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„Die Prolongation ist für Huber Automotive von existenzieller Bedeutung“ – Interview mit Martin Huber, CEO der Huber Automotive AG

(PresseBox) (Brechen, )
Die Huber Automotive AG plant eine dreijährige Verlängerung der Unternehmensanleihe 2019/24 (ISIN: DE000A2TR430) mit einem ausstehenden Volumen von 20,46 Mio. Euro bis zum 16. April 2027. In der kommenden Woche vom 02. bis 04. April 2024 sollen die Anleihegläubiger des Unternehmens in einer Abstimmung ohne Versammlung über die geplanten Anpassungen der Anleihebedingungen abstimmen. Wie immens wichtig diese Entscheidung für das Unternehmen ist, erläutert Gründer und Geschäftsführer Martin Huber ausführlich im Interview mit dem Anleihen Finder.

Anleihen Finder: 
Sehr geehrter Herr Huber, warum strebt die Huber Automotive AG gegenwärtig Anpassungen der Anleihebedingungen inkl. einer Laufzeitverlängerung des Bonds an? Was sind die Ursachen und Hintergründe dieses Vorhabens?

Martin Huber: Die Anleihe wurde im April 2019 begeben, zu einer Zeit, in der das Unternehmen mitten im Transformationsprozess hin zur E-Mobility war. Zehn neue Serienprodukte alles Elektronik-Komponenten rund um die Batterien von E-Fahrzeugen. Nahezu alle Fahrzeugmodelle hatten erhebliche Verzögerung beim Produktionsstart, das war für uns schon mal ein schlechter Start. Nach der Produktionsstart-Verzögerung bis Ende 2019 kam kurz darauf die Corona-Pandemie mit all ihren Auswirkungen.

Trotz den herausfordernden Rahmenbedingungen während und nach der Pandemie verzeichneten wir vom GJ 2018/2019 bis GJ 2022/2023 ein Umsatzwachstum in Höhe von rund 26 Mio. EUR auf über 90 Mio. EUR. Während dieser ungewissen Rahmenbedingungen Finanzmittel aufzunehmen, gestaltete sich als schwierig, insbesondere wenn man keine testierten Jahresabschlüsse vorlegen konnte. Durch die Corona-Pandemie und die nachgelagerten Themen wie Halbleiter-Engpässe und instabile Lieferketten bei Vormaterialien und durch einen fast generellen Investitions-Stopp im Untertagebau, gab es viele Sondereffekte, die wir nicht auflösen konnten und die Testierung vertagen mussten, bis eine Bewertung der Positionen möglich war.

Die für die Wirtschaftsjahre 2019/2020 und 2020/2021 zuständigen Wirtschaftsprüfer haben uns im Dezember 2022 mitgeteilt, dass WPs grundsätzlich zum Tag der Testats-Erteilung verpflichtet sind, eine going concern-Betrachtung zu machen. Hier ist es irrelevant wie weit der Bilanzstichtag des zu testierenden Jahresabschlusses in der Vergangenheit liegt. Rechtlich sind sie verpflichtet sich hierzu die auf das Testatsdatum folgenden 12 Monate anzusehen und zu prüfen, ob das Unternehmen durchfinanziert ist. Sie haben aber auch den Spielraum und das Recht diesen Betrachtungszeitraum auf 18 Monate auszudehnen. Im Dezember 2022, 16 Monate vor Fälligkeit der Anleihe wurde uns offenbart, dass man die 18 Monate auf Grund der Anleihefälligkeit ausschöpfen möchte. Eine Testierung vor Refinanzierung der Anleihe war somit nicht mehr möglich.

„Eine Testierung vor Refinanzierung der Anleihe war somit nicht mehr möglich“

Wir mussten diese Auffassung akzeptieren, denn ein erteiltes Mandat an einen Wirtschaftsprüfer kann man nicht einfach zurückzuziehen und auf einen neuen zu übertragen. Für die Geschäftsjahre 2021/2022 und 2022/2023 hat die Gesellschaft ein neues Mandat an eine global agierende WP-Gesellschaft erteilt. Die hohe Automotive Kompetenz war für unsere Wahl ausschlaggebend.

Mit der Mandatierung für die beiden Folgejahre, sahen wir die Möglichkeit, die Lock-up Situation aufzulösen. Wir hatten uns erhofft, dass wir alle Abschlüsse bis 2022/2023 buchungstechnisch so weit finalisieren können, um spätestens in Q4/ 2023 an die Anleihegläubiger herantreten zu können. Leider hat sich das Ganze wesentlich länger hingezogen, wie gedacht und bedurfte auch Abstimmung und Einigung zwischen den WP-Gesellschaften untereinander. Hier wurden sicher von uns auch Fehler gemacht, weil wir der Auffassung waren, ohne Zahlen brauchen wir nicht an Investoren herantreten.

Diese Situation veranlasste uns eine Verlängerung der Anleihe vorzuschlagen, um ausreichend Zeit zu haben, nach erfolgter Testierung der Abschlüsse, Eigenkapital-Investoren für den erforderlichen Wachstumskurs zu gewinnen und um eine solide Finanzbasis zu schaffen.

Anleihen Finder: Um es nochmal klar zu sagen – die fällige Rückzahlung der Anleihe in Höhe von über 20 Mio. Euro am 16.04.2024 ist derzeit nicht möglich, die Zinszahlung wird aber definitiv erfolgen?

„Die Prolongation ist aus zweierlei Sicht für die Huber Automotive von existenzieller Bedeutung. Zum einen verhindert sie einen erheblichen Liquiditätsabfluss, zum anderen ist sie die Voraussetzung für Gespräche mit potenziellen Eigenkapitalgebern“

Martin Huber: Es ist korrekt, dass wir aus vorgenannten Gründen nicht an der geplanten Stelle stehen und im Moment keine Refinanzierungslösung ohne Prolongation der Anleihe aufzeigen können. Deshalb hat das Unternehmen den Anleihegläubigern die Prolongation vorgeschlagen, um hier Zeit zu gewinnen. Wir sind überzeugt, dass wir die Konditionen mit dreijähriger Laufzeit und einem jährlichen Kupon in Höhe von 7,5% p.a. attraktiv gestaltet haben. Die Prolongation ist aus zweierlei Sicht für die Huber Automotive von existenzieller Bedeutung. Zum einen verhindert sie einen erheblichen Liquiditätsbedarf beziehungsweise Liquiditätsabfluss, zum anderen ist sie die Voraussetzung für Gespräche mit potenziellen Eigenkapitalgebern.

Sofern einer Prolongation zugestimmt wird, wird eine fristgerechte Zinszahlung erfolgen.

Anleihen Finder: Wie haben sich die operativen Kennzahlen der Huber Automotive AG in den letzten drei Jahren denn entwickelt?

Martin Huber: Wir waren in den letzten 10 Jahren immer wieder größeren Wachstumsschüben ausgesetzt. So lange sich das zwischen 25 -50% bewegt kann unsere Organisation das gut verkraften. In der Phase während und nach der Corona-Pandemie waren es aber von einem Jahr aufs andere mehr als 100%. Das ist auch für ein dynamisches Unternehmen eine extreme Herausforderung.

In den zurückliegenden drei Geschäftsjahren konnten wir dann auch EBIT und EBITA wieder in die richtige Richtung bringen. Die Eigenkapitalquote hat sich ebenfalls etwas erholt, hier haben wir aber noch einen längeren Weg vor uns, bis wir am Ziel sind. Da es noch keine testierten Zahlen sind, verzeihen Sie mir bitte, dass ich keine konkreten Angaben in % oder EURO machen kann.

Mehr als 25% unserer Belegschaft arbeitet in der Entwicklung. In den vergangenen Jahren arbeiten wir sehr intensiv an E-Drive Systemen. Die Elektrifizierung für den Toyota LandCruiser für den Untertagebau ist derzeit unser größtes Projekt, dessen Entwicklung die größte Einzelposition im immateriellen Anlagevermögen einnimmt und einen wesentlichen Anteil hat an der gewachsenen Bilanzposition. Hier liefern wir gerade die ersten Fahrzeuge aus.

Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe sind ebenfalls stark angestiegen. Allein vom GJ 2021/2022 auf 2022/2023 um über 70%. Im selben Zeitraum sind wir aber auch um über 50% im Umsatz gewachsen. Die Lagerumschlagshäufigkeit ging etwas zurück, liegt aber immer noch deutlich über 6, weil die Lieferketten besser geworden sind und man nicht mehr von der Hand in den Mund leben muss. Im Prinzip müsste der Bestand deutlich höher sein. Personalseitig sind wir von in den letzten drei Jahren von 220 auf 296 Beschäftigte gewachsen (jeweils zum Bilanzstichtag. Davon arbeiten rund 75 in der Entwicklung. Der Umsatz pro MA lag zuletzt bei ca. 300.000 EUR/ MA (GJ 2022/2023)

Anleihen Finder: Was erhoffen Sie sich nun durch die Verlängerung der Anleihe-Laufzeit? Warum können Sie die Anleihe in drei Jahren refinanzieren? Was stimmt Sie für Ihre Refinanzierungs-Planung optimistisch?

„Wir brauchen noch etwas Zeit, um zurück zur Normalität zu kommen“

Martin Huber: Das Unternehmen ist zwar wachstumsseitig auf dem richtigen Weg, durch die schwierigen Rahmenbedingungen sind wir aber ertragstechnisch nicht dort, wo wir gerne sein würden.

Wir brauchen deshalb noch etwas Zeit, um zurück zur Normalität zu kommen. Die vergangenen Jahre waren für uns nicht einfach. Gefühlt kamen wir von einer Krise in die andere. Hinzu kam das exorbitante Wachstum, das wir stemmen mussten. Uns ging es natürlich genauso wie vielen anderen Unternehmen, niemand gibt ihnen Geld in unsicheren Zeiten, aber wir hatten natürlich parallel dazu noch mehr als 200% Wachstum zu verdauen. Von außen lässt sich das glaube ich nicht abschätzen, welches Engagement dies der Belegschaft und der gesamten Organisation abverlangt, das alles gleichzeitig zu bewältigen.

Wer das hinter sich hat, der traut sich auch unter normalen Bedingungen zu, in Sachen Ertragslage wieder auf Kurs zu kommen und binnen der nächsten Jahre die Eigenkapitalsituation so zu stärken, dass wir die Ablösung der Anleihe erfolgreich stemmen können.

Anleihen Finder: Sind Teil-Rückzahlungen der Anleihe im Verlängerungszeitraum vorgesehen?  

Martin Huber: Teil-Rückzahlungen sind nicht geplant, da wir mit den prolongierten Finanzmitteln planen. Alternativ wäre aber ein Rückkauf von Anleihestücke über die Börse oder OTC möglich, um die ausstehenden Stücke zu reduzieren. Allerdings lassen die neu vorgeschlagenen Anleihebedingungen eine vorzeitige Rückzahlung unter Zahlung eines gewissen Aufschlags zu.

Anleihen Finder: Wie sind die Rahmenbedingungen im Automotive-Bereich derzeit und was erwarten Sie in den kommenden Monaten?

Martin Huber: Die gesamte Autoindustrie befindet sich weltweit in einem gewaltigen Transformationsprozess. Aktuell befinden wir uns in einer Übergangsphase mit je nach Betrachtung 6-8 verschiedene Antriebsvarianten. Ob danach noch viel außer Fuel Cell und batteriebetriebene Fahrzeuge übrig bleibt ist offen. Die Gründe hierfür sind, ein deutlich höherer Wirkungsgrad (well-to-wheel) im Vergleich zum Verbrenner oder zur Brennstoffzelle und deutlich weniger Bauteile im Antriebssystem. Wir haben uns in jedem Fall im PKW-Bereich schon komplett umgestellt und generieren mehr als 90% unseres Umsatzes aus dem New Mobility Bereich.

Für die kommenden Monate erwarte ich eine leichte Erholung der Nachfrage. Der Wegfall der Subventionen hat die Branche stark belastet. Ich denke aber es hat auch dazu geführt, dass jetzt die Entwicklung hin zu wettbewerbsfähigen Preisen stark beschleunigt wird und wir in Kürze deutlich billigere Fahrzeuge sehen werden, wie die mit Verbrenner. Blickt man etwas über die kommenden Monate hinaus, hat bi-direktionales Laden das Potenzial die Attraktivität von E-Fahrzeugen nochmals deutlich zu steigern. Bereits jetzt bieten Firmen erste Zero-Zero Konzepte an, mit denen kostenloses Fahren möglich werden soll, sofern dies eine gewisse Kilometerleistung im Jahr nicht übersteigt.

Grundsätzlich verstehe ich die Diskussion E-Fahrzeug vs. Verbrenner nicht. Wir brauchen Lösungen für unsere Klimaziele in der aktuellen Übergangsphase und da wäre zum einen Technologieoffenheit wichtig und Ansätze über alternative CO2-arme Kraftstoffe für Bestandsfahrzeuge. Der alternative Dieselkraftstoff  HVO 100 ist nur der erste Schritt. Langfristig gesehen hat die E-Mobilität in diesem Kontext dennoch das größte Entwicklungspotenzial. Stetig steigende Batteriekapazitäten, immer schnellere Ladezeiten sind neben sinkenden Anschaffungskosten die Schlüsselfaktoren. In China wurden vergangenes Jahr ca. 9 Mio. Fahrzeuge mit E-Antrieb gebaut. Europa ist da inzwischen weit abgeschlagen.  Diese Entwicklungen sind deshalb nicht in Monaten zu fassen, sondern in Jahren. An dieser Entwicklung  ändert auch ein vorübergehender Nachfragerückgang nichts.

Anleihen Finder: Inwiefern benötigen Sie die bestehenden liquiden Mittel derzeit für den Geschäftsbetrieb? Wo ist akuter Investitionsbedarf und warum?

Martin Huber: Wie eingangs erwähnt sind wir in den letzten 4-5 Jahren um mehr als 200% gewachsen. Dies erfordert viel Liquidität und die Anleihe war im Prinzip der Booster, der dies überhaupt ermöglicht hat. Um einen langfristigen Wachstumskurs fortsetzen zu können, müssen wir nach der Prolongation und nach der Einbringung von Gesellschafterdarlehen weitere Mittel einwerben. Weitere innovative Entwicklungsprojekte stehen an und die Unternehmensgruppe an sich muss sich globaler in der Fertigung aufstellen, um nicht die Attraktivität als Lieferant zu verlieren. Für diese Themen sehen wir insbesondere EK-Investoren, die durch direkte Beteiligung auch Verlustrisiken tragen, aber dafür auch an den Ertragsmöglichkeiten partizipieren können. Der konkrete Investitionsbedarf ergibt sich erst aus den Projekten, für die man eventuell nominiert wird.

„Um einen langfristigen Wachstumskurs fortsetzen zu können, müssen wir nach der Prolongation und nach der Einbringung von Gesellschafterdarlehen weitere Mittel einwerben“

Anleihen Finder: Wie sieht denn die aktuelle Auftragslage aus? Mit welchen Umsätzen und Erträgen rechnen Sie in diesem und den kommenden Jahren?

Martin Huber: Im laufenden Geschäftsjahr sind wir genau wie alle anderen in diesem Umfeld von dem Wegfall der Förderung betroffen und haben dies in deutlich geringeren Abrufen gespürt. Gegen Ende des Geschäftsjahres sehen wir eine erste Erholung. Zu Umsatzzahlen kann ich noch keine Aussage treffen, sie werden aber eher auf dem Niveau vom Geschäftsjahr 2021/2022 liegen.

Für die Zukunft darf ich sicher aus haftungstechnischen Gründen keine Wachstumsprognosen abgeben. Die Anfragen und die damit einhergehenden Angebotsvolumen stimmen uns optimistisch, die Herausforderung wird sein, dies alles finanziert zu bekommen. Dass unsere Strategie bisher richtig war, zeigt ja, dass wir in den vergangenen Jahren unseren Umsatz vervielfachen konnten und früher zu normalen Zeiten auch ertragreiche Jahre hatten.

Anleihen Finder: Wo liegt der Fokus der Huber Automotive-Gruppe derzeit? Welche (Hard- und Software-) Produkte sind die Wachstumstreiber und wo kommen sie zur Anwendung?

Martin Huber: Die Huber Automotive Group bietet ihren Kunden im Elektronikbereich eine breite Range von der Konzeption, Soft- und Hardware-Entwicklung, Testing bis zur vollumfänglichen Serienproduktion an. Es gibt nur weniger Zulieferbetriebe unter 1000 Mitarbeiter, die dieses Leistungsspektrum anbieten können. Der überwiegende Teil des Umsatzes kommt von den Produkten rund um die Batterie. Im Bereich Hybrid und E-Drive Systeme sind wir auf Spezialmärkte wie z.B. dem für Befahrungsfahrzeuge im Untertagebau fokussiert. Die automotive-spezifische Software Architektur Autosar ist der gemeinsame Nenner fast aller unserer Projekte. Wachstumstreiber sind Innovationen im Bereich Batteriemanagement und in der KFZ-Elektronik an sich. KI in der embedded-Software wird sicher ebenfalls einen größeren Stellenwert einnehmen. Mit diesem Thema haben wir uns bereits 2010 beschäftigt und überraschend schnell Ergebnisse erzielt.

Anleihen Finder: Zurück zum BondSie haben sicherlich schon mit Anleihe-Investoren Kontakt aufgenommen – wie sind die Rückmeldungen zu Ihrem Vorhaben?

Martin Huber: Nun, es ist verständlich, dass bei den Anlegern wenig Begeisterung herrscht, wenn über längere Zeit keine Jahresabschlüsse veröffentlicht werden und diese dann für die Prolongationsentscheidung auch noch untestiert vorgelegt werden. Die Sache ist aber komplexer als man zunächst annehmen möchte. Ich hatte ja eingangs die komplexe Problematik erklärt.

Leider hat sich das Ganze wesentlich länger hingezogen, wie gedacht und bedurfte auch noch einer Abstimmung und Einigung zwischen den WP-Gesellschaften. Hier wurden sicher auch von uns Fehler gemacht, weil wir der Auffassung waren, ohne Zahlen brauchen wir das Thema bei Investoren erst gar nicht adressieren. Man kann sicher darüber streiten, wie man es besser hätte machen können. Wichtig für uns in dieser Situation ist wie verhalten sich die institutionellen Anleger. Diese erkennen natürlich, dass eine Abstimmung gegen die Prolongation verheerende Folgen für das Unternehmen und auch für die Anleihe hätte.

„Könnten von allen aktuell laufenden Vergabeverfahren für neue Aufträge ausgeschlossen werden“

Folgt man der Interessensgruppe und lässt die 1. Abstimmung über die Prolongation ins Leere laufen, bleibt der Finanzstatus über Wochen oder Monate ungewiss. Das würde dazu führen, dass wir von allen aktuell laufenden Vergabeverfahren für neue Aufträge ausgeschlossen werden. Bis es dann in einem zeitaufwendigen Abstimmungs- und Verhandlungsverfahren zu einer zweiten physischen Versammlung kommt sind alle Vergaben ohne unsere Teilnahme entschieden und dies kann für das Unternehmen einen nicht wiedergutzumachenden Schaden bedeuten.

Von daher bin ich überzeugt, die Investoren, die pragmatisch und rational denken, unterstützen uns in der Schadensbegrenzung, auch wenn Sie nicht glücklich sind über die bisherige Kommunikation. Sie sind sich aber der unkalkulierbaren Risiken und Folgen, die eine wochenlange Verzögerung für die Gesellschaft mit sich bringt, bewusst.

Anleihen Finder: Was müssen Anleiheinhaber nun tun, um an der Abstimmung nach Ostern teilzunehmen? Gibt es auch darüber hinaus auch Gegenanträge zu Ihrem Vorhaben?

Martin Huber: Wer unseren Vorschlag der Prolongation unterstützen möchte, der sollte seine Stimme taggenau in dem Zeitfenster 02.-04. April 2024 beim Abstimmungsleiter per Email oder Fax einreichen. Auf dem Postwege sehen wir es nicht gesichert, dass das Abstimmungsformular innerhalb des knapp bemessenen Zeitfensters termingenau eingeht. Für Fragen im Detail stehen wir unter investor-relations@huber-group.com  zur Verfügung.

„Ein Ergänzungsverlangen vom Liquidator des KFM Fonds eingereicht über DMR Legal wurde inzwischen zurückgezogen, weil es für das Unternehmen und die Gläubigergemeinschaft unkalkulierbare Risiken mit sich gebracht hätte“

Ein Ergänzungsverlangen vom Liquidator des KFM Fonds eingereicht über DMR Legal wurde inzwischen zurückgezogen, weil es für das Unternehmen und die Gläubigergemeinschaft unkalkulierbare Risiken mit sich gebracht hätte. Für die Wahl des Gläubigervertreters wäre nur eine einfache Mehrheit von 50%+1 Stimme erforderlich gewesen. Für den Vorschlag einer Stundung der Rückzahlung sowie der Zinszahlung bis 30. Juni 2024 wären aber eine qualifizierte Mehrheit erforderlich gewesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man zwar einen Gläubigervertreter positionieren hätte können, die Stundung für den Zeitraum anschließender Verhandlungen und für die Vorbereitung einer 2. Versammlung aber an dem Veto anderer Gläubiger scheitert, wäre sehr hoch. Der Gedanke, die Prolongation im 1. Durchgang zu kippen, würde damit eine sofortige Fälligkeit am 16. April auslösen und hätte uns unweigerlich in die Insolvenz getrieben, weil niemandem der Initiatoren sich dem Unterschied in der erforderlichen Mehrheit der zwei Abstimmungspunkte bewusst war.

„Der Gedanke, die Prolongation im 1. Durchgang zu kippen, würde damit eine sofortige Fälligkeit am 16. April auslösen und hätte uns unweigerlich in die Insolvenz getrieben“

Wir hoffen, dass dem Aufruf die notwendige Prolongation zu kippen, kein vernünftiger Investor folgt und damit sein gesamtes Investment riskiert. Aus unserer Sicht ist da ein eklatanter Beratungsfehler unterlaufen.

Hinweis: Sämtliche Formulare inklusive dem für den Depotbank-Sperrvermerk sind auf der Unternehmenswebseite unter https://www.huber-automotive.com/investor-relations/anleihe/ verfügbar.

Anleihen Finder: Abschließend:Warum wird sich die Huber Automotive AG im Automotive Elektronik-Markt weiterhin durchsetzen und wettbewerbsfähig bleiben?

Martin Huber: Die Huber Automotive AG konnte in den vergangen zehn Jahren ihre Marktposition ausbauen und bis zum GJ 2022/2023 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von rund 30%/ Jahr (CAGR) erzielen und bewegt sich inzwischen in einem Wettbewerbsumfeld in dem der kleinste Wettbewerber weit mehr als 1 Mrd. EUR Umsatz macht und mehrere tausend Mitarbeiter hat. Der größte macht über 20 Mrd. EUR Umsatz.

Um in einem Umfeld mit wesentlich größeren Wettbewerbern bestehen zu können, sehen wir es für erforderlich, dass wir qualitativ besser sind. Sowohl bei Neuteilen als auch bei Feldreklamationen. Das ist unser oberstes Ziel. Darüber hinaus sind wir sehr innovationsgetrieben. Um ein guter Entwickler von Steuergeräten zu sein, muss man unserer Ansicht nach ein Verständnis fürs Gesamtsystem haben. Deshalb entwickeln wir für Spezialmärkte wie z.B. den Untertagebau E-Drive oder Plug-in Hybrid-Gesamtsysteme für den leichten Nutzfahrzeug-Markt. Dieser Systemüberblick hilft uns wiederum bei Serienentwicklungen von reiner Elektronik für die Fahrzeughersteller. Des Weiteren bieten viele in der Branche kein durchgängiges Leistungsportfolio an. Wir bieten von der Konzeptentwicklung, über Gehäuse und Steckverbinder-Design, Hardware & Softwareentwicklung, EMV-Labor, Umwelt-Testlabor bis hin zur Großserienfertigung für 7-stellige Stückzahlen.

Aber das allein reicht nicht. Wir arbeiten ständig an Konzepten, wie wir mit unseren Entwicklungen Einsparpotenziale für unsere Kunden heben können. Wir sind z.B. davon überzeugt, dass wir mit KI-basierten Software-Komponenten, den nutzbaren Kapazitätsbereich einer Batterie um einige Prozentpunkte vergrößern können, ohne Einbußen bei der Lebensdauer hinnehmen zu müssen. Kann man den nutzbaren Bereich einer 100 kWh Batterie nur um 3-4% vergrößern, ist das ein erheblicher Kostenfaktor und bringt eine größere Einsparung als die gesamte Elektronik kostet.
Wenn dann noch schnelleres Laden realisiert werden kann, dann geht es nicht mehr um den direkten Preisvergleich bei der Lieferantenauswahl, sondern dann definiert sich unsere Wettbewerbsfähigkeit danach, wieviel Zeit und Geld sparen wir unseren Kunden in der Entwicklungsphase ein, wie schnell können Anpassungen in Sachen neuer Zellen oder deren Zellchemie realisiert werden, oder wie schnell kann ein Transfer des Systems in neue Modelle erfolgen. Hier wollen wir Benchmark werden. Time-to-market kann unter Umständen das wesentliche Entscheidungskriterium sein.

Wir sind aktuell an diversen größeren Ausschreibungen beteiligt. Im Gesamtvolumen über die Laufzeit belaufen sich diese Projektanfragen auf mehrere Milliarden EUR. Ich möchte aber explizit klarstellen, dass dies nicht gleichbedeutend ist mit einer Beauftragung von uns und dies ist auch ohne Wertung unserer Chancen hier zum Zuge zu kommen. Es zeigt lediglich die Marktpotenziale, die generell vorhanden sind.

„Es setzt eine Prolongationsentscheidung bis zum 04. April voraus, weil ein Eigenkapitalgeber Wachstum und Innovationen finanzieren möchte und nicht die Refinanzierung von Fremdkapital“

Wir sind uns bewusst, dass wir bei der Lieferantenauswahl für diese Projekten nur in Betracht gezogen werden können, wenn wir sehr kurzfristig das Thema Anleiheprolongation erfolgreich abschließen können und wenn es uns gelingt, Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel bei Investoren einzuwerben. Dies setzt aber eine Prolongationsentscheidung bis zum 04. April voraus, weil ein Eigenkapitalgeber Wachstum und Innovationen finanzieren möchte und nicht die Refinanzierung von Fremdkapital. Ein eventueller Investor möchte am Wachstum und am Gewinn partizipieren, steht deshalb auch zur Deckung anfallender Verluste parat, nicht aber zur Bereitstellung des generellen Liquiditätsbedarfs wie z.B. für Working Capital.

Zieht sich die Anleiheprolongation bis Mai oder Juni, sind die meisten Ausschreibungen bereits entschieden und wir gehen leer aus. Deshalb gefährden diverse Interessengruppen mit ihrem Veto bei der ersten Abstimmung über die Prolongation und mit dem Ansinnen die erste Abstimmung ins Leere laufen zu lassen nicht nur unsere Chancen auf neue Aufträge, sondern auch letztendlich den Fortbestand des gesamten Unternehmens.

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