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Verleihung des elogistics award 2013 im Rahmen des Jahreskongresses AKJ Automotive in Saarbrücken 10. April 2013

(PresseBox) (Saarbrücken, )
Der Arbeitskreis AKJ Automotive (www.akjnet.de) vergibt anlässlich seines 28. Jahreskongresses mit dem Motto "Komplexität, Flexibilität und Nachhaltigkeit" am 10. April 2013 zum 14. Mal den elogistics award. Verliehen werden die Auszeichnungen während der festlichen Abendveranstaltung von Herrn Jürgen Barke, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes gemeinsam mit den Mitgliedern der Jury.

Die Jury - bestehend aus Experten aus Automobilindustrie und Mitgliedern der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes - hat die eingereichten Projekte nach folgenden Kriterien beurteilt:

- Innovation in Bezug auf die gewählte Anwendung
- Originalität in Bezug auf die Anwendungsfelder in der Logistik
- Nutzen und Mehrwert aus Sicht der Hauptanwender
- Beschleunigungseffekte in der Wertschöpfungskette bzw. Auftragsabwicklung
- Entwicklungsmöglichkeit und Nachhaltigkeit

Mit dem elogistics award möchte der Arbeitskreis AKJ Automotive in erster Linie innovative Projekte würdigen, die in geeigneter Weise Logistik und Informationsverarbeitung verbinden. Besonders beachtet wird die Anwenderseite - wird die Lösung in der Praxis eingesetzt und haben sich signifikante Verbesserungen in den Prozessen ergeben?

Die Jury prämierte in diesem Jahr vier eingereichte Lösungen mit einem Preis (die Reihenfolge ist nach Unternehmensname des Anwenders gelistet):

- "Heijunka-basiertes Produktionssystem und interaktive grafische Heijunka-Plantafel"
(Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge mit Dienstleister Consilio IT-Solutions) als Umsetzung der Prinzipien des Lean Manufacturing in der Kleinserien- und Einzelfertigung durch eine geeignete IT-Lösung
- "Supply Network Design, Planning and Execution"
(Magna International Europe mit den Dienstleistern RISC Software, HGS Informations­management und Allocation Network) als unternehmensweite Intranet-Plattform zur standardisierten Planung, Ausschreibung, Inbetriebnahme und Monitoring der Logistikprozesse für über 100 europäische Werke
- "VIVA Open"
(Volkswagen Sachsen mit Dienstleister Carnet) als prozessnahe IT-Lösung zur Steuerung des Auftragsdurchlaufs durch die Automobilfabrik
- "CargoBeamer"
(Volkswagen mit Dienstleister CargoBeamer) als Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Logistik durch technische und organisatorische Lösungen in multimodalen Transportketten (Straße/Schiene).

In der Folge werden die prämierten Lösungen und der erreichte Nutzen detailliert erläutert.

"Heijunka-basiertes Produktionssystem und interaktive grafische Heijunka-Plantafel"
(Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge mit Dienstleister Consilio IT-Solutions)


Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge produziert im Gegensatz zu Serienfertigern aus der Automobilindustrie in Einzelfertigung mit hoher Variantenzahl und kleinen Stückzahlen. Vor Einführung der Lösung erfolgte die Bedarfsplanung nach klassischer MRP-Logik - mit auf die Anlagenproduktivität optimierten Losgrößen und einem hohen Aufwand bei Kapazitätsplanung und -glättung.

In der 2010 eröffneten Fabrik in Budapest wurde die Chance genutzt, die Produktion von Anfang an nach den Gesichtspunkten des Lean Manufacturing aufzubauen. Das Ziel war die 5-Tage-Fabrik, also eine wesentliche Beschleunigung des Auftragsdurchlaufes über die einzelnen internen Wertschöpfungsstufen. Die besondere Herausforderung lag in der Umsetzung des Heijunka-Prinzips (Produktionsglättung) in der Kleinserien- bzw. Einzelfertigung und die geeignete Unterstützung durch die informationsverarbeitenden Systeme.

Es ist gelungen, durch einen im SAP-System implementierten Heijunka-Prozess mit interaktiver Plantafel eine Glättung der Produktion mit den damit verbundenen Vorteilen zu erreichen. Die durchgängige Realisierung im bestehenden SAP-System vermeidet Schnittstellen und damit verbundene Fehlermöglichkeiten und mögliche zeitliche Verzögerungen. Die Effekte sind beeindruckend - die Durchlaufzeiten wurden im Durchschnitt auf ein Drittel gesenkt, die Bestände massiv gesenkt und die Flexibilität bei kurzfristigen Auftragsänderungen beträchtlich erhöht.

"Supply Network Design, Planning and Execution"
(Magna International Europe mit den Dienstleistern RISC Software,
HGS Informationsmanagement und Allocation Network)


Magna als einer der großen 1-tier-Zulieferer steht vor der Herausforderung, die Logistikprozesse der über 100 Werke in Europa trotz einer dezentralen Organisationsstruktur zu standardisieren und zu ordnen. Hier geht es um eine standardisierte Dokumentation aller Logistikprozesse, die geeignete unternehmensweite Kommunikation von Best Practices und darüber hinaus um die Unterstützung der Neuplanung von Prozessen und der damit verbundenen Ausschreibungsverfahren für die einzukaufenden Logistikdienstleistungen. Nur so ist es für das Gesamtunternehmen möglich, bestehende Synergien zu nutzen und eine werksübergreifende Systematik von Logistikprozessen durchzusetzen - mit den positiven Effekten einer verbesserten Wirtschaftlichkeit insbesondere durch die starke Beschleunigung bei der Planung und Implementierung neuer Prozesse.

Die prämierte IT-Lösung ist die Voraussetzung für die durchgängige Nutzung von Prozessstandards in einer dezentralen Unternehmensstruktur. Der gesamte Lebenszyklus eines Logistikprozesses von der Planung über die Ausschreibung und die Implementierung bis zum Betrieb und Monitoring wird unterstützt, gleichzeitig wird durch eine Intranet-Portal eine Zusammenführung der Informationen aus den noch bestehenden heterogenen ERP-Systemen der Werke möglich.

Magna erreicht mit der eingeführten Lösung eine kostenoptimale Gestaltung, Dimensionierung, Strukturierung, operative Kontrolle und Steuerung des Logistiknetzwerkes der europäischen Werke. Fundierte Planungsergebnisse durch exaktere Berechnungen auf Basis einer durchgängigen Systemvernetzung sind die Basis für eine höchstmögliche Flexibilität hinsichtlich der Netzwerkgestaltung bei gleichzeitiger Gewährleistung kurzer Reaktionszeiten auf dynamische Marktveränderungen im operativen Tagesgeschäft.

"VIVA Open"
(Volkswagen Sachsen mit Dienstleister Carnet)


Mit VIVA (Vehicle Information and Visualization Analysis) hat Volkswagen Sachsen ein Lösung für ein integriertes Auftrags- und Materialmanagement in Echtzeit implementiert. Das System ist im Fahrzeugwerk in Zwickau im Einsatz und einzelne Bausteine werden auch in weiteren Konzernstandorten verwendet. Nach der Auftragseinplanung, der Stücklistenauflösung und der Materialdisposition in Host-Systemen gab es bisher nur eine reduzierte Systemunterstützung in der Reaktion auf Störungen und Abweichungen nach Produktionsstart.

Für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Montagewerkes ist es unabdingbar, auch nach der Auftragseinlastung flexibel auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren zu können - und zwar unter Beachtung möglichst aller bestehenden Restriktionen und unter Abwägung der Vor- und Nachteile bestimmter Handlungsweisen. Die Lösung VIVA Open setzt an diesem Punkt an und bedeutet eine neue Qualität in der Fabrik- und Montagesteuerung durch die explizite Verknüpfung von Auftrags- und Materialdaten auf den einzelnen Fahrzeugauftrag bezogen.

Mit dem eingeführten System besteht auch die Möglichkeit, Störungen wie z.B drohende Materialengpässe noch früher zu erkennen und kann die erwarteten Auswirkungen besser bewerten. Der gesamte Wertschöpfungsprozess in der Fabrik wird visualisiert und damit transparent gemacht. Diese Transparenz bis auf Einzelteilebene ermöglicht auch gerade in An- und Auslaufsituationen eine engere Steuerung der Materialversorgung, so dass das Risiko von Fehl- bzw. Obsolet-Teilen stark reduziert wird.

"CargoBeamer"
(Volkswagen mit Dienstleister CargoBeamer)


Die Jury hat sich entschlossen, in diesem Jahr eine weitere Lösung mit besonderem Bezug zu Nachhaltigkeit und ressourcenschonender Logistik auszuzeichnen. Steigende Verkehrsleistungen in Europa führen bei unausgeglichenen Kapazitätsauslastungen der Verkehrsträger zu Herausforderungen in der Industrie und Transportwirtschaft. Überlastete Straßeninfrastruktur erschwert die Transportdurchführung auf der Straße und hohe CO2-Emmissionen durch diesel-betriebenen Lkw-Transport rücken in den Fokus des Kunden. Gleichzeitig bietet der Transport auf der Schiene keine ausreichende Netzbindungsqualität.

Mit dem Bau des CargoBeamer-Terminals im Volkswagenwerk-Wolfsburg wird das Ziel verfolgt, durch die Möglichkeit des horizontalen Umschlags von Standard-Ladeeinheiten im Kombinierten Verkehr "Straße/Schiene" nachhaltig die Straßeninfrastruktur zu entlasten und die Umweltbelastungen zu reduzieren. Nicht-kranbare Sattelauflieger, das Standardequipment im Lkw-Straßentransport, findet in den aktuellen Transportprozessen keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zum Einsatz im Kombinierten Verkehr.

Das CargoBeamer-System ermöglicht allen Standard-Ladeeinheiten die Teilnahme am Kombinierten Verkehr und somit die Verlagerung von Transportkapazitäten auf die Schiene. Alle Ladeeinheiten können in "Verladewannen" abgestellt werden und horizontal, ohne Kranvorgang, von der Straße auf die Schiene umgeschlagen werden. Es können in dem geplanten Terminal bis zu 5 Ladeeinheiten parallel zwischen den Verkehrsträgern umgeschlagen werden, so dass sich der Zeitbedarf für den Umschlagsvorgang stark reduziert.

Die Transparenz über die gesamte Transportkette wird dabei über eine Online-Plattform für die Kunden sicher gestellt. Sobald der CargoBeamer mit dem Auflieger das Terminal verlässt, kann das verladende Unternehmen den Weg im Internet verfolgen. Der Kunde erhält online Echtzeit- und Statusinformationen, wenn er das wünscht auch pro-aktiv.

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AKJ Automotive c/o FITT gGmbH

Der Arbeitskreis AKJ Automotive (www.akjnet.de) beschäftigt sich mit Strategien und Lösungen für die Neuausrichtung und Optimierung der Kernprozesse und Lieferbeziehungen in der Automobil- und Zulieferindustrie. Er versteht sich als Plattform zum Austausch von Erfahrungen für die drei beteiligten Parteien in der automobilen Wertschöpfungskette (OEM, Lieferanten und Dienstleister) und bietet den Rahmen zur offenen Diskussion aktueller Fragestellungen in der Zusammenarbeit.

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