Durch den Zugriff auf die internen Dashboards der Angreifer erhielten Forscher tiefe Einblicke in die Telemetriedaten und die Effektivität der Schadsoftware. Die Analyse offenbarte nicht nur die geografischen Schwerpunkte der Kampagnen, sondern auch die spezifischen Ziele der Affiliates, die StealC für den Diebstahl von Zugangsdaten und Unternehmensgeheimnissen mieten. Diese Transparenz ermöglichte es der Sicherheitsgemeinschaft, betroffene Organisationen schneller zu identifizieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten, noch bevor der eigentliche Datenschaden vollumfänglich eintreten konnte. Es zeigt sich hierbei deutlich, dass die Überwachung der kriminellen Supply Chain ein entscheidender Faktor für die Resilienz moderner Unternehmen ist, da sie wertvolle Frühwarnsignale liefert.
Dieser Vorfall markiert zudem einen strategischen Wendepunkt im Katz-und-Maus-Spiel zwischen Angreifern und Verteidigern. Während Unternehmen massiv in ihre Perimeter-Sicherheit investieren, offenbart das „Hacking the Hackers“ eine systemische Instabilität innerhalb krimineller Ökosysteme. Das Vertrauen in die Anonymität und Sicherheit dieser Miet-Malware ist nachhaltig erschüttert, was die Kosten und Risiken für die Akteure erhöht. Sicherheitsverantwortliche sollten diesen Fall zum Anlass nehmen, die Integration von externen Bedrohungsdaten in die eigene Sicherheitsstrategie zu erwägen. Denn wenn die Infrastruktur der Angreifer fällt, entstehen wertvolle Zeitfenster, die über den Erfolg der eigenen Incident-Response-Maßnahmen entscheiden können.