DIN 18008

Immer noch heftigst diskutiert und wenig akzeptiert - die DIN 18008, obwohl schon lange geltendes Recht!

(PresseBox) ( Alsdorf, )
„Bis jetzt sind meine verbauten Scheiben auch nie kaputt gegangen. Da haben sich die Bürokraten und Ingenieure wieder ein Denkmal an der Praxis vorbei gesetzt. So ein Quatsch, wer soll das denn alles rechnen? Wir dürfen gar nicht selbst rechnen, das muss doch der Statiker machen. Brauch ich nicht, die Innung schaukelt da noch was ….“

Allesamt Aussagen zu einer DIN-Norm, die bereits seit mehr als zwei in einigen und seit einem Jahr im letzten Bundesland eingeführt und damit bundesweit bau- und zivilrechtlich verbindlich ist.

Dass sich diese Verunsicherung und Ignoranz, vor allem im Handwerk, mit den oben aufgeführten Todschlag-Argumenten derart ausgeweitet hat, ist bedingt durch unsachgemäße und unzureichende Kommunikation in den letzten Jahren sicher geschürt worden und somit erklärbar. Dass heute allerdings zahlreiche der täglich ausgeführten Verglasungsarbeiten deshalb an der Gesetzgebung vorbei gehen, ist damit aber keinesfalls entschuldbar und widerspricht jeder Vernunft. Doch auch das ist ein Problem unzureichender, ja teilweise falscher Kommunikation sowie zu vieler „Nebenkriegsschauplätze“, die ablenkend diskutiert werden, obwohl die Zeit für Diskussionen eigentlich längst vorbei ist.

Die klare und unmissverständliche Botschaft an das Handwerk, durch welches offizielle Gremium auch immer: „Leute, Ihr müsst diese DIN umsetzen und auf jeden Fall einhalten, weil es Gesetz ist“ fehlt und wenn überhaupt dahingehende Äußerungen zu finden sind, bleiben diese versteckt hinter irreführendem, wenn auch zumeist sicher korrektem Gerede.

Entscheidend als Positivargument neben all dem Negativen ist, dass Glas eigentlich erst durch die DIN 18008 ein vollwertiger Baustoff, im Sinne einer statischen Vergleichbarkeit zu anderen Materialien, geworden ist. Diese DIN dokumentiert nunmehr die praktische Entwicklung der letzten dreieinhalb Jahrzehnte, in denen Glas vom einfachen Ausfachungsmaterial zum nun anerkannten Baustoff, neben Beton, Stahl oder Holz, aufgestiegen ist. Und diese DIN wird langfristig dafür Sorge tragen, dass dieser erreichte Status Bestand hat, wenn, ja wenn sie dann irgendwann mal breit akzeptiert ist.

Das neue Sicherheitskonzept der statischen Dimensionierung von Glas, übrigens sinnigerweise gleich europäisch, beruht jetzt, wie bei anderen Baustoffen auch, auf einer statischen Bewertung der baulichen Situation in Abhängigkeiten von Materialparametern, Geometrien, Gebäudetypografien, Geländetypologien und klimatischer Vorortgegebenheiten. Damit sollte klar sein, dass diese Situationsanalyse mit viel mehr Faktoren und erhöhtem Rechenaufwand verbunden ist, und dass alle bisherigen und künftigen Versuche, die jeweilig geforderte Momentanforderung durch tabellarische Standardwerke zu vereinfachen, nur unzureichende, da mit Sicherheitsbeiwerten gespickte Pseudohilfen sein können.

Allerdings führt die Diskussion über solche Machwerke bereits wieder zur Verhinderung der dringend benötigten, breiten Umsetzung – mal abwarten, was da kommt. Gleiches galt und gilt für die öffentlichen Diskussionen der letzten Monate um DIN-Rücknahme, 4-m-Regel-Rückeinführung, Vorlageberechtigung oder Nachweis-Erleichterungsausweitung.

Allesamt haben diese „Nebenkriegsschauplätze“ zu keinem konkreten Ergebnis für die einzelnen Betriebe geführt, einzig, dass derzeit die Nachweisführung für kleinere Isolierglasscheiben nochmals praxisbezogen angepasst werden wird. Da diese bereits verabschiedete, aber noch nicht eingeführte DIN-Anpassung bis 2 m2 allerdings erneut wieder von diversen „wenn – dann“-Betrachtungen ausgeht, entfällt die 1,6 m2-Ausnahmeregel, und es ist stets ein rechnerischer Nachweis zu führen. Auch hier dürfte eine starre Tabelle kaum das beabsichtigte Ziel erreichen und wenn, dann nur über unwirtschaftlichere, dickere Glasaufbauten, um weniger situativ, aber trotzdem sicher zu sein.

Über 10 Jahre haben sich die Macher der DIN 18008 bei der Entwicklung bemüht, das Delta in der Praxis zwischen Vergangenheit und Zukunft so klein wie möglich zu halten. Das formulieren viele heute mit dem oft zu hörenden Hinweis „so viel hat sich doch gar nicht verändert“. Das allerdings stimmt nur eingeschränkt, setzt es doch voraus, dass die vormaligen Richtlinien in Verbindung mit der alten DIN 1055/2007 und beispielsweise eine 4-m-Regel exakt und korrekt angewandt worden wären. Dem war aber leider in den letzten zehn Jahren nicht so, und es setzt auch voraus, dass die markanteste Veränderung, nämlich die situative Betrachtung, explizit umgesetzt und damit jederzeit durch wen auch immer belegt und vorgelegt werden kann.

Also egal, welche Diskussionen und vermeintlich vereinfachenden Tabellen noch folgen, der einzige seriöse und wirtschaftliche Weg heutiger, gesetzeskonformer Glasverbauung geht nur über eine stimmige Situationsberechnung – am einfachsten und wirtschaftlichsten geht das mit dem bewährten Glastik in einer der drei Varianten, je nach Notwendigkeit im Tagesgeschäft.
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