich ja noch 30 Jahre. Dann vielleicht mal 500 Mio. Euro oder 1 Mrd. Euro Assets under Management zu haben, ist Traum und Ziel zugleich. Schaun mer mal.

Anleihen Finder: Herr Stillger, alles Gute und besten Dank.

Hier finden Sie den Original-Artikel: "Geduld schlägt Gier” - Interview mit Fondsmanager Markus Stillger

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