Die „Romantisierung“ des Lernens taucht etwa in den sozialen Medien immer wieder auf. Sanftes Licht, Pastellfarben, ruhige Töne – alles wirkt warm, wie ein Kaminzimmer an einem kalten Wintertag. Stress abbauen und dadurch die Konzentration verbessern, das ist das Ziel von „Cozy Learning“. Doch was braucht es dafür? Und warum kann es hilfreich sein?
Wohlfühl-Atmosphäre
Das Wichtigste beim Lernen ist, dass du dich sicher fühlst und entspannt bist. Der Grund: Bei Stress begibt sich dein Gehirn in den „Fight or flight“-Modus. Deine Handlungen werden reflexartig gesteuert, Nachdenken verliert an Priorität. Dass das dem Lernerfolg abträglich ist, dürfte klar sein.
Wie du eine entspannte Atmosphäre schaffst? Ideal ist zunächst ein fester Lernplatz, an dem du ungestört bist und ausreichend Platz hast. Der Rest hängt von deinen Vorlieben ab. Was für den einen der aufgeräumte Schreibtisch, helle Beleuchtung und frische Luft sind, ist für die andere eine Kuscheldecke und Kerzenlicht. Hier kann es dir helfen, dich einmal ganz auf dich selbst zu besinnen – und herauszufinden, was genau du zur Entspannung beim Lernen brauchst.
„Soul Food“
Sucht man im Internet nach stimmungsvollen Lernplätzen, fällt auf: Fast immer gehören Nahrungsmittel zur Grundausstattung. Häufig finden sich Kaffee oder Tee, manchmal auch Snacks oder gar eine Schüssel mit Cornflakes. Auch der inzwischen fast schon unvermeidbare „Matcha Latte“ oder ein einfaches Glas Wasser mit einer Scheibe Zitrone sind zu sehen.
Der Grund ist denkbar einfach: Das Gehirn beansprucht rund ein Fünftel des täglichen Kalorienverbrauchs. Besonders wichtig ist Flüssigkeit, denn der Körper besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Wenn du beim Lernen genug trinkst, transportiert dein Blut mehr Sauerstoff ins Gehirn. Das erhöht die Denkleistung. Hier kannst du also die sprichwörtlichen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Dein Lieblings-Entspannungs-Drink hilft dir auch noch dabei, kognitiv leistungsfähiger zu werden.
Beim Essen gilt grundsätzlich: Beliebte Lern-Snacks wie Traubenzucker oder andere Süßwaren sind weniger empfehlenswert, denn sie sorgen nur kurzzeitig für mehr Energie. Besser sind Obst, Gemüse, Vollkornbrot und Nüsse. Also greif statt zum Schokoriegel vielleicht mal zu einer Schüssel frisch gepflückter Erdbeeren – genauso lecker und besser für den Lernerfolg.
Sound On!
Einige lenkt sie ab, für andere darf sie auf keinen Fall fehlen: Musik beim Lernen kann deine Entspannung fördern. Nicht ohne Grund ist das Internet voller Playlists mit sanfter Musik, die du beim Lernen im Hintergrund laufen lassen kannst. Sie kann den Stressabbau fördern und deine Stimmung verbessern. Aber Vorsicht: Die Studienlage hierzu ist nicht eindeutig. Wie bei allen anderen Themen ist es also auch hier dir überlassen, ob Musik für dich eine Hilfe ist – oder eben nicht.
Gaaaaanz Gemüüüüütlich
Ein weiterer Wohlfühlfaktor beim Lernen ist die passende Kleidung. Sie sollte – wie alle anderen Tipps – deine Entspannung fördern. Deshalb liegt die Entscheidung bei dir, ob für dich Jeans und T-Shirt, Flanellhemd oder ein Jogging-Anzug beim Lernen am bequemsten sind. Wichtig ist: Deine Lernkleidung sollte dich nicht einschränken. Eine zu enge Hose oder ein Oberteil, das zwickt, kann für unerwünschte Ablenkung sorgen. Der weit geschnittene Pyjama ist da eine deutlich bessere Wahl. Und schließlich schaut dir ja niemand beim Lernen zu!
Lernrituale schaffen
Viele der Dinge, die bisher genannt wurden, dienen einem gemeinsamen Ziel: Sie helfen dir dabei, einen eigenen Raum zu schaffen, in dem du entspannt und erfolgreich lernen kannst. Denn Ablenkungen und Unterbrechungen kosten Lernzeit. Ein fester Lernplatz, eine entspannte Atmosphäre, das Lieblingsgetränk und ein gesunder Snack sind wiederkehrende Faktoren, die deinem Gehirn dabei helfen können, in den richtigen Zustand zu kommen. Solche Rituale sorgen für mentale Stabilität – und damit auch für mehr Entspannung. Du siehst also: „Cozy Learning“ ist nicht nur ein vorübergehender Trend, sondern kann dir dabei helfen, deine perfekte Lernatmosphäre zu schaffen.