S&P Capital IQ: Biopharmazeutika - Gewinntreiber für Europas Pharmakonzerne

(PresseBox) ( London, )
Biotechnologische Medikamente laufen langsam aber sicher den chemischen Pharmazeutika den Rang ab. Zu diesem Schluss kommen die Analysten von S&P Capital IQ Equity Research in ihrem neuen Report zu europäischen Pharmakonzernen. Der weltweit führende Anbieter von assetklassenübergreifenden Daten und Analysen für institutionelle Investoren, Anlageberater und Vermögensverwalter sieht vor allem in dem noch bis 2016 andauernden Auslaufen wichtiger Patente als auch in den politisch motivierten Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich große Herausforderungen für den Sektor. "Perspektivisch erwarten wir für den Gesamtsektor wenig Veränderung", sagt Sho Matsubara, Equity Analyst bei S&P Capital IQ. "Unternehmen, die im Bereich Biopharmazeutika gut aufgestellt sind und auch durch ihre zukünftigen Projekte überzeugen, haben allerdings unserer Einschätzung nach die besten Aussichten, den Markt zu überholen."

"Eine Pharmaindustrie, die sich nur auf Markenchemikalien in verschreibungspflichtigen Medikamenten konzentriert, ist ein Auslaufmodell", sagt Sho Matsubara, Equity Analyst bei S&P Capital IQ, und fasst damit das Fazit des aktuellen Sektor-Reports zu europäischen Pharmakonzernen zusammen. Biotechnologische Medikamente hingegen boomen: "Wir sind überzeugt, dass der globale Markt für Biopharmazeutika deutlich schneller als der gesamte Pharma-Markt wachsen wird. Bis 2018 gehen wir von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8,2 Prozent aus, während wir für den Gesamtmarkt ein jährliches Wachstum von 3,2 Prozent annehmen", erklärt Matsubara.

Biopharmazeutika spielen vor allem in den wachsenden therapeutischen Bereichen Onkologie, Autoimmunkrankheiten und Multiple Sklerose eine zunehmend wichtige Rolle. Hier werden stetig neue Produkte entwickelt und neue Projekte geplant. Treiber sind dabei vor allem die so genannten "monoklonalen Antikörper", die sowohl für die Diagnostik als auch Therapie verwendet werden. "Die Produktion von Biopharmazeutika, für die auch lebende Zellen verwendet werden, ist komplexer, schwieriger und kostspieliger als die Produktion chemischer Medikamente. Plagiatoren stehen hier vor Hürden, die kaum zu überwinden sind", sagt Matsubara.

Für den gesamten Sektor erwarten die Analysten wenig Veränderung, denn: "Global gesehen steht die Pharmaindustrie weiterhin vor einer Reihe von Herausforderungen - die drei größten sind die so genannte "Patentklippe", die Auswirkungen von "Obamacare" in den USA sowie die zunehmenden Sparmaßnahmen vor allem in den europäischen Peripheriestaaten", erläutert Matsubara. Bei der "Patentklippe" geht es um den auslaufenden Patentschutz so genannter "Blockbuster-Medikamente" mit hohen Umsatzvolumina, der bereits 2010 startete und sich bis 2016 fortsetzen wird. "In der Folge werden die betreffenden Unternehmen starker Konkurrenz durch die Hersteller billiger Generika ausgesetzt sein, was wiederum die Absatzzahlen der Markenmedikamente stark beeinträchtigen wird", so Matsubara. Bedenklich ist in diesem Zusammenhang auch, dass viele der Hersteller der (ehemals) patentierten Markenmedikamente keine nennenswerten neuen Projekte in der "Pipeline" haben.

In den USA könnte die weitere Umsetzung des Gesundheitsprogramms "Obamacare" - sollte Barack Obama am 8. November wiedergewählt werden - den Pharma-Markt belasten. "Das Programm deckt die Preise von Markenmedikamenten zunehmend nicht ab, zudem werden in den USA Medikamente gesondert besteuert", erläutert Matsubara. Zum Teil könnten die Belastungen durch den erwarteten Neueintritt von rund 3000 Menschen in die Krankenversicherung sowie durch die bereits beschlossenen Preiserhöhungen um acht bis neun Prozent gemildert werden - aufgehoben werden sie dadurch jedoch nicht. In Europa hingegen wird die Pharmabranche vor allem durch die anziehenden Sparmaßnahmen in den Peripheriestaaten belastet, die nicht zuletzt auch den Gesundheitssektor treffen werden.

Anleger, die in europäische Pharmakonzerne investieren wollen, sollten daher nach der Ansicht der Analysten bei der Auswahl des Unternehmens drei Punkte beachten: Erstens sollte das Unternehmen im Bereich der Biopharmazeutika gut aufgestellt sein - das bedeutet hohe Barrieren für die Hersteller von Generika und damit mehr Sicherheit. Ein gut diversifiziertes Unternehmens-Portfolio bringt zweitens eine Entschärfung sowohl von Patentrisiken als auch von Verlusten durch auslaufende Patente. Nicht zuletzt sollten die zukünftigen Projekte des Unternehmens bekannt sein.

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