Knappe Entscheidungen beim Studienpreis 2019

AFCEA Bonn e.V. schüttet 19.000 Euro aus

Die AFCEA Studienpreisträger 2019 / Bild: Veres (PresseBox) ( Koblenz, )
Zum zwölften Mal ist 2019 der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte AFCEA Bonn e.V. Studienpreis am 5. September 2019 vergeben worden. In einer Auswahl aus 11 von den jeweiligen Hochschulen ausgewählten und vorgeschlagenen Arbeiten wurden fünf Arbeiten prämiert.

In diesem Jahr werden zwei erste Preise einer Höhe von 5.000 Euro vergeben. Giovanni D’Apice von der RWTH Aachen (Betreuer Prof. Peter Knott, Dr. Delphine Cerutti-Maori, Institut für Hochfrequenztechnologie). Die Masterarbeit „Automatic comparison and quality enhancement of ISAR images through improved autofocus algorithm” befasst sich mit dem Thema Inverse Synthetic Aperture Radar (ISAR) und hat zwei Schwerpunkte: Erstens die Verbesserung eines bestehenden Algorithmus zur Phasenschätzung bei der automatischen Fokussierung gemessener Radardaten und, zweitens, die Entwicklung eines Verfahrens zur automatischen Bewertung der Bildqualität beim Vergleich mehrerer ISAR-Bilder, die mit verschiedenen Autofokus-Algorithmen erzeugt wurden.

Der zweite 1. Preis geht an Christopher Krah von der Universität Bonn (Betreuer 

Prof. Peter Martini und Prof. Michael Meier, Institute of ComputerScience). Seine Masterarbeit “File system fuzzing applied to the BSD operating system family” untersucht konsequent die Sicherheit von Dateisystem-Implementierungen. Die Arbeit hat direkte praktische Auswirkungen für die Computersicherheit. Es wurden mehr als hundert Programmfehler gefunden, von denen einige nicht nur zu Systemabstürzen sondern sogar zu Systemübernahmen führen können.

AFCEA Bonn e.V. hat aufgrund der gleichwertig hohen Qualität drei dritte Preise, die je mit 3.000 Euro dotiert sind, vergeben:

Einen dritten Preis erhält Florian Polster von der Universität Koblenz-Landau (Betreuer Prof. Dr. Dietrich Paulus und Dipl.-Inform. Frank Neuhaus, Fachbereich Informatik). Seine Masterarbeit „Pose Graph Marginalization and Subsequent Map Representation” untersucht eine der wichtigsten Herausforderungen in der Robotik: die Orientierung in einer unbekannten Umwelt. Dieses Problem wird Simultaneous Localization and Mapping (SLAM) genannt. In dieser Arbeit wird eine auf GraphSLAM basierende Lösung erweitert. GraphSLAM verknüpft Sensorposen und Messungen in einem Graphen und optimiert diese auf den geringsten quadratischen Fehler. Um das stetige Anwachsen der Hardwareanforderungen zu begrenzen wird Marginalisierung angewandt.

Padmaja Vivek Kulkarni von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Betreuer Prof. Dr. Paul Plöger und Prof. Dr. Maren Bennewitz, Fachbereich Informatik) erhält einen dritten Preis für seine Masterarbeit „Anthropomorphic motion mapping under constraints for direct and intuitive control of a dual-arm manipulator“. Die Arbeit studiert und realisiert eine intuitive Bewegungsabbildung zwischen einem menschlichen Operator und einem bi-manuellen Roboter System (bmR). Erstmalig wird die erfolgreiche Verwendung eines Kontrollelements zum nahtlosen Übergang zwischen Autonomie und teleoperativer Beeinflussung gezeigt. Das führt zu einer intuitiven Bedienoberfläche, ermöglicht bi-manuelle Teleoperationen und integriert die gewünschte Teilautonomie.

Einen weiteren dritten Preis erhält Priyanka Vokuda, ebenfalls von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Betreuer Prof. Dr. Paul Plöger und Prof. Dr. Ralf Thiele, Fachbereich Informatik). Seine Masterarbeit „Interactive Object Detection“ zeigt eine vielversprechende und auch für Mittelständler gangbare, alternative Lösung zur Objekterkennung auf ohne dass enorme Datenmengen verfügbar sein müssen, über die derzeit nur die großen IT-Konzerne verfügen. Analysiert, implementiert und evaluiert wird die Methode des "Aktiven Lernens" (AL), die auf medizinischen Bilddatensätzen zur Anwendung gebracht wird. Einem Experten werden sukzessive neue Bilder zur Erstbewertung oder ja/nein Klassifikation vorgelegt und das System in einer Schleife trainiert.

In diesem Jahr kamen insgesamt 11 Vorschläge von der Fachhochschule Aachen, Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg, RWTH Aachen, Universität Bonn und der Universität Koblenz-Landau. Diese Vorschläge bewertet eine neunköpfige Jury mit Persönlichkeiten aus universitärer Lehre, Forschung, Bundeswehr und Industrie nach Kriterien der praktischen Relevanz, die Neuigkeit und des Erkenntnisgewinn sowie der Präzision Klarheit von Gedankenführung und Darstellung, sowie dem Schwierigkeitsgrad. Alle Kandidaten haben ausgezeichnete Arbeiten durchgeführt und wurden deswegen von Ihrer jeweiligen Hochschule ausgewählt und für den Studienpreis vorgeschlagen. Alle Kandidaten, also auch diejenigen, die nicht auf den ersten Plätzen liegen, erhalten Urkunden, in denen die besondere Qualität der Arbeit betont wird.

Folgende Kandidaten erhalten Urkunden (in alphabetischer Reihenfolge):

Kevin Alexander Egle, Design und Aufbau eines Solid State Power Controllers zur Anwendung in Niederspannungsnetzen, Prof. Dr.-Ing. Detlef Schulz, HSU UniBw HH

Markus Krestel. Implementierung und Analyse eines Spinning Direction-Finders, Prof. Dr. Wolfgang Koch, Uni Bonn

Mirko Offermann, Softwaretechnische Transformation se-quenzbasierter Prozesse zwischen Ser-viceNow und BPMN, Prof. Dr. Heinrich Fassbender, FH Aachen

Mike Oppitz, Financial Time Series Modelling Using Genetic Programming, Prof. Dr. Thomas Burkhardt, Uni Bonn

Jan Razlaw. Detection and Tracking of Small Objects in Sparse 3D Laser Range Data, Prof. Dr. Sven Behnke, Uni Bonn

Annika Thom, Ein Textklassifikationsverfahren zur automatischen Analyse von Ad-hoc Mitteilungen, Prof. Dr. Thomas Burkhardt, Uni Koblenz-Landau

Die Verleihung der Preise fand im Rahmen der von AFCEA Bonn e.V. und dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung (BAAINBw) gemeinsam veranstalteten Koblenzer IT-Tagung am 5. September 2019 in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz vor rund 500 Besuchern statt.

Auch 2020 wird der Verein wieder einen Studienpreis ausschreiben und die Universitäten und Fachhochschulen im örtlichen Wirkkreis des Vereins, also bei Bonn und Koblenz, sowie die Universitäten der Bundeswehr in München und Hamburg beteiligen. Damit will der Verein einen Beitrag für eine bessere naturwissenschaftliche Bildung in Deutschland und gegen den Fachkräftemangel in der ITK – insbesondere im Bereich der Verteidigung und Sicherheit leisten.
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