Dienstleister der Informationsgesellschaft: Konjunktur bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft stabilisiert sich

(PresseBox) ( Neuss, )
Die konjunkturelle Lage bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft hat sich im vierten Quartal 2007 stabilisiert. Der ZEW-IDI steigt im Vergleich zum dritten Quartal 2007 um 0,2 Punkte und liegt nun bei einem Wert von 61,6 Punkten. Dabei bewerten die wissensintensiven Dienstleister die konjunkturelle Situation positiver als die IT-Dienstleister. Der Stimmungsindikator liegt für die wissensintensiven Dienstleister bei 62,7 Punkten, während er bei den IT-Dienstleistern einen Wert von 61,7 Punkten annimmt.

Der Wirtschafszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft umfasst zwei Teilsektoren: die sogenannten IT-Dienstleister (Software und IT-Dienste, IKT-Handel, Telekommunikationsdienstleister) und die sogenannten wissensintensiven Dienstleister, die IKT intensiv bei ihrer Dienstleistungserstellung einsetzen. Da diese beiden Sektoren zum Teil recht unterschiedlichen Einflüssen unterliegen, werden ab diesem Quartal neben dem ZEW-IDI, Stimmungsindikator für den Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft, zusätzlich die Stimmungsindikatoren für die beiden Sektoren IT-Dienstleister und wissensintensive Dienstleister getrennt ausgewiesen.

Der Teilindikator, der die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage des gesamten Wirtschaftszweigs der Dienstleister der Informationsgesellschaft widerspiegelt, ist im vierten Quartal 2007 im Vergleich zum dritten Quartal 2007 um 1,7 Punkte gestiegen und liegt jetzt bei 62,4 Punkten. Diese positive Entwicklung scheint vor allem durch die gute Geschäftslage bei den wissensintensiven Dienstleistern getragen zu sein. Der Teilindikator, der die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage widerspiegelt, liegt für die wissensintensiven Dienstleister bei 65,1 Punkten. Die IT-Dienstleister bewerten die aktuelle Geschäftslage pessimistischer. Der entsprechende Teilindikator liegt für sie bei 58,6 Punkten.

Der Teilindikator, der die Bewertung der Geschäftserwar-tungen widerspiegelt, ist für den gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft im vierten Quartal 2007 um 1,1 Punkte auf 61 Punkte gesunken. Dieser nur leichte Rückgang ist auf die positiven Geschäftserwartungen der IT-Dienstleister zurückzuführen. Für sie liegt der Teilindikator bei 65 Punkten, während er für die wissensintensiven Dienstleister bei lediglich 60,4 Punkten liegt.

Branchenbetrachtung

In der Branche Software und IT-Dienste hat sich im vierten Quartal 2007 die Ertragssituation deutlich verbessert. Während im dritten Quartal 2007 der Anteil der Unternehmen, die von sinkenden Erträgen berichteten, den Anteil der Unternehmen, die steigende Erträge hatten, noch um etwa 19 Punkte überwog, ist dieser Saldo im vierten Quartal 2007 positiv.

Im Vergleich zum Vorquartal haben sich die Geschäftserwartungen der IKT-Händler im vierten Quartal 2007 verbessert. Der Anteil der Unternehmen, die für das erste Quartal 2008 mit steigenden Erträgen rechnen, überwiegt den Anteil der Unternehmen, die von sinkenden Erträgen ausgehen. Auch die Nachfrageentwicklung wird von den IKT-Händlern positiv eingeschätzt: Etwa die Hälfte der Unternehmen dieser Branche rechnet für das erste Quartal 2008 mit einer steigenden Nachfrage.

Die Telekommunikationsdienstleister bewerten sowohl die aktuelle als auch die erwartete Umsatzsituation im vierten Quartal 2007 positiv. Jeweils mehr als ein Drittel der Unternehmen dieser Branche berichtet von gestiegenen Umsätzen und erwartet auch für das erste Quartal 2008 steigende Umsätze.

Die aktuelle Geschäftslage der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer hat sich den Angaben der Unternehmen zufolge im vierten Quartal 2007 verschlechtert. Besonders die Umsatzlage wird so schlecht bewertet wie schon seit Jahren nicht mehr. Obwohl bei mehr als der Hälfte der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die Umsätze unverändert sind, berichten nur etwa ein Drittel der Unternehmen von gestiegenen Umsätzen. Die Ertragslage hat sich im vierten Quartal 2007 im Vergleich zum dritten Quartal 2007 verschlechtert. Während im Vorquartal knapp die Hälfte der Unternehmen von gestiegenen Erträgen berichtete, sind es im vierten Quartal 2007 weniger als ein Fünftel der Unternehmen.

In der Branche Unternehmensberatung hat sich die Umsatz- und Personalsituation im Vergleich zum dritten Quartal 2007 verbessert. Etwa die Hälfte der Unternehmensberater berichtet von gestiegenen Umsätzen und einem höheren Personalbestand.

Deutlich negativ bewerten im vierten Quartal 2007 die Architekten sowohl die aktuelle als auch die erwartete konjunkturelle Situation. Für die drei Indikatoren Umsatz, Ertrag und Nachfrage überwiegt der Anteil der Unternehmen, die von einer Verschlechterung der Lage berichten und dies auch für das erste Quartal 2008 erwarten, den Anteil der Unternehmen, die von einer Verbesserung berichten oder die eine Verbesserung erwarten.

Bei den technischen Beratern und Planern hingegen hat sich die Ertrags- und Personalsituation im vierten Quartal 2007 verbessert. Knapp ein Drittel der Unternehmen berichtet von steigenden Erträgen. Im dritten Quartal 2007 lag dieser Anteil bei lediglich etwa einem Zehntel der Unternehmen. Die Erwartungen für das erste Quartal 2008 hingegen sind eher pessimistisch. Der Anteil der Unternehmen, die sowohl mit sinkenden Umsätzen als auch mit sinkenden Erträgen rechnen, überwiegt den Anteil der Unternehmen, die steigende Umsätze und Erträge erwarten.

In der Branche Forschung und Entwicklung hat sich die Personalsituation im vierten Quartal 2007 im Vergleich zum dritten Quartal 2007 verschlechtert. Etwa ein Fünftel der Unternehmen hat im vierten Quartal 2007 Personal eingestellt, und knapp ein Viertel rechnet für das erste Quartal 2008 mit einem steigenden Personalbestand.

Die Unternehmen der Werbebranche beurteilen die Umsatz- und Nachfragesituation positiv. Während im dritten Quartal 2007 jeweils etwa ein Drittel der Unternehmen von gestiegenen Umsätzen und gestiegener Nachfrage berichteten, geben im vierten Quartal 2007 knapp die Hälfte der Unternehmen steigende Umsätze und mehr als die Hälfte der Unternehmen eine steigende Nachfrage an.

Nachfrageschwankungen

Im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft geben knapp 40 Prozent der Unternehmen an, dass ihr Unternehmen im Jahr 2007 stark bis sehr stark von Nachfrageschwankungen betroffen war. Am höchsten ist dieser Anteil bei den Architekten (etwa 61 Prozent), am geringsten bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern (etwa 11 Prozent).

Die konjunkturellen Einflüsse auf die Nachfrage sind in allen Branchen des Wirtschaftszweigs von höherer Bedeutung als die saisonalen Einflüsse. Dabei unterliegen die IT-Dienstleister stärker den konjunkturellen Nachfrageschwankungen (etwa 58 Prozent) als die wissensintensiven Dienstleister (etwa 46 Prozent). Am höchsten ist der Anteil der Unternehmen, die angeben, starken bis sehr starken konjunkturellen Nachfrageschwankungen zu unterliegen, bei den Architekten (etwa 77 Prozent), in der Werbebranche (etwa 62 Prozent) und bei den IKT-Händlern (etwa 60 Prozent). Der Einfluss saisonaler Faktoren auf die Nachfrage ist in der Werbebranche und bei den technischen Beratern und Planern besonders ausgeprägt. Hier geben etwa 43 Prozent bzw. etwa 35 Prozent der Unternehmen an, dass die saisonalen Schwankungen in der Nachfrage stark bzw. sehr stark ausgeprägt sind. Im IKT-Handel, in der Branche Software und IT-Dienste sowie bei den Architekten und Unternehmensberatern sehen sich mehr als 20 Prozent der Unternehmen starken bis sehr starken saisonalen Einflüssen ausgesetzt. In den Branchen Telekommunikationsdienstleistungen, Forschung und Entwicklung sowie Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung spielen saisonale Nachfrageschwankungen hingegen eine untergeordnete Rolle.

Ausgleich von Nachfrageschwankungen

Die Dienstleister der Informationsgesellschaft nutzen verschiedene organisatorische Maßnahmen zur kurzfristigen Ausweitung oder Verringerung ihrer Betriebskapazitäten, um so auf Nachfrageschwankungen zu reagieren. Überstunden und/oder Kurzarbeit sind nach wie vor die beliebteste Möglichkeit, Betriebskapazitäten kurzfristig zu verändern. Prinzipiell halten etwa 46 Prozent der Unternehmen diese Maßnahme für gut bis sehr gut geeignet, um auf Nachfrageschwankungen zu reagieren. Etwa 41 Prozent der Unternehmen geben an, diese Maßnahme häufig bis sehr häufig zu nutzen. An zweiter Stelle in der Rangfolge der am häufigsten eingesetzten Maßnahmen zur flexiblen Reaktion auf Nachfrageschwankungen steht die Beschäftigung freier Mitarbeiter (etwa 36 Prozent). Diese Maßnahme beurteilt mehr als der Hälfte der Unternehmen prinzipiell auch als gut bis sehr gut geeignet.

Personalentlassungen, Lebensarbeitszeitmodelle bzw. Zeitsparkonten und Preisanpassung sind in den Augen der Unternehmen kaum geeignet, um auf Nachfrageschwankungen zu reagieren. Auch nutzen die Unternehmen diese Maßnahmen selten. So geben lediglich etwa 10 Prozent der Unternehmen jeweils an, eine dieser Möglichkeiten als Maßnahme einzusetzen, um kurzfristige Nachfrageschwankungen flexibel auszugleichen.

Zusatzinformation zum ZEW-IDI:

Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal. Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung des ZEW-IDI bietet die ZEW-Dokumentation Nr. 03-09 (ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/docus/dokumentation0309.pdf ).

Die Konjunkturumfrage von Creditreform/ZEW:

An der vierteljährlichen Umfrage beteiligen sich jeweils rund 800 Unternehmen. Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT-) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Software und IT-Dienste, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung). Ein Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage ist im Internet unter www.zew.de/dienstleister abrufbar. Allgemeine methodische Hinweise finden Sie unter ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brep/asta.pdf. Eine Beschreibung des bei der ZEW/CREDITREFORM angewendeten Hochrechnungsverfahrens findet sich unter ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brep/expans.pdf

Anmerkung zur Hochrechnung
Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer bei den konjunkturellen Fragen (Umsatz, Ertrag, Nachfrage, Personal und Preise) mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen". Die Antworten der Umfrageteilnehmer auf alle anderen Fragen werden auf die Anzahl aller Unternehmen der betrachteten Branchen hochgerechnet. Weitere Informationen zu methodischen Aspekten der Analyse finden Sie auf Seite 4 des Branchenreports und auf den dort angegebenen Internetseiten.

Die Autorin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim
Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1990 gegründet. Heute arbeiten am ZEW 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.
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