Bei dem Wort „Minna“ steigen in mir sofort Kindheitserinnerungen auf. „Minna“ – das riecht förmlich nach Emil und die Detektive. Die Berliner Ganoven wurden von den Schupos in der „Grünen Minna“ zur Polizeistation oder ins Gefängnis abtransportiert. „Grüne Minna“ nannte man bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Gefangenentransporter in Berlin – ursprünglich grün angestrichene Pferdewagen.
Aber woher kommt der Begriff „Grüne Minna“? In der wilhelminischen Zeit taufte man Kinder armer Leute oft Wilhelm oder Wilhelmine. Die Wilhelmines mussten sich beim reichen Berliner Bürgertum im Haushalt verdingen. Das Bürgertum war es bald leid, den langen Namen „Wilhelmine“ zu rufen, und verkürzte ihn zu „Minna“.
Wenn jemand aus diesen Kreisen einen anderen zur Schnecke machte, nannte man das „zur Minna machen“. Im Gefängniswagen wurden die Gefangenen besonders häufig „zur Minna gemacht“, und so ging der Name schließlich auf das Transportmittel über – die „Grüne Minna“ war geboren.
Hans-Peter Oswald
https://www.domainregistry.de/...