GDL-Kongress Lebensmitteltechnologie 11.-13. Oktober 2018 in Bremerhaven

300 Lebensmittelfachleute aus dem deutschsprachigen Raum diskutierten aktuelle Themen

(PresseBox) ( Frankfurt, )
Die Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen (GDL e. V.) veranstaltete vom 11. bis 13. Oktober 2018 ihren 9. Kongress Lebensmitteltechnologie im traditionsreichen Fischbahnhof in Bremerhaven. Der Kongress wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremerhaven und dem Technologie-Transfer-Zentrum (ttz) Bremerhaven durchgeführt. Die Veranstaltung mit drei parallel verlaufenden Vortragsreihen, Poster-Präsentationen und einer Firmenausstellung erwies sich wiederum als eine Art Seismograph, der die manches Mal doch recht hektischen Bewegungen der Branche sichtbar machte und einen weiten Blick über den Tellerrand ermöglichte. Die Breite der Vortragsthemen war eine angenehme Abwechslung von der hohen Spezialisierung innerhalb der Lebensmittelwirtschaft.

Parallel zu den Fachvorträgen fanden eine eigene Session zu den Perspektiven und Fragen von Studierenden sowie erstmalig eine Karrieremesse statt, auf der Unternehmen die Möglichkeit nutzten, sich als potenzielle Arbeitgeber für Absolventen der verschiedenen Lebensmittel orientierten Studiengänge zu präsentieren.

In den Fachvorträgen stellten mehr als 60 Referenten neue Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung vor. Das Spektrum der Vorträge reichte von der Grundlagenforschung aus dem Hochschulbereich bis hin zur anwendungsorientierten Praxis in der Lebensmittelindustrie. Auf diese Art kam ein fruchtbarer Dialog zwischen Forschung und Anwendung zustande, so dass die zahlreichen Studierenden einen unmittelbaren Einblick in beide Welten gewinnen konnten.  

Inhaltliche Schwerpunkte lagen im Bereich der Verfahrenstechnik, der Haltbarmachung oder der Bedeutung und Beeinflussung von Inhalts- und Zusatzstoffen. Daneben beschäftigten sich einzelne Themenkreise mit Aspekten der Molkerei- und der Backtechnologie, zwei der größten Felder der Lebensmittelindustrie.

Wichtige Themenfelder waren die sogenannten Zukunftsthemen. Dazu gehört insbesondere der mit einer intensiven Digitalisierung verbundene Aspekt Industrie 4.0, der die Lebensmittelindustrie zunehmend beschäftigt und auch völlig neue Herausforderungen an die Mitarbeiter stellt. Daneben wurden Chancen und Risiken alternativer Rohstoffe wie Algen und Insekten untersucht. Immerhin ernähren sich bereits heute rund zwei Milliarden Menschen davon. Die westlichen Verbraucher stehen hierbei bisher allenfalls in den Startlöchern. Die zukünftig etwa 10 Milliarden Menschen werden auf diese Nahrungsquelle dauerhaft nicht verzichten können. Ein dritter Aspekt der Zukunftsthemen trug die Überschrift Nachhaltigkeit. Die Ressourcen der Erde sind begrenzt, der Druck, „von den Zinsen zu leben und das Kapital nicht anzugreifen“, wird gerade für die Lebensmittelwirtschaft immer größer. Mehrere Vorträge zeigten Möglichkeiten auf, Ressourcen zu schonen und vorhandene Rohstoffe quasi „from nose to tail“ auszunutzen.

Der nächste Kongress findet in zwei Jahren in Dresden statt. Dazwischen veranstaltet die GDL mehrere themenspezifische Tagungen. Die nächsten finden am 22. und 23. November statt unter dem Titel Rohwurst und Rohschinken sowie am 6. und 7. Dezember zum Thema Emulsionstechnologie.
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