TÜV Rheinland: Klare Regeln für das Fahren im Motorradkonvoi vereinbaren

Fahrsicherheitstraining für jeden Motorradfahrer empfehlenswert / Unerfahrene Piloten in die Mitte nehmen / Positionen in der Gruppe stets einhalten

Motorradfahren in der Kolonne (Foto: Jaggat Rashidi/Shutterstock) (PresseBox) ( Köln, )
Gemeinsame Ausfahrten in der Gruppe sind für viele Motorradfahrer vor allem an schönen Tagen ein besonderes Erlebnis. Bei solchen Kolonnenfahrten gilt es jedoch Regeln zu beachten, um Fehler zu vermeiden und Gruppenmitglieder sowie andere Verkehrsteilnehmer zu schützen. „Grundsätzlich sollte jeder Motorradfahrer mit seiner Maschine mindestens einmal an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen haben“, sagt Thorsten Rechtien, Kraftfahrtexperte bei TÜV Rheinland. Obwohl es kein spezielles Training zum Kolonnenfahren gibt, steigert die individuelle Sicherheitsschulung die Verbindung von Mensch und Motorrad, was sich auch beim Fahren in der Gruppe auszahlt. Schließlich sind hier Disziplin und die damit verbundene Kontrolle über sich und das Motorrad von großer Bedeutung.

Kolonnenführer trägt größte Verantwortung

Generell sollten die erfahrensten Piloten in der Gruppe die Kolonnenspitze und das -ende besetzen. Der Kolonnenführer trägt die Verantwortung für Strecke und Tempo und sollte auf Landstraßen nicht schneller als 80 km/h fahren, damit die Gruppe zusammenbleibt. Aus dem gleichen Grund sind Fahranfänger und diejenigen mit der geringsten Fahrpraxis oder dem leistungsschwächsten Motorrad direkt hinter dem Frontmann im Konvoi einzureihen. „Die festgelegte Reihenfolge ist stets einzuhalten, das Überholen untereinander ist tabu. Auf geraden Strecken und Autobahnen versetzt fahren, Blickkontakt nach vorne und hinten halten und auf den Sicherheitsabstand achten“, betont Rechtien. Schon vor dem Start sind Streckenverlauf, Pausen, Tankintervalle und Handzeichen zu vereinbaren sowie Handynummern für Notfälle auszutauschen.

Plötzliche Tempowechsel vermeiden

Während der Fahrt sollten die Biker plötzliche Tempoverschärfungen und abruptes Abbremsen vermeiden. „Überraschende Fahrmanöver können für die Gruppenmitglieder gefährlich sein“, begründet Rechtien. Besonders vor Ortschaften und Kreuzungen gilt es, das Tempo frühzeitig zu reduzieren und Richtungswechsel rechtzeitig durchs Blinken anzuzeigen. Zudem sollten sich Motorradfahrer beim Überholen anderer Verkehrsteilnehmer keinesfalls auf den Vordermann verlassen – jeder im Konvoi muss sich selbst überzeugen, ob die Strecke wirklich frei ist.
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