Nicht-halluzinogenes LSD-Derivat zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz

Ascenion beteiligt sich an Entheogen

(PresseBox) ( München, )
Die Ascenion GmbH, Technologietransfer-Partner der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), teilt heute mit, dass sie sich an der US-amerikanischen Entheogen Corporation beteiligt hat.

Das Start-up wurde vom ehemaligen MHH-Wissenschaftler Torsten Passie gemeinsam mit einem Harvard-Kollegen und einem vormaligen Investor gegründet, um eine nicht halluzinogene Variante von LSD für die Behandlung von Cluster-Kopfschmerz zu entwickeln. Die neurologische Erkrankung ist extrem schmerzhaft und betrifft etwa 0,1% der Bevölkerung. Sie tritt in Form chronischer oder periodischer Attacken auf, die wesentlich intensiver sind als bei jeder anderen Art von Kopfschmerz, einschließlich schwerer Migräne.

Die Forscher haben zunächst mehrere Betroffene befragt, die Psilocybin oder LSD erfolgreich zur Behandlung ihrer Erkrankung eingesetzt hatten. Außerdem haben sie umfassende Übersichten zur Pharmakologie von LSD publiziert. Aufgrund ihrer Ergebnisse haben sie eine kleine, nicht-verblindete Studie durchgeführt, um die Wirkung der LSD-Variante BOL-148 (2-Bromo-d-Lysergsäurediethylamid) bei chronischem Cluster-Kopfschmerz zu untersuchen, der mit üblichen Therapieverfahren nicht zu lindern war. Obwohl die Substanz schon seit vielen Jahren bekannt ist und vielfach verwendet wurde, um die Wirkung von LSD auf das menschliche Gehirn zu erforschen, wurde sie noch nie zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz eingesetzt.

Die Resultate waren beeindruckend: Drei einzelne Dosen von BOL-148, die im Laufe von 10 Tage verabreicht wurden, konnten die Schmerzattacken entweder beenden oder in ihrer Intensität deutlich reduzieren. Die behandelten Patienten hatten auf die Standardtherapien mit Veramapil, Triptanen oder reinem Sauerstoff nicht mehr angesprochen oder deren Nebenwirkungen nicht länger ertragen. Bei allen fünf Patienten wurde der Schmerzzyklus unterbrochen, wobei die schmerzfreien Intervalle über mehrere Monate bis hin zu mehreren Jahren dauerten - ohne jede weitere Behandlung. Dabei traten fast keine Nebenwirkungen auf, insbesondere keine psychedelischen oder unerwünschten physiologischen Effekte, was sich mit den Erfahrungen deckt, die zuvor in verschiedenen Untersuchungen mit der Subtanz an mehr als 300 freiwilligen, gesunden Probanden gemacht wurden. Die Ergebnisse der Studie wurden in der führenden Fachzeitschrift für Kopfschmerz Cephalalgia publiziert.

"Wenn wir diese Einzeldaten demnächst in klinischen Studien bestätigen könnten, wäre das ein Paradigmenwechsel in der Medizin: eine äußerst wirksame und kostengünstige Behandlung, die nahezu frei von Nebenwirkungen ist und langfristig schützt. Bislang gibt es nichts Vergleichbares", so Torsten Passie.

Mit Unterstützung von Ascenion und dem Technologietransfer-Beauftragten des McLean Hospitals, das zur Harvard Medical School gehört, wurde ein Patent auf die Nutzung von BOL-148 zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz eingereicht und anschließend exklusiv an Entheogen lizenziert.

"Wir freuen uns, die Entwicklung eines Medikamentes zu unterstützen, das Patienten, die aufgrund ihrer unsäglichen Schmerzen oft Selbstmordgedanken hegen, Linderung bringen könnte", so Christian Stein, Geschäftsführer von Ascenion. "Es war nicht zuletzt die überaus effektive und angenehme Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in den USA, die es ermöglicht hat, dieses neue Unternehmen so rasch an den Start zu bringen."

Zusammen mit seinen Technologietransfer-Partnern prüft Entheogen momentan verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten, u.a. durch Kooperationen, Spenden, institutionelle und private Investoren oder öffentliche Förderprogramme. Parallel dazu bereitet das Team den Start randomisierter Phase-II-Studien mit BOL-148 zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz vor.
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