TU Ilmenau erhält 3,3 Millionen Euro von Bundes-land Thüringen für Künstliche-Intelligenz-Forschung

Der Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissen-schaft und Digitale Gesellschaft, Carsten Feller (li.), übergibt dem Präsi-denten der TU Ilmenau, Prof. Kai-Uwe Sattler, einen Fördermittelbe-scheid über gut 3,3 Millionen Euro für das Vorhaben thurAI (© TU Il-menau)
(PresseBox) ( Ilmenau, )
Der Staatssekretär im Thürin-ger Ministerium für Wirt-schaft, Wissenschaft und Di-gitale Gesellschaft, Carsten Feller, hat heute (26.07.2021) der Techni-schen Universität Ilmenau ei-nen Fördermittelbescheid über gut 3,3 Millionen Euro für das auf drei Jahre ange-legte Vorhaben thurAI über-geben. Das Vorhaben be-steht aus zwölf konkreten Einzelprojekten, mit denen Methoden der Künst-lichen Intelligenz in Wirtschaft und Gesellschaft in der Praxis umgesetzt wer-den sollen. Das Land finanziert über das „Maßnahmenpaket Innovationspo-tentiale“ zukunftsweisende Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Thü-ringer Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

Big-Data-Technologien, Data Sci-ence und Maschinelles Lernen sind Schlüsselgebiete der Digitali-sierung. Methoden und Techni-ken zur Erfassung und Auswer-tung großer Datenbestände und das Lernen von Modellen auf Ba-sis dieser Daten sind heute in den verschiedensten gesellschaftli-chen Bereichen unabdingbar: in der Industrie 4.0, der Mobilität, insbesondere dem autonomen Fahren, in der Robotik oder in der Medizintechnik. Die digitale Revolution hat nicht nur Einzug in der Industrie gehalten, sie hat auch zur Folge, dass es einen riesigen Bedarf an entsprechend qualifizierten Fachkräf-ten gibt – in der Informatik, in den Ingenieur- und in den Naturwissenschaften, in der Medizin, ja selbst in den Geistes- und Sozialwissenschaften werden inzwi-schen Kenntnisse in den Datenwissenschaften und dem maschinellen Lernen er-wartet. Solches Knowhow zu entwickeln und solche Fachkräfte hervorzubringen, das hat sich das Thüringer Zentrum für Lernende Systeme und Robotik (TZLR) zum Ziel gesetzt. In dem Forschungs- und Transferzentrum koordiniert die TU Ilmenau seit 2020 unter einem Dach alle Aktivitäten von Universitäten, For-schungseinrichtungen und der Wirtschaft in Thüringen in den Bereichen Künstli-che Intelligenz, Maschinelles Lernen, Big Data und Robotik.

Hier wurde nun das Transferprojekt „Thuringian Artificial Intelligence"– kurz thurAI, wobei „AI“ für Artificial Intelligence, Künstliche Intelligenz (KI), steht – gestartet. Die TU Ilmenau und die Friedrich-Schiller-Universität Jena bearbeiten gemeinsam mit dem Ilmenauer Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme (IMMS) und Thüringer Unternehmen zwölf Einzelprojekte in drei zu-kunftsträchtigen Bereichen: Im Gesundheitswesen und in der Medizintechnik er-forschen sie, wie KI-Methoden in medizintechnischen Geräten und in Pflegeein-richtungen eingesetzt werden können. In der Produktions- und Qualitätssiche-rung werden innovative Methoden erprobt, mit denen Produktions- und Ferti-gungsprozesse automatisiert und überwacht werden können. Und im Bereich Smart City entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Ilmenau und des IMMS zusammen mit der Stadt Ilmenau intelligente digitale Lösungen für Effizienz, Bürgerfreundlichkeit und Nachhaltigkeit moderner Kommunen. Da-neben werden in einem Living Lab ausgewählte KI-Methoden in Thüringer Unter-nehmen in der Praxis erprobt und die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit demonstriert.

Die TU Ilmenau will die besten Arbeitskräfte im Bereich der Künstlichen Intelligenz nach Thüringen holen – und vielversprechende Talente fördern. So können sich Studierende nicht nur in den Studiengängen der Informatik, sondern auch der Ingenieurwissenschaften Kenntnisse in Künstlicher Intelligenz aneignen. Im gro-ßen Transferprojekt thurAI kommen ambitionierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler künftig zudem in innovativen Formaten wie Summer Schools zusammen, um zu speziellen KI-Themen zu forschen. So sind für 2022 die Sum-mer School „Werkstatt Digitalisierung” an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und für 2023 die Summer School „Machine Learning in Ingenieurwissenschaften” an der TU Ilmenau geplant. Und in Hackathon-Veranstaltungen – eine Wort-schöpfung aus „Hack“ und „Marathon“ – entwickeln die jungen Wissenschaftler gemeinsam Software und Hardware.
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